Phantastische Pflanzenwelt und wo sie zu finden ist pt. I - von Alfred Gerke

Hobbyfotograf und Communitymitglied Alfred Gerke, aka alfred_gerke, zaubert mysteriöse und einzigartige Schwaz-weiß Fotografien - so auch in seiner Aktuellen Serie 'Phantastische Pflanzenwelt und wo sie zu finden ist'. Hier erzählt er, wie er auf die Idee zu dieser Serie kam, welches Equipment er nutzt und wie er seine Motive wählt.

Hallo Alfred und willkommen zurück im LomoMagazin! Erzähl uns ein bisschen von Dir - wie bist Du zur analogen Fotografie gekommen?

Schwarzweiß in der Fotografie übte immer schon einen starken Eindruck auf mich aus. Schon als Kind war ich begeistert von Portraits von Stars aus den 50ziger und 60ziger, die natürlich überwiegend in Schwarzweiß vorlagen und in meinem Elternhaus zwar nicht im Übermaß vorhanden, aber doch hier und da und immer wieder zu finden waren, wenn man denn nur aufmerksam genug suchte. Damals habe ich mir nicht viel mehr Gedanken darüber gemacht und habe mich einfach nur an den Darstellung erfreut. Heute versuche ich ein ganz klein wenig den Zauber von Schwarzweiß selber zu kreieren und ich hoffe das es mir hier und da auch mal gelingt.

Von: alfred_gerke

Deine Serie 'Phantastische Pflanzenwelt und wo sie zu finden ist' zeigt die Details der (herbstlichen) Natur auf eine ganz besondere Weise – wie bist Du auf die Idee zu dieser Serie gekommen?

Ich wollte etwas für den Herbst entwickeln und da ich nun einmal nichts mit Farbe anfangen kann (es sei denn sie kommt von einem Polaroid-/Instax-Film) und damit die Farben der Natur nicht in Frage kamen und ich auch nicht in die Stadt wollte um Bilder zu machen (die Zeit ist einfach nicht so passend dafür) wurde die Auswahl recht dünn. Und im Wohnzimmer/Studio Motive erstehen zu lassen die sich auf den Herbst beziehen, der Gedanke gefiel mir einfach nicht.

Beim betrachten von Bäumen, deren Blätter im Schein der untergehenden Sonne von hinten durchleuchtet wurden und die Blätter regelrecht zum funkeln brachte, kam mir die Idee mit den Blättern und den Taschenlampen, denn mir war sofort klar das ich die Blätter in ihrer natürlichen Umgebung komplett von allem Isolieren wollte. Wenn der Vordergrund belichtetet und der Hintergrund dagegen im Schatten liegt, ist es recht einfach den Hintergrund komplett abzudunkeln. Dafür muss es nicht mal Nacht sein. Im Herbst, an einem Nachmittag in einem Wald, mit einer durchgehenden Wolkendecke reicht vollkommen aus. Ich habe einen Testfilm belichtet und das Ergebnis sprach für sich. Ich hatte meine Aufgabe für den Herbst.

Von: alfred_gerke

Das der Bezug zum Herbst aber nicht im Titel auftaucht hat einen guten Grund. Bei der Durchsicht der ersten Bilder wurde mir bewusst, das viel mehr in dem Thema steckt als nur „Herbst“ und das ein Titel der Serie, der die Bilder ja irgendwie zusammenhalten soll, dafür sorgen muss, dass auch Motive möglich werden, die eben nichts mit Herbst zu tun haben. Was im Zentrum steht ist die Pflanzenwelt und was man davon als phantastisch ansehen mag. Der Titel selber ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. In erster Linie soll diese Serie Freude bereiten.

Von: alfred_gerke

Der kontrastreiche Schwarzweiß Film gibt den Fotos eine geisterhafte Atmosphäre – hast du den Film bewusst für die Serie ausgesucht oder ist die Serie aufgrund der Eigenschaften des Filmes entstanden?

Ilford HP5+ ist tatsächlich mein Standardfilm, wenn ich mit der Nikon arbeite. Ich experimentiere nicht so gerne mit Filmen und bin immer heil froh wenn ich einen Film gefunden habe, der in Verbindung mit einem Entwickler, in meinem Fall ist das DF96 Monobath von CineStill, meiner Vorstellung von Schwarzweiß gut entgegenkommt und bezahlbar ist.
Sicherlich ist es auch so, dass ich, besonders wenn ich mit der Nikon arbeite, mir ganz bewusst Motive wähle, die von Natur aus schon sehr kontrastreich sind. Mir gefallen kontrastreiche Darstellung und ich gebe gerne zu, dass ich es hier und da schon mal übertreibe, was den Kontrast anbelangt.

Wenn man Abzüge auf Schwarzweiß-Papier erstellen lässt, bekommt das Schwarz eine Intensität und Dichte die, so glaube ich, von keinem anderen Druckverfahren erreicht wird. Zumindest keinem welches ich mir leisten könnte.
Die geisterhafte Atmosphäre kommt natürlich vom Licht. Meine Erfahrung mit künstlicher Beleuchtung, die nicht für fotografische Zwecke gemacht wurde, ist dass das weiße Licht auf Fotografien immer irgendwie nach dem Weiß von Knochen aussieht. Straßenlaternen tauchen eine Szene gerne mal in ein „Knochenweiß“ oder aber auch das Licht von Taschenlampen. Ich weiß wohl, das dies sicher leicht zu erklären ist, habe mich aber nie wirklich für die physikalische Seite dieser Tatsache interessiert. Das Vorrecht eines Amateurs.

Von: alfred_gerke

Hast Du ein paar Tipps für diejenigen, die gerne selbst eine Fotoserie starten wollen?

Auch wenn es langweilig klingt, aber eine detaillierte Planung wird einem gute Dienste leisten. Testbilder erstellen, eine Strategie entwickeln um konsistente Bilder zu erreichen und ehrlich gesagt das planen alleine macht schon einen Riesen Spaß. Und wenn es dann soweit ist und es läuft nicht so richtig, einfach weiter machen...

In Teil Zwei dieses Artikels gibt's noch mehr der wundervollen Fotografien und Alfred erzählt von Seinem Equipment, Motivwahl und vielem Mehr - also halte die Augen offen!


Vielen Dank an Alfred, dass er seine Serie und seine Gedanken dazu mit uns teilt! Schau in seinem LomoHome vorbei und lass ein bisschen Liebe da <3

geschrieben von alinaxeniatroniarsky am 2020-11-28 in #Ausrüstung #Menschen #tutorials

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