Eine Radtour in Schweden mit dem Neptune Convertible Art Lens System

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Ein kühles Eis schlecken, den heißen Sand zwischen den Zehen spüren oder einfach stundenlang in der Sonne brutzeln. Für viele klingt das nach dem wohl verdienten Sommerurlaub.

Doch unser Community - Mitglied @michaclimb hatte andere Pläne. Für ihn ging es letztes Jahr in das sommerliche Skandinavien. Mit der Kamera um den Hals reiste er auf dem Fahrrad durch Schweden, wodurch nicht viel Platz für Gepäck blieb. Dennoch fand das Neptune Convertible Art Lens System sowie eine Nikon FA und einiges an Filmen, darunter der Lomography Redscale XR und LomoChrome Purple, ihren Weg mit auf die Reise.

Der gebürtige Berliner ist ein alter Bekannter. Seine Fotos wurden bereits mehrfach in unserem Online Magazin gefeatured. So zum Beispiel 2020 in einem Beitrag über seine Landschaftsaufnahmen und im selben Jahr für seine Ostseebilder, die er mit dem Fantôme Kino B&W ISO 8 Film aufgenommen hat. In diesem Interview erfahren wir mehr darüber, wie er mit analogen Material arbeitet.

Von: michaclimb

Kannst du uns etwas über dich erzählen? Wie bist du zur Filmfotografie gekommen und warum fotografierst du bis heute?

Ich bin in meiner Jugend zum Fotohobby gekommen, wie, weiß ich nicht mehr genau. Ich hatte wohl damals schon den Zwang, alles festzuhalten und dabei alles selbst zu bestimmen. Die Postkarten waren nicht so schön und meistens war ich in der Natur unterwegs.

Was sind derzeit für dich die größten Hürden bei der analogen Fotografie?

Eigentlich werde ich beim Fotografieren nur durch die Zeit oder die eigene Kreativität reglementiert. Nicht alle Tage sind gleich. Wenn ich auf Fahrradtour bin, habe ich nicht immer Zeit, alle eventuell möglichen Blickwinkel abzulaufen, um das spannendste Bild zu schießen. Öfters sind hier die Fotos vom Blick von der einsamen Fahrradstraße auf die Landschaft gerichtet. Aber manche Aufnahmen brauchen Geduld, dabei teste ich auch die verschiedenen Brennweiten aus, die ich mühelos austauschen kann.

Ich kann meine Aufnahmen nicht selbst entwickeln, noch selbst scannen. Da bin ich abhängig vom Labor, leider.

Von: michaclimb

Wie sind deine Erfahrungen beim Fotografieren mit dem Neptune Convertible Art Lens System und was gefällt dir am besten daran?

Ich habe das System aus zwei Gründen gewählt. Ich bin erst 2019 zur analogen Fotografie zurückgekehrt. Nachdem ich ein paar Toycameras von Lomography gekauft hatte und es mir analog immer noch Spaß machte, legte ich mir eine Spiegelreflexkamera zu. Ich hatte schon da auf das Neptune-System geschielt und irgendwie sah es auch schräg aus.

Außerdem, all diese digitalen Apparate und neuen Objektive von der anderen Seite der Fotografie machen so scharfe Fotos, dass einem die Augen weh tun (na ja, nicht wirklich, aber vielleicht versteht ihr, was ich meine).Ich war begeistert von dem analogen Look, den eben nur Analog schaffen kann. Es gibt hier keine übertriebene Hyperschärfe und perfekt elektronisch ausbelichtete Fotos, die man noch nachträglich mit Presets überziehen kann.

Eine Kamera war schnell gekauft, ich brauchte nur noch Objektive. In meiner Freizeit bin ich sehr viel unterwegs. Ich toure auch schon mal für ein paar Wochen mit dem Velo und Zelt durch andere Länder. Deshalb begeisterte mich das Neptune-System sofort. Drei verschiedene Brennweiten, so kompakt, klasse. Ich hatte Glück, da ich es auf eBay günstiger kaufen konnte. Dadurch passt auch noch eine Sprocket Rocket oder Holga oder eine Lomo L-CA in meine Tasche. Ich bekam auch noch kleine Säckchen genäht, passend zu den kleinen Objektiven.

Ich bin begeistert!

Von: michaclimb

Kannst du uns mehr über dein Album Velo-Tour Schweden 2022 erzählen?

Bevor ich für eine Zeit weg fahre, fällt es mir immer schwer, die richtigen Filme auszuwählen. Die Entscheidungsfindung kann mehrere Tage dauern und zum Schluss bin ich mir immer noch unsicher...

Ich verschieße auch gerne alte abgelaufene Filme, von denen nicht alle gute Ergebnisse liefern. Das ist ein Risiko, was ich dabei eingehe. Aber diesmal hatte ich Glück, fast alle Fotos sind etwas geworden. Ich liebe diese unperfekten Bilder, bei denen sich die Farben stark verändern.

