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Vielleicht kommt euch das bekannt vor: Der Freund eines Freundes oder wahlweise auch der Kollege eines Bruders/einer Schwester/des Nachbarn, der alte Herr aus dem zweiten Stock oder Willi aus der Kneipe sagt zu Dir: „Du machst doch Sachen mit sone alten Kameras, ich hab´ da noch eine gefunden, die kannste haben, die brauche ich/die Omma nicht mehr.“

  • Tags
  • Brand
    Beroquick
  • Name
    KB 135
  • Format
    35mm
  • Focus
    zone focus
  • Flash Types
    hot shoe
  • Advance
    coupled to shutter
  • Cable Release
    no

In Gedanken kreuzt man nun die Finger und skandiert lautlos das Mantra „Leica, Lomo, Rollei, Leica, Zorki, Lomo, Contax…“
Die Geschichte hat dann meist eines dieser beiden Enden: Man bekommt eine „Focus-free“ Plastik-Knipse, eine Autofocus-Kompaktkamera aus den Achtzigern oder etwas Ähnliches. Man lächelt und sagt brav „Dankeschön“ und überlegt gleichzeitig, wie man das Ding wieder loswird. Oder man bekommt eine Kamera wie die Beier Beroquick KB 135. Unscheinbar, einfach, „hat der Oppa mal in Ost-Berlin gekauft“.
Zuerst fällt auf, wie leicht die Beroquick ist. Dabei besteht sie nicht zum größten Teil aus Plastik sondern aus Aluminium.

Einstellen von Blende und Verschlußzeit erinnern stark an die Smena Symbol. Anhand der Filmemdfindlichkeit wird die Verschlußzeit eingestellt, die passende Blende wird mit Wettersymbolen gewählt. Schön illustriert wird hier die sogenannte „Sunny 16“ Regel: Verschlußzeit gleich ISO-Wert und Blende 16 wenn die Sonne scheint.
Bei der Beroquick funktioniert diese Einstellhilfe allerdings nur mit Filmen bis 100 Iso, die Auswahl an Verschlußzeiten ist mit B, 1/30, 1/60 und 1/125 Sekunde sehr beschränkt.

Der Fokus wird stufenlos manuell eingestellt. Bemerkenswert ist die Nahgrenze von 60 cm, man kann also schön nahe heran. Das Meritar 45mm, 1:2,8 liefert kontrastreiche Bilder mit smena-ähnlichen weichen Verläufen und warmen Farben.

Alles in allem ist die Beroquick eine Kamera, die viel zu lange ungenutzt und unterschätzt in meine Vitrine ihr Dasein fristete. Die Bedienung fühlt sich gut an, die Fotos enttäuschen nicht. Solche Kameras begegnen einem auf Flohmärkten, man übersieht sie leicht. Sollte man nicht, läuft euch eine über den Weg, schnappt sie euch. Oder fragt mal euren Nachbar/den Oppa/Willi aus der Kneipe.

Geschrieben von zark

2 Kommentare

  1. zark

    zark

    So sieht sie übrigens aus:
    http://www.beier-kam(…)_135_2.html

    vor fast 4 Jahre · Spam melden
  2. vitt

    vitt

    Beroquick? Diese Kamera ist doch eindeutig eine umgelabelte "beirette vsn"! Die wird auch noch öfter in der Bucht angeboten. Ich würde allerdings eher die beirette electronic empfehlen... ;-)

    Grüße aus Berlin
    Veit

    vor fast 4 Jahre · Spam melden