Patrick Preiner's erste Eindrücke vom DigitaLIZA Max Scanning-Kit

Patrick Preiner ist begeisterter Amateur Analog-Fotograf und Mitglied des Wiener Fotokollektivs Die Rote Kammer. Fotografie kam erst relativ spät in sein Leben und nach einem digitalen Start folgte relativ rasch der Wechsel zum ausschließlich Analogen. Den gesamten Prozess mit seinen eigenen Händen durchführen und gestalten zu können fasziniert ihn und so ist es Patrick wichtig, vom Foto über den entwickelten Film bis hin zum Dunkelkammerabzug, alles selbst machen zu können. Für unser Magazin hat er unser DigitaLIZA Max Film-Scanning-Kit genauer unter die Lupe genommen.

© Patrick Preiner

Digicam Film-Scanning ist eine mittlerweile sehr populäre Art Filme zu scannen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Scan-Methode ist definitiv die Zeitersparnis gegenüber einer herkömmlichen Methode mittels Flatbed-Scanner. Berichte dazu finden sich viele im Netz. In der jüngsten Vergangenheit sind auch vermehrt Produkte zum Thema Digicam-Scanning am Markt erschienen. Ich bin sehr früh auf diesen Zug aufgesprungen, da ich, neben dem Filmentwickeln, eben auch meine Filme selbst scannen will, um alle Freiheitsgrade zu haben bzw. einfach wegen dem Willen an der Sache selbst. So ist es mir möglich, von Anfang bis Ende alles selbst bewerkstelligen zu können.

© Patrick Preiner

Erster Eindruck

  • überraschend klein und somit äußerst platzsparend
  • geringes Gewicht
  • kompakt zerlegbar
  • Batteriebetrieb möglich (2xAA)

Diese Attribute sprechen eindeutig für ein perfektes Mobil-System für Scans-On-The-Go

Verarbeitung

  • perfekt verarbeitete Materialien, hauptsächlich Kunststoff mit solider metallischer Grundplatte
  • perfekt aufeinander abgestimmte Module
  • Arretierung teilweise mittels Magnete bzw. Rasten
  • 2D-Positionierschlitten sehr flach und gut verschiebbar für präzise Positionierung des Ausschnittes
  • herausnehmbare 2-Achsen-Wasserwaage

Top Verarbeitung mit Gimmicks

© Patrick Preiner

Anwendung

  • Batteriebetriebene Lichtquelle mit sehr gut homogenem Licht, ausreichend hell
  • 120 Film - Filmvorschub manuell
    Feinjustierung durch Justage der Grundplatte möglich, nicht jedoch durch vor oder zurückschieben des Films, da dieser fest durch den Klappmechanismus eingeklemmt ist. Dies hat zumindest den Vorteil, dass der Film sehr flach und stabil eingespannt ist.
  • 35 mm Scans mit und ohne Sprockets möglich
  • 35 mm Filmvorschub mittels Antrieb/Drehrad

Besonderheit: Vorschub bereits direkt am Anfang des Einzugs! Einzigartig und unendlich praktisch beim Filmvorschub; top Design und echt glorreich durchdacht! Der nicht direkt übersetzte Antrieb hat allerdings den Nachteil, dass ein vor- und zurück transportieren des Films mit einem kurzen Leerlauf einhergeht, der beim Feinjustieren des Bildes mühsam sein kann.

  • Durchlichtausschnitt gut dimensioniert
© Patrick Preiner

Besonderheit: XPAN-Format tauglich!
Und somit äußerst Begrüßenswert, dass dieses doch eher ausgefallene Filmformat berücksichtigt wurde; Panoramascans sind somit problemlos durchführbar! TOP

  • Schneller Umbau zwischen 35mm Scans und 120 Film Scans

Der Direktvergleich zu einem vollständigen Negativ Supply Scan-System zeigt die Kompaktheit des DigitaLIZA Max - deutlich geringe Dimension und erheblich weniger Gewicht - ein stationärer Einsatz wie auch ein mobiler Einsatz ist somit möglich. Der Aspekt der Mobilität ist neu und durchaus innovativ! Erhöht die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten durchaus.

© Patrick Preiner

Fazit

Der DigitaLIZA Max - ein perfekter Begleiter für On-The-Go Film-Scans, der leicht in jede etwas größere Fototasche oder Rucksack passt und dazu nicht nennenswert im Gewicht aufträgt. Für alle Film-Nerds, die immer und überall ihre Negative scannen wollen. In Kombination mit einer Lab-Box ein durchaus schlau durchdachtes Konzept bei dem man fast Weegee-Style-mäßig auf der Straße unterwegs sein kann und sein Fotolabor im Rucksack mit dabei hat (da braucht es gar nicht den Kofferraum eines 1940er Chevys). SHOOT-DEVELOP-SCAN-POST, wo immer man sich gerade befindet. Also mobiler Einsatz im Urlaub, auf Reisen und schlicht unterwegs.

Stellt sich nur die Frage, sollte man nicht selbst entwickeln, sondern seine Filme ohnehin ins Labor bringen, warum dann nicht auch gleich scannen lassen und die fertigen Scans einfach downloaden - naja, da ist dann immer noch die Sache mit den Sprockets - ja, die schauen auf dem ein oder anderen Foto einfach toll aus und die können durchaus zusätzlich mit dem DigitaLIZA+ nachgeholt werden! Verwendungszweck gesichert! Fertig!

© Patrick Preiner

Ob dieses System mein bisheriges ersetzten wird, kann ich verneinen - meine Anwendung ist hauptsächlich im Archivieren, also Scannen aller gerade entwickelter Filme in Chargen, typischerweise zw. 20-30 Farbfilmrollen bzw. 15-20 Schwarz-Weiß-Filmrollen auf einmal. Die Option mit Smartphone zu scannen und umzuwandeln scheint mir eher als „weitere Möglichkeit“ für einzelne oder wenige Scans unterwegs. Damit findet der DigitaLIZA Max wohl für mich eher als Zusatzoption zu meiner Scan-Station seine Berechtigung. Vorteile bringt er ja einige mit, denn der im Handumdrehen erledigte Aufbau ist schon fein. Die Fotobearbeitung am Handy ist mir allerdings viel zu mühsam und das notwendige Konvertieren der Negative zu Positiven bei weitem aufwendiger als Stapelverarbeitungen mittels Lightroom und Co.

Das „kleine Teil“ ist aber eine Augenweide, mit viel Liebe zum Detail erfreut man sich an all seinen Ecken und Kanten - mit High-End wirkender Material- und Farbgestaltung sowie netten Sprüchen macht sein Einsatz doppelt viel Freude. In diesem Sinne - Let’s Roll Together!


Wir danken Patrick für diesen ausführlichen Bericht, wenn du mehr von ihm sehen möchtest, folge ihm auf Instagram oder besuche seine Homepage . Einen Artikel über die Rote Kammer Wien findest du hier .

geschrieben von anna_attar am 2022-03-22 in #Ausrüstung #Anleitungen #digitaliza-max

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