Same Same, but Different: Das Schreiben und die Fotografie

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Die Beherrschung der Kunst sowohl der schriftlichen als auch der visuellen Kommunikation sind wertvolle und eng verflochtene Fähigkeiten. In diesem Artikel werden wir untersuchen, wie das Schreiben beim Geschichtenerzählen mit Fotos hilfreich sein kann.

Ein Fotograf, der schreiben kann, wird seine Arbeit mit mehr Verständnis angehen. Wenn du deine Ideen in schriftlicher Form präzise ausdrücken kannst, werden auch deine Bilder klar und eindeutig sein.

Obwohl das schriftliche und das visuelle Erzählen sehr unterschiedlich sind, können sie sich gegenseitig in gewisser Weise helfen. Die Gemeinsamkeiten liegen nicht nur in der formalen, sondern auch in der künstlerischen Herangehensweise.

Von: hannahap, kekskonstrukt, sirio174, jared_j_frank & shedl

Rhythmus

Wenn wir über ein großes Fotoprojekt nachdenken, sollten wir immer den Rhythmus der Geschichte im Auge behalten. Wir müssen unseren Bildern Raum und Zeit geben. Wie auch beim Schreiben einer Geschichte hilft die Struktur dem Leser, aber statt geschrieben zu sein, sollte sie visuell sein.

Denk an ein Bild im Sinne von Beschreibungen - es soll ein Gefühl für einen Ort vermitteln, einen Blick auf eine Landschaft geben, Charaktere vorstellen, Wendungen in der Handlung einbauen, Momente der Spannung vermitteln und, nicht zu vergessen, in einer guten Geschichte muss es Satzzeichen zwischen den Sätzen geben. Hier dienen die verschiedenen Bildstile als Kommas und Semikolons und sollten während der Entwicklung einer Erzählung entsprechend platziert werden. Wir können eine Geschichte nicht mit Pointen füllen, das wäre unverdaulich.

Struktur

Es ist sinnvoll, die Geschichte genauso zu planen wie bei einem narrativen Text. Es gibt immer eine Einleitung, eine Handlung und eine Auflösung. Ein solides strukturelles Ziel wird das Endergebnis stärken. Mit der Fotografie können wir ein großes Publikum erreichen, und Fotos sind leicht zu verstehen, auch wenn wir verschiedene Sprachen sprechen.

Die Geschichte muss ansprechend gestaltet sein. Wir müssen uns für die Figuren interessieren oder etwas Neues entdecken. Wenn der Betrachter sich persönlich betroffen fühlt, haben Bilder die Kraft, Veränderungen auszulösen.

Von: tracyvmoore, systemdevice, framarzi, samwise_camus & van3ssagonzalez

Bearbeitung

Eine gute Bearbeitung ist ebenso wichtig wie das Schießen guter Fotos. Es muss eine klare Absicht dahinterstecken und darf nicht willkürlich sein. Hier kommt deine Struktur zum Vorschein und du musst ein stimmiges Gefühl für die Geschichte entwickeln. Dies ist auch der Teil, an dem man stecken bleiben kann, ähnlich wie bei der berühmten Schreibblockade.

Entwickle eine gute Disziplin und befolge eine bewusste Routine, um dich aus einer Durststrecke herauszuholen. Lass dir zwischen dem Sammeln deiner Fotos und der Bearbeitung etwas Zeit. Diese Zeit wird dir helfen, deine Bilder mit anderen Augen zu sehen und deine Entscheidungen anders zu treffen.

Sei ehrlich

Deine Fotos werden deinen Stil zeigen, also versuche nicht, jemand anderen zu imitieren. Von anderen Fotografen zu lernen, bedeutet nicht, dass du ihre Arbeit kopieren musst. Das ist wichtig beim Schreiben und beim Fotografieren. Du wirst deine Stimme finden; erzwinge sie nicht.

Ehrlichkeit bedeutet auch, dass du bei einer für dich neuen Geschichte, recherchieren solltest. Tauche ein und bilde dich weiter. Wenn du von Anfang an neugierig auf ein Thema warst, solltest du am Ende deiner Geschichte ein Meister sein.

Von: corentinschieb, shedl, tabuk, vicuna & penelopedavies

Notizbücher und Lesestoff

Es gibt vielleicht keinen besseren Ratschlag, als ein Notizbuch dabei zu haben. Im Ernst, besorg dir eines! Mache dir Notizen von deiner Umgebung und schreibe deine Ideen auf. Ansonsten geht die Idee mit Sicherheit verloren. Und wenn du dir technische Informationen zu einem Foto merken musst, wirst du natürlich nicht so genau wissen, wenn du sie nicht aufschreibst.

Es klingt einfach, aber das Wichtigste ist vielleicht, so viel wie möglich zu lesen. Egal, ob es sich um Erzählungen oder Fotobücher handelt, es wird dir bei deiner Arbeit helfen, wenn du studierst, was vor dir gemacht wurde. Inspirationen können von allen möglichen Orten kommen, also achte auf andere Formen des künstlerischen Ausdrucks. Romane, Gedichte und Lieder können der Zündstoff für deine nächste große Idee sein!


Wie sieht dein Arbeitsablauf aus? Hast du kürzlich ein neues Projekt begonnen? Erzähle uns davon in den Kommentaren unten.

geschrieben von eparrino am 2023-12-28 in #Kultur #in-depth

2 Kommentare

  1. fotofreundin
    fotofreundin ·

    Vielen Dank für den inspirierenden Artikel. Ich bin gerade in den Vorbereitungen eines neuen Projekts, in dem ich meine Abzüge manuell durch Farben bearbeiten möchte. Dabei werde ich die Möglichkeit haben, meine Bilder neu zu interpretieren. Insofern kann ich dem Geschriebenen zustimmen: Es lohnt sich Bilder etwas liegen und zunächst in sich wirken zu lassen. Die meisten Ideen kommen mir, wenn ich draußen unterwegs bin und meine Gedanken schweifen lasse. Den Vorschlag, ein Notizbuch dabei zu haben, finde toll. Ich werde es ausprobieren. :)

  2. ckolter
    ckolter ·

    @fotofreundin Danke für deinen Kommentar, Yvonne! Ich glaube, das können viele Kreative gut nachvollziehen. Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Projekt und hoffe, dass du einige Ergebnisse mit uns dann in deinem LomoHome teilst. :)

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