Zurück von den Toten: Hacke deine Serie 80 Polaroid, um mit Fuji FP-Film zu funktionieren

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Es ist ein großartiges Gefühl, eine Kamera wieder zum Laufen zu bringen, vor allem, wenn man glaubt, sie sei inzwischen unbrauchbar, weil ihr spezieller Film-Typ nicht mehr produziert wird. Hier erfährst du, wie man es mit einer Polaroid aus der 80er Serie hinbekommt.

Meine Polaroid Colorpack 80 Land Camera.

Vor ein paar Jahren stieß ich auf einem Flohmarkt auf eine Polaroid-Kamera. Ich gierte schon seit Jahren nach einer wie ihr, also war ich ziemlich glücklich über meinen Fund: Für 5 Euro sogar noch Originalverpackt. Doch meine Freude schwand, als ich herausfand, dass meine Kamera zur 80er-Serie gehört, für die nicht länger Film hergestellt wird… Soviel zu meiner Polaroid.

Doch lang lebe das Internet und ganz besonders Instructables, denn vor einer Weile stieß ich auf ein hervorragendes Tutorial darüber, wie man meine Polaroid so umbauen könne, dass sie mit Fuji FP-100-Film funktioniert. Aller Dank gilt dem Instructables-Nutzer Nano_Burger, doch für eure Bequemlichkeit werde ich euch hier meine eigene Beschreibung geben.

Ihr braucht eine Polaroid Colorpack 80, ein Film-Pack Fuji FP-100 (Fuji FP 3000 funktioniert genauso gut), eine Zange, ein Metall-Lineal, ein scharfes Bastelmesser. Etwas Sekundenkleber könnte nützlich sein, falls du etwas abbrichst (ich brauchte ihn nicht, aber man weiß ja nie).

Wenn du die Rückseite deiner Kamera öffnest und mit dem Film-Pack vergleichst, fällt dir sicher auf, dass der Film etwas zu lang ist. In der Kamera ist ein Stück Plastik im Weg. Suche das Stück mit der weißen Beschriftung, das dir empfiehlt, die Batterien hin und wieder zu wechseln.

Dieses Stück muss ab.

Es ist in die Kamera geklebt, wenn du es mit der Zange greifst und etwas wackelst, kommt es heraus. Es ist immer furchtbar, etwas aus einer Kamera herauszubrechen, doch wenn du es nicht riskierst, wird deine Kamera im Regal nur weiter Staub fangen.

Wenn das erste Stück einmal ab ist, wirst du noch mehr Grate in der Kamera finden. Diese müssen ebenso verschwinden. Falls der Kunststoff über die Jahre spröde geworden ist, sollte er sich leicht entfernen lassen, wenn du ihn mit der Zange greifst. Andernfalls musst du etwas mehr wackeln und ziehen. Es kostete mich einige Anstrengung, doch am Ende ging das meiste ab.

Der Grat muss ebenfalls ab.

Mit der Kamera bist du nun fertig, doch wenn du versuchst den Film einzulegen, wirst du feststellen, dass er immer noch nicht passt. Also werden wir nun etwas aus der Film-Kassette schneiden. Zum Glück sind diese heute aus Kunststoff (in alten Zeiten waren sie aus Metall). Sieh dir die Vorderseite der Kassette an (die Papier-Streifen ragen heraus) und du siehst eine Art Rechteck. Nutze dieses als Richtwert, benutze das Lineal und das Messer, um auf voller Breite der Kassette eine Linie oberhalb dieses Rechtecks zu erhalten (vergiss die Seiten nicht). Knipse unter erneuter Nutzung der Zange das obere Stück ab. Benutze erneut das Messer, um die Kante zu glätten und falls nötig etwas nachzubessern.

Noch mehr Plastik, das abging.

Wenn alles geklappt hat, sollte der Film nun in die Kamera passen. Yay! Klapp die Kamera zu. Es sieht aus, als sei das Papier in der Kamera eingeklemmt, doch dies ist vollkommen normal. Schließe die Metall-Klammer und zieh vorsichtig das Schutz-Papier heraus. Du siehst ein weißes Papier.

Es passt! Siehst du den Staub, der sich auf meiner Kamera gesammelt hat? Das ist nun vorbei!

Nun bist du bereit für die Aufnahme. Mach ein BIld (oder zwei, falls du eine Doppelbelichtung machen willst), zieh an der weißen Lasche und sieh zu, wie dein erstes Bild erscheint. Lass das Papier für einen Moment in Ruhe (auf dem Papier ist eine Tabelle für die exakte Zeit aufgedruckt) und zieh es dann ab. Bestaune dann dein Bild.

Ich warte auf die Entwicklung meines ersten Bildes.
Mein allererstes, etwas mittelmäßiges, Polaroid/Fuji-Foto.

P.S.: Du hast sicher den schmalen, unbelichteten Streifen auf den Bildern bemerkt. Der Original Polaroid-Film war quadratisch und der Fuju FP-100 ist rechteckig und etwas größer. Dies bedeutet, dass der Film etwas zu groß ist, um komplett belichtet zu werden. Ein geringer Preis für eine Kamera, die aus den Fängen der Dunkelheit zurück ins Leben gebracht wurde.

Von: stratski

geschrieben von stratski am 2014-07-15 in #gear #tutorials #diy #instant #tipster #polaroid #fuji #modifikation #kamera
übersetzt von dopa

Ein Kommentar

  1. schocan
    schocan ·

    Vielen Dank für diese hervorragende Anleitung! Der "Umbau" und das Einlegen des Films haben wie beschrieben funktioniert. Allerdings ist es sehr schwer, die belichteten Bilder rauszuziehen, erst nach der Hälfte wird es leichter, weil die Kassette wohl leerer ist. Hast Du das auch so erlebt? Oder habe ich vielleicht doch etwas falsch gemacht? Die Fotos selber sind allerdings eher wie ein Glücksspiel, eins wird gut, das nächste ist viel zu dunkel, oder unscharf... Hast Du noch eine Anleitung zu der Kamera?
    Anyway: danke für die Hilfe!
    Anke

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