Eine analoge Skatesession in Wien mit Sophie Köchert

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Das Skateboard hat die österreichische Fotografin Sophie Köchert auf die eine oder andere Weise schon lange begleitet. Nun wurde es ganz automatisch zum Thema ihrer neuen Serie, die Einblicke in eine Szene gibt die die Stadt zur Spielwiese macht und sie mit ganz anderen Augen erkundet. Also lehn Dich zurück und lass Dich auf eine Reise auf Rollen quer durch Wien entführen.

© Sophie Köchert
© Sophie Köchert

Sophie wuchs am Traunsee auf, zog aber schon im Alter von zehn Jahren nach England, wo sie den ersten Kontakt zur Skateszene hatte. Das Skateboard half damals Anschluss zu finden in der neuen Schule und die Sprachbarriere zu überwinden. Mit 17 brach sie die Schule ab, arbeitete als Snowboardlehrerin und reiste einige Jahre. 2012 Musste sie operiert werden und verbrachte deshalb den Sommer wieder in Österreich, wo sie einen zweiwöchigen Fotografiekurs in der Sommerakademie von Eva Schlegel belegte. Die Erfahrung brachte dann auch den Entschluss ein Fotografiestudium zu beginnen, welches Sophie an der Neuen Schule für Fotografie in Berlin absolvierte.

© Sophie Köchert
© Sophie Köchert

Ihre ersten analogen Schritte begann Sophie mit dem Kauf einer alten Minolta am Wiener Neubaugassen-Flohmarkt. Neben dem Fotografiestudium arbeitete sie dann unter anderem als persönliche Assistenz für Vitali Gelwich, wo sie endgültig der analogen Fotografie verfiel.

© Sophie Köchert

Seit Februar lebt Sophie wieder in Wien, wo das Skaten ganz von selbst zum Thema ihrer neuen Serie wurde - und ganz besonders interessieren sie dabei die Mädels, die sich langsam aber sicher ihren Platz in der Szene erobern.

"Total meditativ beim zusehen und so eine schöne Mischung aus derb und weich. Das furchtlose hat mich immer total fasziniert, darum fühl ich mich vermutlich so verbunden."
© Sophie Köchert

Eigentlich ganz zufällig lernte Sophie hier in Wien dann eine Skategruppe kennen, die sich die Brettl Bande nennt und die sie für diese Serie abgelichtet hat. Sie versuchen vor allem für Mädels eine Umgebung zu schaffen, in der man skaten lernen und gemeinsam Zeit verbringen kann:

Zitat Brettl Bande: "Die Brettl Bande wurde aus dem Bedürfnis nach einer Gemeinschaft geboren und aus dem Wunsch heraus, einen Raum für womxn, queer, trans- und gender-nonconforming people zu schaffen, Ideen auszutauschen und gemeinsam zu skaten. Egal ob man schon einige Tricks auf Lager hat, oder die Skateszene gerade noch erkundet.
Es erfordert viel Mut und Engagement, auf ein Skateboard zu steigen, denn es fordert sowohl geistig als auch körperlich. Aber jeder hat mal angefangen und weiß wie es ist, neu zu sein in der Szene. Dieses Gefühl ist für womxn/LGTBQ+ noch extremer. Obwohl wir heute mehr Frauen auf Skateboards sehen, ist die Skateszene immer noch von cis-Männern dominiert. Wir hatten das Gefühl, uns gegenseitig zu brauchen - zur gegenseitigen Motivation aber auch um unseren Platz zu zu finden und in Anspruch zu nehmen. Skateboarden ist eine Einzelsportart, aber wir lernen oft im Kollektiv."
© Sophie Köchert

Sophies Tipp für angehende und Vollblutfotografen:

"Nimm Dir eine Kamera, dreh die Musik auf und probier Dich aus. Lerne Deine Stadt kennen und finde heraus, was Dich inspiriert."
© Sophie Köchert

Vielen Dank an Sophie für die wundervollen Fotografien und Ihre Gedanken zur Serie. Folge ihr auf Instagram oder schau auf Ihrer Website vorbei und lass ein bisschen Liebe da <3

geschrieben von alinaxeniatroniarsky am 2020-11-20 in #Kultur #Menschen

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