Architektur auf Knopfdruck - das LomoGraflok zu Besuch in Zürich bei Daniel Kobi

Daniel Kobi, aka @kobiflex , ist Grafiker, Art Director und Fotograf aus Zürich. Besonders hat es ihm die Großformatfotografie angetan und da stand es außer Frage, ob er das LomoGraflok 4x5 Instant Back ausprobieren würde. In diesem Artikel teilt Daniel seine Ergebnisse und Erfahrungen mit diesem einzigartigen Instant Back, also lehn Dich zurück und lass Dich inspirieren.

© @kobiflex

Hallo Daniel und willkommen im LomoMagazin! Wie hat Deine Reise mit der (analogen) Fotografie begonnen? Was bedeutet Analogfotografie für Dich?

In den 90ern, noch vor dem Aufkommen der Digitalkameras, fotografierte ich mit einer Lomo, welche ich in der damaligen DDR gekauft hatte. Ich fotografierte meist spontan und aus Spaß. Lust auf analoge Fotografie bekam ich erst im Frühjahr 2015 wieder, als ich eine Rolleiflex im Schaufenster eines Fotogeschäfts sah und spontan kaufte. Schnell wurde das Fotografieren mit alten Kameras zu einem Obsessiönchen. Es kamen nach und nach weitere klassische Kameras hinzu und bald musste eine Dunkelkammer zum Entwickeln und Vergrößern her. Ich begann mein berufliches Pensum zu reduzieren und 80% zu arbeiten, um mehr Zeit für mein neues Hobby zu haben.
Analoge Fotografie bedeutet einen handwerklichen Ausgleich zum rein digitalen Gestalten in meinem Beruf als Grafiker. Vor allem aber ist es ein intensivere Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der eigenen Umgebung, sei es in der Stadt oder in der Natur. Seit ich oft eine analoge Kamera dabei habe, beobachte ich meine Umgebung viel intensiver. Wie sie sich verändert, wie das Licht und die Jahreszeiten sie verändert und wie sich die Menschen in ihr bewegen. Analoge Fotografie hilft definitiv Auge und Wahrnehmung zu schulen. Film kostet und bei Mittelformat sollte die Bildkomposition in einem Schuss sitzen. Das Abdrücken geschieht dadurch viel bewusster als mit einer digitalen Kamera.

© @kobiflex

Wie lange fotografierst Du schon mit einer Großformatkamera? Erinnerst Du Dich an Dein erstes Großformat-Foto?

Seit 2017. Das erste Bild war eine blue hour Nachtaufnahme vom Zürichsee bei Vollmond. Ganz okay, nichts Besonderes. Hauptsache, die Belichtung stimmte und die alte Linhof Kardan Color funktionierte.

Was gefällt Dir am besten an der Aufnahmeerfahrung mit einer Großformatkamera? Wie unterscheidet es sich vom Fotografieren mit 35mm oder Mittelformat?

Es unterscheidet sich natürlich sehr. Da Aufbau und Einstellung der Kamera 10 Minuten oder länger dauern, fallen schon mal alle spontanen Motive und Situationen weg. Und ohne Stativ geht’s auch nicht. Deshalb verwende ich 4x5“ vor allem für Aufnahmen entweder von einem bestimmten Standort aus oder innerhalb eines kleineren Bewegungsradius’. Ich bin ja immer zu Fuß unterwegs. Nachdem die Kamera auf- und eingestellt ist, kann es sein, dass ich sehr lange auf bestimmte Lichtsituationen warte. Es ist das genaue Gegenteil von Point & Shoot und hat etwas sehr Bedächtiges, ähnlich wie die Arbeit mit einem Vergrößerer in der Dunkelkammer.
Außerdem weckt eine schöne große alte Kamera immer das Interesse von Passanten oder Wanderern. Es ist fast unmöglich, nicht ins Gespräch mit den Leuten zu kommen, egal ob jung oder alt. Und die sind jeweils begeistert, dass es diese Art von Fotografie noch gibt, oft sogar erstaunt.

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Du hast unser neues Graflok Instant Back getestet. Was waren Deine Erfahrungen damit, wie hat es Dir gefallen?

Erst war ich ein bisschen skeptisch, da ich Fuji Instax nicht gut kannte. Das hat sich aber gelegt, sobald ich ein Gespür bekommen habe, wie dieser Film so „tickt“. Da gerade schönes Wetter war und der Film seine Qualitäten dann besonders gut auszuspielen scheint, habe ich möglichst bunte Motive gewählt und diese ganz leicht überbelichtet. Das verlieh den Bildern etwas Sanftes und Pastelliges. Zu meinem Erstaunen haben sie mir nach dem Scannen groß auf dem Monitor sogar noch besser gefallen. Die leichte Unschärfe wurde dadurch noch sichtbarer, was mir ausgesprochen gut gefiel, genauso wie das schöne Korn. Die Motive mögen zwar formal streng und grafisch sein, haben aber trotzdem etwas sanftes, malerisches.

