Die wichtigsten Tipps zum Lomography Potsdam Kino B&W

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Ganz egal, ob du gerade erst mit dem Fotografieren beginnst oder schon ein alter Hase bist – einen neuen Film auszuprobieren kann immer eine Herausforderung darstellen. Darum haben wir diesen Artikel mit Tipps zum Potsdam Kino Film erstellt. Von der ersten Aufnahme bis hin zur Entwicklung der Negative findest du hier alles, was du wissen musst.

Foto von Peter Bedrosian

Genau wie sein großer Bruder, der Berlin Kino Film, wurde auch der Potsdam Kino Film aus einer alten deutschen Kinorolle herausgeschnitten. Dadurch besitzt er viele einmalige und nützliche Eigenschaften. Die Emulsion dieses panchromatischen Films besteht aus schweren Silberhalogeniden. Diese sorgen für satte Töne und einen großen Belichtungsspielraum, welcher für kreativen Freiraum sorgt. Außerdem eignet sich der Potsdam Kino Film hervorragend für Umkehr-Entwicklungsprozesse. Mit ISO 100 ist er langsamer als der Berlin Kino Film und bringt eine feinere Körnung mit sich. Damit eignet er sich perfekt für Aufnahmen, in denen die Qualität des Bildes an oberster Stelle steht, also Studio-, Landschafts- und Architekturaufnahmen.

Fotografieren

Der Potsdam hat eine klassisch panchromatische Emulsion. Das bedeutet, dass er alle Wellenlängen des Lichts erfasst, die mit dem bloßen Auge sichtbar sind. Somit verleiht er deinen Fotos einen sehr klassischen monochromen Look, bei dem jede Farbe in einen anderen Grauton getränkt wird. Je nach Tageszeit, Motiv oder Lichtbedingungen kann es jedoch vorkommen, dass man das Auftreten bestimmter Farben etwas einschränken möchte. Das geht ganz einfach, indem man Filter verwendet. Diese eignen sich besonders gut für Landschafts- und Porträtaufnahmen und können das Aussehen eines Bildes erheblich verändern, indem sie beispielsweise für mehr Kontraste sorgen, Dunst verschwinden lassen oder die Tonabstufungen verschiebt. Sieh dir hier unsere Tests mit unterschiedlichen Filtern an. Wir empfehlen die Verwendung eines roten Filters für Landschaftsaufnahmen und einen grünen Filter für Porträts.

Filter (von links nach rechts): Grün, Rot, Orange, und Blau. Fotos von Yoann Leveque, INTOTHELOSTNIGHTS, Ida Tangeraas und Peter Bedrosian

Licht kann der beste Freund eines Fotografen sein oder sein schlimmster Fein. Glücklicherweise kann man Dank seiner chromatischen Bandbreite des Potsdam Kino Films unter vielen unterschiedlichen Lichtbedingungen fotografieren. Bei monochromatischen Lichtverhältnissen, also beispielsweise bei Glühbirnen und Neonlicht, empfehlen wir, deine Aufnahmen leicht über zu belichten, um die mangelnden Tonabstufungen zu kompensieren. Oder hol deinen Blitz raus, um deinen Aufnahmen die ganze Bandbreite an Tonabstufungen zu verleihen.

Fotos von Daniel Schaefer and INTOTHELOSTNIGHTS

Entwicklung

Seine Bilder selbst zu entwickeln hat immer etwas ganz besonderes. Um die größtmögliche Kontrolle über die Ergebnisse zu behalten, raten wir, den Film zuhause selbst zu entwickeln. Da verschiedene Entwickler, genau wie verschiedene Emulsionen, immer unterschiedliche Emulsionen erzeugen, haben wir hier eine Liste mit unseren Favoriten zusammengestellt.

Entwickelt mit Kodak HC-110

Kodak HC-110 ist einer unserer Lieblingsentwickler für die Entwicklung von Schwarz-/Weiß-Filmen. Mit geringem Kontrast, großem Dynamikumfang und feiner Körnung ist dieser Entwickler besonders für diejenigen geeignet, die ein flaches Bild wollen. Bei diesem Verfahren bleiben Details und ein großer Dynamikumfang erhalten. Das Verfahren erzeugt das analoge Äquivalent einer RAW-Datei und ermöglicht so ein Höchstmaß an kreativer Freiheit.

Entwickelt mit Kodak D-76

Kodak D-76 und Rodinal gelten als Industriestandard für Pulver- und Flüssigentwickler und erzielen beeindruckende Ergebnisse mit hervorragenden Kontrast und exquisiter Schärfe.

Entwickelt mit Ilford Ilfosol-3

Manchmal sind Details das, was einem Foto seine Schönheit verleiht. Für Aufnahmen, in denen eine feine Körnung und eine hohe optische Auflösung wichtig sind, empfehlen wir Ilford Ilfosol-3.

