Zwischen tätowierter Haut, Natur und Modefotografie - Fotografin Verena Frye im Interview

Mode- und Portraitfotografin Verena Frye schafft wunderbar ausdrucksstarke und dennoch sanfte Porträts mit Attitüde. Beim Fotografieren zwischen São Paulo und Berlin, gelingt es ihr auf einzigartige Weise, ihre oft stark-tätowierten Modelle nahtlos in die natürliche Szenerie einzufügen. Für unser Magazin hat sie den LomoChrome Metropolis Film getestet und sich mit uns über ihren Werdegang und ihr Fotobuch unterhalten.

Liebe Verena, willkommen im Lomography Online Magazin! Bitte erzähle uns erstmal ein bisschen von dir.

Mein Name ist Verena Frye und ich bin freie Fotografin. Hauptsächlich bewege ich mich in der Mode- und Porträtfotografie. Ich bin Deutsch-Brasilianerin, in Berlin geboren und aufgewachsen und habe dort auch mein Fotografie-Studium am Lette-Verein abgeschlossen. Danach, habe ich ein Praktikum beim Fotografen Rankin in London absolviert und arbeite nun zwischen Berlin und São Paulo. 2020 habe ich mein erstes Fotobuch Descriptive Anatomy veröffentlicht.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich habe schon als Kind und Jugendliche viel fotografiert, aber nie gedacht, daraus eine Karriere zu machen. Ich war mit sechzehn Jahren sehr darauf aus, etwas zu finden in das ich meine Zeit und Leidenschaft investieren könnte, bis sich jemand Fotografien von mir angeschaut hat und meinte ich könne doch Fotografin werden. Da hat es bei mir "klick" gemacht und ich habe mich dafür entschieden.

Hast du Vorbilder, die dich besonders beeinflusst haben?

Vorbilder würde ich nicht sagen, aber es gibt viele Fotografen, die ich sehr schätze und ich habe zu Hause eine große Sammlung an Fotobüchern. Um ein paar Fotografen aufzuzählen: Paolo Roversi, Sarah Moon, Irving Penn, Tim Walker, Fred Herzog, Peter Lindbergh, William Eggleston, Diane Arbus.

Gibt es zeitgenössische Kolleg:Innen, die du besonders herausragend findest?

Es gibt zurzeit einfach so unglaublich viele gute, junge Fotografen. Welche, die mir sofort in den Sinn kommen sind: Tyler Mitchell, Deana Lawson, Micaiah Carter, Nadine Ijewere und ich liebe auch die Arbeiten meiner sehr guten Freunde Gleeson Paulino und Clara Nebeling.

© Verena Frye

Fotografierst du lieber analog oder digital?

Ich bevorzuge analoge Fotografie und fotografiere so gut wie alle meine freien Projekte analog. Oft schaffe ich es auch Kunden davon zu überzeugen, in Film zu investieren. Wir haben im Fotografie-Studium hauptsächlich analog fotografiert und auch die Positiv- und Negativentwicklung machen müssen. Am Anfang hat mich der hauptsächliche Fokus auf analoger statt digitaler Fotografie etwas gestört, doch nun ist es eindeutig meine präferierte Arbeitsweise.

In deinen Arbeiten finden sich oft tätowierte Modelle wieder. Hast du einen besonderen Zugang zu Körpermodifikationen?

Ich habe sieben Jahre an meinem Fotobuch "Descriptive Anatomy" gearbeitet, für welches ich tätowierte Hände porträtiert habe. Dadurch habe ich sehr viele stark-tätowierte Menschen kennengelernt und da oft die Modelle meiner freien Arbeiten Freunde und Bekannte sind, ist es dazu gekommen, dass sich viele dieser in meinem Portfolio wiederfinden.

Kannst du uns ein bisschen mehr von deinem Buch erzählen?

Alle Fotografien wurden analog auf schwarz-weißem Film fotografiert. Ich habe dafür eine Mittelformat-Kamera verwendet. Jede Person hält für das Foto einen Gegenstand, der sie repräsentiert in den Händen. Der Betrachter soll versuchen sich ein Bild der Person zu machen, indem er nur die Hände, Tätowierungen und den Gegenstand betrachtet und interpretiert. Ich habe das Buch nach einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne und mit Hilfe von Sponsoren selbst verlegt. Das Buch ist auf meiner Webseite zum Kauf erhältlich.

© Verena Frye

Fotografierst du lieber drinnen oder draußen?

Ich bevorzuge es, draußen zu fotografieren. Ich liebe es Modelle mit der Umgebung zu kombinieren und mit ihr interagieren zu lassen. Ich mag natürliches Licht und mir macht es großen Spaß, Locations für Shootings zu suchen. Oft gibt mir ein Ort den Anreiz und die Inspiration für eine Strecke. Das heißt aber nicht, dass ich nicht auch gerne im Studio und mit künstlichem Licht fotografiere.

Wo sind diese Aufnahmen entstanden?

Die Fotos dieser Strecke sind in einem koreanischen Garten entstanden.

Mit welcher Kamera und welchem Objektiv wurden die Aufnahmen gemacht?

Die Fotos wurden mit einer Pentax Spotmatic F und einem Takumar 55mm F1.8 Objektiv aufgenommen.

© Verena Frye

Wie gefällt dir das Ergebnis?

Ich bin sehr zufrieden mit den Resultaten. Ich habe beim Konzipieren der Fotos, die Farben des Metropolis Films, als Inspirationsquelle genommen. Ich finde der Film verleiht den Fotografien etwas Mystisches.

Würdest du etwas anders machen, wenn du nochmal mit diesem Film fotografieren würdest? Hast du Tipps für unsere Community?

Es ist wichtig, den Film in einem guten Labor scannen zu lassen, da die Farben und der Kontrast bei diesem Film ausschlaggebend sind. Im besten Fall scannt man den Film selbst, dann hat man auch die Möglichkeit etwas zu experimentieren und für einen selbst das beste Ergebnis zu erzielen. Wenn man die Fotos selbst positiv entwickelt, wäre dies natürlich ideal.


Wir bedanken uns bei Verena Frye für das schöne Interview. Wenn du mehr von ihr entdecken möchtest, folge ihr auf Instagram oder besuche ihre Homepage .

Model: Lyra Von Rose
Hair & Make-Up: Josi van Kit

geschrieben von permanent_vacation am 2022-03-10 in #Ausrüstung

LomoChrome Metropolis 35 mm ISO 100–400

Dieser Film ist ausgestattet mit einer einzigartigen chemischen Mischung die speziell in unserer Lomography Manufaktur hergestellt wird um Farben zu entsättigen, Töne zu dämpfen und Kontraste zu stärken.

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