© @kobiflex

Der engere Ausschnitt des Instax Wide Formats, der ja nur einen Teil der 4x5“ Fläche nutzt, gefällt mir auch sehr gut. Das längliche Format wirkt elegant. Ich empfinde es nicht als Einschränkung. Und natürlich ist es super, dass man endlich einen unbeschränkt verfügbaren und relativ preiswerten Instant Film für 4x5“ Kameras verwenden kann. Sowas gibt es ja gar nicht mehr, außer man verwendet alte abgelaufene Trennfilme. Nebst eigenständigem künstlerischen Stilmittel dient der Instax Film ausgezeichnet als Belichtungskontrolle. Da man eine 1/4 Blende Unterschied bereits recht gut sieht, kann man die Belichtung perfekt einstellen, wenn man danach einen Negativ- oder Diafilm einlegen möchte. Die spezifische Vorteile von Tilt und Shift bei einer 4x5“ Kamera konnte ich bei diesen relativ entfernten Motiven noch nicht nutzen. Durch das schöne Wetter und die hohe Empfindlichkeit von ISO 800 musste ich mit sehr kleiner Blende arbeiten. Bei nächster Gelegenheit und diffuserem Wetter werde ich das ausprobieren.

© @kobiflex

Du hast wundervolle Street/Architekturaufnahmen gemacht – hat es Deinen Prozess beeinflusst, dass die Fotos auf Instant Film entstanden sind?

Danke! Ja, insofern dass ich Ausschnitt und Belichtung jeweils gleich korrigieren konnte bis mir das Ergebnis optimal schien. Bei einer Großformat sieht man das Bild auf der Mattscheibe ja immer auf dem Kopf und man erkennt keine Details. Ein Instant Film hilft da natürlich sehr für die optimale Einstellung.

Welchen Rat würdest Du Fotografen geben, die das Graflok Instant Back zum ersten Mal ausprobieren möchten?

Entweder draußen bei guten, hellen Lichtverhältnissen oder drinnen mit Studioblitz zu arbeiten. So spielt der Instax seine Stärken am besten aus. Gewöhnliches Kunstlicht und low light - wie z.B. Dämmerung - mag er offenbar nicht. Oder ich hab’s einfach nicht hingekriegt. Ansonsten trial & error. Instax geht ja nie aus und ist mancherorts sogar im Supermarkt erhältlich. Da der Instax Film bereits nach 2 Minuten entwickelt ist, sieht man das Ergebnis relativ rasch und man kann reagieren und Korrekturen vornehmen. Nach meiner Erfahrung entwickelt er allerdings innerhalb der ersten Stunde etwas nach und wird noch dunkler. Deshalb würde ich tendenziell überbelichten und nie unterbelichten.

© @kobiflex

Zuguter letzt: Hast Du ein paar inspirierende Worte/Tipps für unsere Leser?

Früher hat man Trennfilme v.a. als Kontrollmittel für Belichtung und Bildkomposition verwendet. Als eigenständiges Stilmittel wurden sie eher weniger angesehen. Heute weint man den alten Trennfilmen aber genau aufgrund ihres eigenständigem Looks nach. Das LomoGraflok Instant Back bietet eine neue kreative Möglichkeit als Stilmittel für 4x5“. Instax ist nicht so detailliert und feinkörnig wie die alten Trennfilme, etwas kleiner im Format und hat eine andere Ästhetik. Aber es lohnt sich, seine Qualitäten und seine ihm eigene Ästhetik herauszufinden. Außerdem eignet es sich bestens für 4x5“ Einsteiger, da man erst mal probieren kann, bevor man Negative oder Dias verschießt.

Portrait von Daniel | © @kobiflex

Vielen Dank an Daniel, dass er seine Aufnahmen und Erfahrungen mit uns geteilt hat! Schau auch auf seinem Instagram Profil vorbei und lass Dich inspirieren!
Und wenn Du Lust auf Sofortbildfotografie im Großformat bekommen hast, dann solltest Du unbedingt im Shop vorbei schauen und Dir Dein eigenes LomoGraflok 4x5 Instant Back sichern!

geschrieben von alinaxeniatroniarsky am 2021-05-23 in

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