Hier ist eine Liste der Entwickler und die empfohlenen Entwicklungszeiten

  • Kodak HC-110: 1+11 Verdünnung, für 6 Minuten (20°C)
  • Kodak D-76: Unverdünnte Stammlösung für 5.5 Minuten (20°C)
  • Ilford Ilfosol 3*: 1+9 Verdünnung, für 6 Minuten (20°C)
  • Rodinal: 1+25 Verdünnung, für 7 Minuten (20°C)
  • Rodinal: 1+50 Verdünnung, für 9.5 Minuten (20°C)
  • Xtol: 1+1 Verdünnung, für 7.5 Minuten (20°C)
  • Eco Pro: 1+1 Verdünnung, für 8 Minuten (20°C)
  • Ilford ID-11: 1+1 Verdünnung, für 7 Minuten (20°C)
  • Kodak HC-110: 1+125 (G) Verdünnung, für 65 Minuten (20°C) – Nach der Hälfte der Zeit agitieren
  • Rodinal: 1+100 Verdünnung, für 45-70 Minuten (20°C) – Nach der Hälfte der Zeit agitieren

Mach dir keine Sorgen, falls dein Lieblingsentwickler nicht auf der Liste ist. Der Potsdam Kino Film ist mit einer großen Reihe an Entwicklern und unterschiedlichen Entwicklungstechnicken kompatibel. Hier gibt es eine Liste mit allen geeigneten Entwicklern und ihren Spezifikationen. Falls du sonst noch Fragen hast, melde dich über help@lomography.com bei uns.

Während der Entwicklung ist es wichtig, dass du deine Lösung agitierst, damit die Chemikalien an die Emulsion gelangen. Die Agitation kann das Aussehen deines Films maßgeblich beeinflussen – von Kontrast bis hin zur Körnung liegt alles an dir! Um auf Nummer sicher zu gehen, empfehlen wir dir, den Anweisungen des Herstellers zu folgen. Wenn du jedoch etwas experimentieren willst, solltest du folgendes im Hinterkopf behalten. Mehr Agitation wird sehr wahrscheinlich zu höheren Kontrasten führen, da mehr frische Chemikalien an den Film gelangen. Gleichzeitig kann dies aber zu einem leichten Verlust der Bildqualität führen. Wenn dir Details und Schärfte besonders wichtig sind, kann es nützlich sein, weniger zu agitieren. Das bedeutet eventuell aber auch, dass die Entwicklung etwas länger dauert. Wenn du besonders stark agitierst und die Anzahl der Zyklen außer Acht lässt, dann wirst du vermutlich mehr und gröbere Körnung erhalten. Das eignet sich gut, wenn du einen besonders analogen Look erzeugen willst. Wenn nicht, agitiere lieber sorgfältig.

Du willst besonders kreativ sein? Experimentiere mit etwas extremeren Mischverhältnissen und Entwicklungszeiten, um einmalige Ergebnisse zu erhalten. Für zarte Kontraste, sanfte Körnung und ausgewaschenes Schwarz empfehlen wir, ohne (bzw. mit nur sehr wenig) Agitation zu entwickeln.

HC-110 mit Verdünnung G für 65 Minuten, eine Agitation nach 25 Minuten. Foto von Fauligi.

Der Potsdam Kino Film hat besonders einmalige Eigenschaften. Da er ursprünglich für Kinofilme entwickelt wurde, lässt er sich ganz einfach umgekehrt entwickeln. Somit behält er die Vorteile eines Negativfilms, wird aber gleichzeitig Projektor-freundlich.

Dieser Prozess führt zu maximalerer Schwärze (Dmax) und verbesserter Scan-Qualität. Versuch diesen Umkehrprozess doch mal zuhause oder frag in einem geschulten Labor in deiner Nähe nach. Wir haben das Rollei Black & White Reversal Kit für unseren Film verwendet. Falls dir dein Interesse geweckt haben, schau dir mal die unten stehende Tabelle an, um mehr über die Entwicklungszeiten zu erfahren.

Abzüge

Um wirklich die ganze analoge Bandbreite zu spüren, solltest du selbst mal versuchen, Abzüge deiner Negative zu erstellen!

Foto von Tsutomu Umezawa

Gibt es etwas schöneres, als in der Dunkelkammer zu stehen? Der Potsdam Kino Film mit seiner großen Bandbreite an Tonabstufungen wird dir besonders viel Freude bereiten. Nutze Filter, um das Aussehen deiner Fotos zu verändern und ihnen den letzten Feinschliff zu verpassen. Wir empfehlen die Verwendung von Ilford Ilfosol-3 bei der Entwicklung von Negativen, von denen du später Abzüge erstellen willst.

Nachbearbeitung

Es macht Spaß, die fertigen Bilder im Internet zu teilen. Allerdings solltest du darauf achten, dass bestimmte Scanvorgänge die Qualität deiner Fotos etwas mindern können.

Foto von Ida Tangeraas

Mit seinem großen Belichtungsumfang und der feinen Körnung eignen sich die Potsdam Fotos perfekt für die digitale Dunkelkammer. Erhöhe den Kontrast oder schwäche Schwarztöne ab, um deine Fotos für Instagram und Co. zu rüsten. Wenn du zuhause entwickelst, empfehlen wir Kodak HC-110 für Fotos, die nachbearbeitet werden sollen. Wir haben ein wenig mit einem unserer Fotos experimentiert und sind begeistert. Was meint ihr?

Unbearbeitet: Links; Bearbeitet: Rechts
Foto von Ida Tangeraas

Wir hoffen, dir hat diese Anleitung gefallen. Falls ihr weitere Fragen habt, scheut euch nicht, uns über help@lomography.com zu kontaktieren. Lade deine eigenen Schwarz-Weiß-Fotos in dein LomoHome oder teile sie mit dem Hashtag #heylomography auf Instagram – wir freuen uns auf eure Ergebnisse!

geschrieben von sameder am 2019-01-09 in #gear #News

Ein Kommentar

  1. swjosdotschka
    swjosdotschka ·

    Toll ge-und beschrieben. Danke.

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