Berlin Underground - Unterwegs mit Anton Hangschlitt und dem Lomography Redscale

Verlassene U-Bahnwagons, ewiglange, unterirdische Gänge und erleuchtete, leere Räume zieren Anton Hangschlitt's Instagram und Homepage. Der in Berlin lebende Fotograf präsentiert altbekannte Orte in einem neuen Licht, vorsichtig komponiert und stimmungsvoll geladen. Für unser Magazin hat er den Lomography Redscale 35 mm Film getestet. Was dabei rausgekommen ist, siehst du hier.

© Anton Hangschlitt

Lieber Anton, willkommen im Lomography Magazin! Bitte erzähl uns erstmal ein bisschen von dir.

Hey! Es freut mich, dass ich hier sein darf. Ich bin Anton, 26 Jahre alt und lebe in Berlin.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Seitdem ich denken kann, fasziniert mich Fotografie. Ich hatte aber nie einen richtigen Zugang dazu gefunden. Ich hatte immer mal digital fotografiert, war aber nie zufrieden mit den Ergebnissen und der ganze Rattenschwanz an Nachbearbeitung hat mich nicht interessiert und eher abgeschreckt. Im Studium hatte ich dann im ersten Semester das Fach Fotografie, was mir dabei half, von Grund auf Fotografie zu verstehen. Dazu kamen dann noch ein paar Kommiliton:innen, die mir die Magie analoger Fotografie zeigten und dann kam eins zum anderen, sodass ich mir vor dreieinhalb Jahren meine erste analoge Kamera gekauft habe.

Warum analoge Fotografie?

Für mich ist analoge Fotografie sehr befreiend. Ich kann nicht sofort sehen, wie das letzte Foto geworden ist und kann mich so auf die Motive konzentrieren und kreativ unabhängiger denken. Dazu fühlt es sich jedes Mal wie Weihnachten an, wenn die Scans vom Labor kommen. "Sind die Bilder was geworden? Wie hat diese und jene Idee funktioniert?" Das ist jedes Mal ein tolles Gefühl.

© Anton Hangschlitt

Wie würdest du deinen Fotografie-Stil beschreiben? Was ist dein Hauptmotiv?

Mein Freundeskreis sagt immer (mit einem kleinen Lächeln), dass ich nur U-Bahnhöfe fotografiere. Da ist, ehrlich gesagt, auch etwas dran. Tatsächlich versuche ich Räume, die man bewusst oder unbewusst kennt, so darzustellen, dass sie ein neues Gesicht bekommen. Ich arbeite gerne mit Linien, Farbkontrasten, Perspektiven und versuche indoor die Lichtquellen wie Neonröhren und Laternen in die Komposition miteinzubeziehen.

Du hast den Lomography Redscale 35 mm für uns getestet. Wie gefallen dir die Resultate?

Ich bin begeistert! Für mich war der Film ein Experiment. Ich habe zuerst geschaut, wie sich Redscale in meiner gewohnten Umgebung verhält und bin fasziniert von der bedrohlichen Stimmung, die durch das Orange entsteht. Auf der anderen Seite wollte ich ausprobieren, wie ich mit dem Film in Tageslicht klarkomme und muss sagen, dass mir die Ergebnisse durch das verfremdete Farbspektrum sehr gefallen.

Mit welchem Equipment hast du die Fotos gemacht?

Ich habe die Fotos mit meiner Leica M6, gemacht. Zum Teil mit meinem "Immer-drauf-Objektiv", dem Voigtländer Nokton Classic S.C. 35mm F/1.4, vorallem aber mit dem Voigtländer Super Wide Heliar 15mm F/4.5, welches mir in letzter Zeit sehr viel Spaß bringt.

© Anton Hangschlitt

Würdest du beim nächsten Shooting mit dem Film was anders machen?

Ich habe den Film auf ISO 160 geschossen. Beim nächsten Mal werde ich versuchen, noch weniger Licht durchzulassen und auf ISO 200 zu belichten. So geht das Orange vielleicht noch mehr ins Rot und der Kontrast wird noch intensiver.

Hast du ein Lieblingsfoto aus der Serie?

Mit am besten gefällt das Foto im Treppenhaus mit den drei großen Fenster rechts. Der Gegensatz zwischen dem dunklen Raum drinnen und dem apokalyptischen Himmel draußen bringt eine interessante Stimmung.

Hast du Tipps für Redscale-Neulinge?

Den absoluten Geheimtipp habe ich nicht unbedingt. Der Film ist sehr speziell und steckt voller Überraschungen und ich denke, dass jede:r damit eigene Erfahrungen sammeln sollte. Zum Glück kommt der Film im 3er Pack. Da sollte man in jedem Fall die erste Rolle nutzen, um zu schauen, welche Belichtung am besten zum eigenen Stil passt. Für meine Art Fotos funktioniert die Belichtung bei ISO 160-200 am besten.

Gibt es kommende Projekte von dir, auf die man sich schon freuen kann?

Ich werde in nächster Zeit ein wenig reisen und mir neue Städte erkunden. Seid also gespannt auf andere Umgebungen!

© Anton Hangschlitt

Vielen Dank fürs schöne Interview Anton! Mehr von ihm findest du auf Instagram.

geschrieben von anna_attar am 2022-06-07 in #Ausrüstung #redscale #berlin #analoge-fotografie

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