Minolta XG-9 - Einfacher kanns nicht sein!

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Seit ich analog fotografiere, war ich auf der Suche nach einer günstigen, alten Spiegelreflexkamera.
Ich wollte eine mit hohem Bildrauschen, bei der die Bilder diesen Retro-Touch haben.

Ich habe Ewigkeiten gesucht, wurde aber nie fündig.
Bis sich eines Tages bei mir auf der Arbeit herumgesprochen hat, dass ich alten, analogen Kameras verfallen bin. Auf einmal rannten sie mir die Tür ein, um mir ihre abzugeben.
Natürlich habe ich nicht nein gesagt. Und so wurde ich stolze Besitzerin einer Minolta XG-9!

Die Minolta XG-9 ist eine Spiegelreflexkamera aus dem Jahr 1979, die 35mm-Filme verwendet.Die Kamera verfügt über eine automatische Belichtungsfunktion, wenn gewünnscht, kann aber auch manuell belichtet werden. Die Blende muss manuell eingestellt werden, jedoch zeigt im Sucher ein Lämpchen an, welche Blende man verwenden sollte.
Ich habe bei meiner Minolta ein Kitobjektiv drauf, das heißt, sie sieht ungefähr so aus:

Für eine Spiegelreflexkamera ist sie sehr handlich und besonders schwer ist sie ebenfalls nicht.
Sie hat auch eine perfekte Grösse, so dass man sie auch mal in die Handtasche nehmen kann.

Was ich sehr schätze an der Kamera, ist die Portrait-Fotografie, da man ein wunderschönes Bokeh erzeugen kann.

Und ganz wichtig: Die Kamera ist extrem einfach zu bedienen. Wie bereits erwähnt, dadurch dass du die Belichtungszeit nicht einstellen musst, und dir die Blendenzahl angegeben wird, bist du viel schneller im fotografieren. Das einzige was du manuell tun musst, ist fokussieren – und so schwer ist das ja auch nicht!

Also mein Fazit: Die Kamera ist etwas für Leute, die schnell fotografieren wollen aber trotzdem auf fokussieren stehen, das heißt Portraits oder kleinere Gegenstände.

Wer weiß, vielleicht trefft ihr die alte Dame ja eines Tages auf einem Flohmarkt an. Dann zögert nicht lange und kauft sie, glaubt mir die investition ist es wert!

geschrieben von blumenkind am 2010-12-01 in #gear #review #einfach #minolta-xg-9 #spiegelreflexkamera

3 Kommentare

  1. doellimann
    doellimann ·

    Kann mich da absolut anschließen! Mit der xg-9 begann meine Fotoleidenschaft, habe sie schon im alter von 8 bei meinem Onkel ausgeborgt, der sie seinerseits von einem Verwandten aus Westberlin bekommen hatte. Irgendwann hat er sie mir geschenkt und so endgültig das Feuer in mir entfacht. Die xg-9 ist immer noch bei mir im Einsatz, jetzt mit selbstgefertigtem quergriff mit eingebautem Drahtauslöser für Hochformat. Meine Zweitkamera ist eine x-700 mit motordrive-1 und somit wunderbar kompatibel zu allen objektiven.
    Die xg-9 hat mir die ersten Schritte zu einer Leidenschaft geebnet welche heute bis zur Astro- und Unterwasserfotografie gediehen ist.
    Noch zu erwähnen ist, dass diese Kameras praktisch nicht klein zu Kriegen sind. Meine xg-9 hat selbst einen Sturz aus 3m auf Marmor überstanden und leistet nach über 30jahren immer noch gute Dienste. Da kommt man sogar ins Grübeln ob man überhaupt noch mittelformat oder digital braucht, schließlich ist analoge Kleinbildfotografie auch etwas mit sehr viel Charme!

  2. alaba
    alaba ·

    Hey, ich habe mal bei uns auf dem Dachboden rumgestöbert. Echt erstaunlich was man da so alles findet... . Bin dann auf eine Minolta xg1 gestoßen und hab sie kurzerhand wieder flott gemacht. Mein Problem ist, dass ein Großteil der Bilder unscharf ist. Irgendwie eine Ahnung woran das liegen könnte? Verwackler können das eigentlich nicht sein. Ich habe sie beim Auslösen immer still gehalten. Es sind auch echt gute Bilder dabei aber wie bereits gesagt ist ein Großteil der Bilder nichts geworden.

  3. tomblues
    tomblues ·

    Ich hab in den frühen 80ern mit fotografieren begonnen und mir mit der XG-9 dann aber gebraucht, Anfang der 90er meine erste eigene Spiegelreflexkamera zugelegt. Ich hatte neben dem Kitobjektiv noch ein paar weitere, kann mich aber nach über 20 Jahren nicht mehr so genau daran erinnern. Außerdem hatte ich den dazu passenden Winder, der unter die Kamera geschraubt wurde und gefühlt 1 Bild pro Sekunde automatisch transportieren konnte. Dadurch wurde die Kamera zwar schwerer, lag aber besser in der Hand. Gemessen an heutiger Ausrüstung hätte man sowieso mehr Gewicht zu schleppen, da Zoomobjektive, insbesondere im Telebereich ein Vielfaches von heutigem Gewicht und Abmessungen hatten. Tja, 1999 ging dann, nach 20 Jahren Betriebszeit, die Messelektronik kaputt und somit wurde das Fotografieren oft zum Glücksspiel. Ich kaufte mir dann eine Autofokuskamera Canon EOS 500n. Ein schlechter Tausch! Heute habe ich kein analoges Fotolabor mehr, vermisse es aber nur selten. Die Bildqualität meiner Nikon D7000 ist gemessen an den Kameras der 70er so hervorragend, das man in der Nachbearbeitung am Computer viel mehr Spielraum hat, ohne das Bildrauschen in die Höhe zu treiben. von ISO Werten jenseits der 1000 haben wir damals doch nicht mal geträumt.

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