Lomography Newcomer Walras nimmt uns mit auf eine Reise durch Berlin

Wir werfen einen Blick in das wunderbare LomoHome von Lomography Newcomer Walras aka. Rasmus de Boer aus Dänemark. Der 24-jährige fotografiert erst seit einem Monat und die Fotos von seiner ersten Rolle Film sind schon wahre Meisterwerke. Wir haben Rasmus über seine Inspiration, seine bisherigen Erfahrungen mit der analogen Fotografie und seine Tipps für Neulinge befragt.

Hallöchen Rasmus alias Walras und willkommen beim Lomography Magazine! Könntest du uns ein wenig über dich erzählen?

Ich bin ein 24-jähriger Journalismus-Student, Ende August starte ich mit meinem Master. Ich betrachte mich eigentlich nur als Hobbyfotograf und habe erst vor kurzem mit der 35 mm Filmfotografie begonnen. In der Vergangenheit habe ich hauptsächlich digital fotografiert, aber in den letzten Jahren hatte ich eine kleine Durststrecke und habe nur dann fotografiert, wenn es für mein Studium relevant war.

Wie hat es dann mit der Filmfotografie angefangen?

Es hat erst vor ca. einem Monat angefangen! Die Bilder aus Berlin sind tatsächlich von meiner ersten Rolle Film. Ich habe auch noch eine Rolle Schwarz-Weiß-Film, die ich noch nicht ganz voll geschossen habe, es wird also spannend sein zu sehen, was dabei herauskommt! Seit ich vor etwa vier Jahren die Canon meines Vaters geerbt habe, wollte ich mich mit diesem Medium beschäftigen. Ich habe dann aber erst im vergangenen Juli meinen ersten Film gekauft. Dabei hat mich mein Cousin begleitet, der sich sehr für alte Kameras und Filmfotografie interessiert, und er hat mir bei den Grundlagen geholfen, auch wenn die Canon EOS-5000 (zu meinem Glück) das meiste "technische" für mich erledigt.

Mir macht die Filmfotografie Spaß, weil es einfach eine schöne Abwechslung zu der permanenten Bildbeschallung in den sozialen Medien (insbesondere Instagram) ist. Man denkt viel mehr über die Komposition nach und ist gezwungen, sich Zeit für das Foto zu nehmen, wodurch man seine Umgebung mehr wahrnimmt, als wenn man nur mit dem Handy fotografieren würde. Es war auch eine schöne Erinnerung an die Zeit, als meine Eltern mir eine Einwegkamera zum Reisen geschenkt haben, und an die Aufregung, wenn man sich dann endlich die Bilder ansehen kann, die man mit nur einer vagen Erinnerung an die Szene gemacht hatte.

Was ist dein Lieblingsfoto das du bisher gemacht hast?

Tatsächlich ist mein Lieblingsbild von der Reise, dieses von meinem Cousin. Ich habe es nicht in mein LomoHome hochgeladen, weil ich glaube, dass beim Scannen irgendetwas schief gegangen ist (wie man oben auf dem Scan sehen kann). Ich muss mir die Negative besorgen, um mir das selber mal anzusehen. Es wurde nach ein paar Bierchen im "Das Haus der 100 Biere" geschossen. Mein Cousin meinte, es war nicht hell genug für einen 160er Film, und ich schätze, es ist ein bisschen unterbelichtet...aber er benutzt es jetzt als Profilbild auf Facebook, also nehme ich das als gutes Zeichen!

Was mich überrascht hat, ist das Bild, dass auf Lomography die meiste Aufmerksamkeit bekommen hat. Es stammt aus dem Capsule-Hotel, in dem wir übernachtet haben, und ist wieder einmal viel zu unterbelichtet. Mir gefiel die Idee, etwas futuristisches mit einem Medium aus der Vergangenheit zu fotografieren - es sieht irgendwie aus wie eine Szene aus einem alten Science-Fiction-Film.

Gibt es ein bestimmtes Lied, das dir sofort in den Sinn kommt, wenn du dir die Bilder von Berlin ansiehst?

Ein Straßenkünstler namens Tribal Need spielte im Mauerpark elektronische Klänge mit einem Synthesizer, einem dieser Kinderkeyboards und einem Didgeridoo - das war ziemlich wild. (Den Mauerpark kann generell sehr empfehlen)

Für die Bilder, die du gepostet hast, hast du den den Kodak Portra 160 verwendet - was gefällt Ihnen daran und gibt es einen anderen Film, den du besonders spannend findest?

Ich war bei meinem örtlichen Fotogeschäft auf der Suche nach einem Film mit ISO 200, aber sie hatten keinen. Da war der (teure) Portra 160 einfach der nächstbeste, also musste ich mich damit begnügen. Das Ergebnis gefällt mir, und mein Cousin sagt, die Bilder sähen scharf aus. Aber seien wir ehrlich, ich weiß nicht wirklich, wovon ich rede, also werde ich es vermeiden, etwas zu sagen, nur um cool zu klingen.

Was wäre dein #1 Tipp für alle, die mit Filmfotografie starten möchten?

Verwende einfach die Kamera, die du hast. Im Internet wird oft zu einer Canon AE-1 geraten...ich bin mir sicher das ist eine großartige Kamera ist, aber wenn du einfach mal ein bisschen probieren willst, haben deine Eltern oder jemand, den du kennst, sicher noch irgendwo eine Kamera herumliegen! Ich war mit der EOS-5000 erfolgreich - sie ist halt aus Plastik und fühlt sich billig an, aber sie ist vollautomatisch oder man kann die Shutter Priotity verwenden, wenn es dunkel ist.

Vielen Dank für deine Antworten lieber Rasmus - wir sind schon super gespannt wohin deine weitere analoge Reise gehen wird! Wenn du mehr von Rasmus sehen willst dann schau doch auf seinem Instagram vorbei!

geschrieben von kathi-la am 2021-09-12 in #Menschen #Orte

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