Bei dem Neptune-System ist mir inzwischen aufgefallen, dass die einzelnen Aufnahmen homogen und irgendwie leicht wirken. Sie bieten oft keinen sehr ausgeprägten Kontrast und manchmal je nach Film sind sie sogar sehr soft. Besonders bei verfallenen Filmen. Wenn ich aber etwas mehr Kontrast haben möchte, kann ich wie früher in analogen Zeiten auch bei der Ausentwicklung der Aufnahmen etwas Kontrast hinzugeben, inzwischen aber am Computer. Aber das nur im Rahmen der Möglichkeiten, die es auch früher schon gab.

Von: michaclimb

Irgendwelche Geschichten hinter den Fotos, die du teilen möchtest?

Ich mochte in Schweden besonders die Stege, die ins Wasser führen. Fast jeden Abend kamen wir an einem Campingplatz an, der am See lag. Sie waren unterschiedlich gebaut und die Wasserlandschaft war auch immer anders, aber das Fotomotiv zog mich überall an. Es ruft in mir eine sommerliche Stimmung hervor. Manchmal, wenn die Sonne mittags sehr weit oben steht, gibt es dieses gleißende Licht, welches sich in den Wellen bricht. Manchmal wird man richtig geblendet. Dagegen erzeugt die niedrige Sonne am Abend lange Schatten, das Wasser ist glatter und spiegelt die Umgebung wieder. Langsam kehrt Ruhe in einem ein.

Von: michaclimb

Wenn ich so ruhig auf dem Velo durch die Landschaften gleite, trifft man gelegentlich auf kleine, versteckte Gegenden. Das ist das besondere, was ich bei diesen Urlauben so schätze.

Diese kleinen Fleckchen Erde kennen nicht alle Menschen, sie sind verborgen und nur die Leute aus der Umgebung wissen von ihnen. Manchmal wirken sie sogar ein wenig verzaubert und mein größter Wunsch ist es, diesen Zauber einfangen zu können, was allerdings sehr schwer ist.

Wenn ich dann meine Fotoapparate auspacke, hoffe ich immer, dass ich gerade den richtigen Film eingelegt habe oder dass ich es dennoch schaffe, das besondere einzufangen. Da lasse ich mir Zeit.

Von: michaclimb

Besonders spannend war es auf dem Autofriedhof. Es lagen jede Menge alte Fracks im Wald herum. Das sind alles uralte Autos, überzogen mit einer Patina, verwittert durch Wetter und Zeit. Ich vergaß selbst die Zeit und stromerte stunden durch die Gegend, wechselte meine kleinen aufsteckbaren Brennweiten vom Neptune System, die ich in der Hosentasche verschwinden lassen konnte. Das war praktisch. Ich machte bisher noch nie so viele Aufnahmen von einem einzigen Ort.

Wie sich hier die Stimmung wohl verändert, wenn es dunkel wird? Es muss spooky sein...


Vielen Dank an Michael, dass er seine Geschichten und Bilder mit uns geteilt hat! Um auch seine weiteren Fotos zu sehen, besuche sein LomoHome.

geschrieben von sylvann am 2023-01-27 in #Kultur #Menschen #Orte #lomography-films #lomochrome #neptune-art-lens

Neptune Convertible Art Lens System

Mit dem Neptune Convertible Art Lens System bist du für alles bereit. Drei austauschbare Frontlinsenelemente mit Festbrennweiten von 35mm, 50mm und 80mm rüsten dich für jede Shooting Situation perfekt aus.

4 Kommentare

  1. michaclimb
    michaclimb ·

    @klawe das stimmt allerdings, es wäre eine spannende Ergänzung.

  2. drummond
    drummond ·

    warum gibt es das Neptune Lens Set nicht mit anderen Anschlüssen, Minolta , M42 ? Wenigstens Pentax PK müsste es geben !!!

  3. ckolter
    ckolter ·

    @drummond Verstehe deinen Unmut, aber ein analoger/digitaler Nikon oder Canon Kamerabody ist vergleichsweise einfach und günstig zu haben. Die Objektive hingegen sind im Vergleich mit der Neptune Serie oft teurer. Für andere Systeme besteht immer noch die Möglichkeit, einen Adapter zu nutzen.

  4. michaclimb
    michaclimb ·

    @drummond kann ich gut verstehen, ich habe auch noch eine analoge pentax. ich habe mich dann aber entschieden, mir eine alte Nikon zu kaufen, weil es sehr viele verschiedene objektive zur Auswahl gibt. Ist halt einfach so. wenn ich mehrere fotoapparate habe, kann ich sie mit verschiedenen Filmen bestücken, ist auch ok, für mich zumindest.

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