Sinnvoll fotografieren mit 120: Formatwahl

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Du machst dir Gedanken über die Kosten von Mittelformatfotografie? Wie viele Belichtungen bekommt man auf eine Rolle? Ich will dir helfen, deine Zweifel zu beseitigen.

Halte kurz inne und denk nach: Was ist Film denn überhaupt? Das ist besonderes Plastik mit einer dünnen Beschichtung aus Chemikalien. Hast du schonmal Plastik mit einer Schere durchgeschnitten? Man kann alle möglichen Formen ausschneiden. Im Grunde macht genau das Filmformat aus. Es ist Plastik auf eine gewisse Größe zugeschnitten. Das ist eine sehr einfache Ansicht, aber sie ist wahr. Im Grunde bedeutet Filmformat zweierlei: die Größe und Form der Rolle oder Filmkassette und wie viel des Films in der Rolle oder Kassette du bei einer Aufnahme belichtest. Bei 35mm Film gibt es zwei gebräuchliche Formate: Vollformat ist 24×36mm und Halbformat, das 18×24mm belichtet. Natürlich verfügen die Diana Mini und LC-Wide noch über ein Quadratformat, das 24×24mm misst. Aber weil mittelformatige Filmrollen größer sind, hat man auch mehr Optionen. Die Entscheidung ist wichtig, weil sie ausschlaggebend dafür ist, wie viele Belichtungen auf eine Rolle passen. Für jedes Format habe ich ein paar Beispielbilder unten angefügt. Wichtig ist, 120 Film hat eine Rückseite aus Papier und 220 Film hat das nicht und außerdem doppelt so lang.

6×4.5: Wir beginnen mit dem kleinsten verbreitetem Format. Die Namen geben das belichtete Filmstück in Zentimeter statt Millimeter an. Das heißt, eine Belichtung misst 60×45cm. Das ist beinahe doppelt so groß, wie eine Vollformataufnahme auf 35mm Film. Das bedeutet, du erkennst sofort einen Unterschied in der Auflösung. Auflösung ist die Qualität der Detailabbildung eines Fotos, wenn man in verschiedenen Größen Abzüge macht. Was das Format besonders attraktiv macht, ist die Anzahl an Belichtungen, die man machen kann; nämlich 12 bei einer 120 Filmrolle und 30 bei einer 220 Filmrolle. Außerdem sind professionelle Kameras, die dieses Format belichten kleiner und zudem günstiger. Beispielsweise gibt es die Entfernungsmesserkameras der Fuji GS645 Serie, die Mamiya 645 und Bronica 546 SLRs, die Lomography Diana F+ und Holga 120 Kameas.

@sondyy + Mamiya 645, @whynotwinnipeg + Pentax 645, @eggzakly + Holga 120 GN

6×6: Vielleicht das bekannteste Format bei Lomography, wegen der Diana F+ und Holga 120 Serien, die dieses Format belichten können und das viele Lomographen auch nutzen. Diese Kameras waren auch schon in der vorherigen Gruppe, weil sie auch 6×4.5 Format belichten können. Beinahe alle TLRs und SLRs belichten auf 6×6, daher ist es auch sehr beliebt. In diesem Format bekommt man 12 Fotos auf einen 120 Film und 24 auf einen 220. Es ist verbreitet, weil viele wichtige, altmodische und technisch einwandfreie Kameras dieses Format belichten. Man bekommt einigermaßen viele Aufnahmen auf einen Film und man hat eine höhere Auflösung als bei 6×4.5 und die Kameras sind groß, aber noch hinreichend kompakt. Beliebte Kameras, die dieses Format belichten können, sind die Diana F+, Holga 120 Serien, Mamiya 6 Entfernungsmesser, Hasselblad SLRs, Pentacon 6, Yashica TLRs, Mamiya C TLRs und Rollei TLRs. Das ist außerdem das kleinste Format der neuen Belair X 6-12 Kamera. Anmerkung: kleine Quadratformate bei Lomography 35mm Kameras machen eine kleinere Belichtung als das 6×6 Format. Daher hat das letztere eine höhere Auflösung.

@atria007 + Holga 120CFN, @upic + Mamiya 6, @sebastainerras + Hasselblad 500 C/M

6×7: Auch hier bedeutet das größere Format eine höhere Auflösung (auch wenn der Unterschied nicht so groß ist, wie bei 6×6 und 6×4.5). 6×7 Format Kameras machen ein rechteckiges Foto, wie bei dem 6×4.5 Format. Der größte Vorteil des 6×7 Formats ist, das es genau auf 8×10 Fotopapier passt. Das Format ist also ideal für alle, die ihre Filme selbst Entwickeln und auch die Abzüge selbst machen. Bei diesem Format erhältst du 10 Bilder auf 120 Film und 21 bei 220 Film. Der einzige Nachteil dieses Formats ist, dass das Equipment schon ziemlich groß und schwer wird, aber wenn dir das nichts ausmacht, dann ist 6×7 die bessere Wahl für dich, als 6×6. Beliebte Kameras in diesem Format sind die Mamiya 7, Mamiya Press Serie (6×9 sind auch üblich), Mamiya RB und RZ67, Pentax 6×7, und Fuji GW670 Serie.

@bkspicture + Mamiya RB67, @mikahsupageek + Pentax 6×7 , @mattydk + Mamiya Press Universal

6×9: Dieses Format ähnelt 35mm am meisten, weil es doppelt so groß ist, wie 24×36mm. Wenn ihr sehr hohe Auflösung braucht, euch großes, schweres Equipment nicht stört und das Verhältnis von 35mm Format gefällt, solltet ihr das Format testen. Mit diesem Format erhältst du 8 Aufnahmen auf 120 Film und 18 auf 220 Film. Viele alte Faltkameras basieren auf diesem Format, auch das Mamiya Press System, die Fuji GW690 System und die neue Lomography Belair X 6-12.

@geltona + Fuji GW690, @nigelk + Zero Image Pinhole 6×9, @renrep + Moskva-5

6×12: Das ist das verbreiteste Panoramaformat. Man kann 6 Belichtungen bei einem 120 Film machen und 12 auf einen 220 Film. Kameras, die nur dieses Format haben, sind schwer zu finden. Viele Fotografen benutzten spezielle Aufsätze bei 4×5 Großformatkameras oder besondere Modelle, wie die Linhoff Technorama 612, Hroseman SW612 oder Noblex PRO 150 UX. Auch ein paar Lomography Kameras können das Format belichten: die Holga 120WPC, die Holga 120PAN und natürlich die Belair X 6-12.

@satomi + Lomography Belair X 6-12, @stouf + Holga 120PAN, @gundala + Art Panorama 170

Ich hoffe der Artikel war umfassend und verständlich. Im Prinzip solltest du dich je nach Budget, Motiv, Equipment und Bildauflösung für ein Format entscheiden.

geschrieben von nation_of_pomation am 2013-03-16 in #gear #tutorials #select-what-this-tipster-is-about #select-type-of-tipster #camera #tipster #tutorial #medium-format #6x4-5-6x6-6x7-6x9-6x12-120-220
übersetzt von wolkers

Ein Kommentar

  1. vivie
    vivie ·

    Im Format 6×4.5 auf 120 Film kann man 16 aufnahmen machen..

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