Isabel Malia's industrielle landschaften auf Lomography CN 400

Die Quarantäne zwang uns zum Backen, zur Gartenarbeit und zum Training in unseren klitzekleinen Wohnungen, aber für Isabel Malia war es die perfekte Gelegenheit, die Filmfotografie auszuprobieren. Ursprünglich aus Boston und heute in New York City ansässig, hatte sie schon immer eine künstlerische Ader: Vom Zeichnen mit 9 Jahren, über Acrylmalerei mit 12 und Digitalfotografie mit 17 Jahren fiel sie schließlich im März 2020 dem Analogfieber anheim. Sie fotografiert Landschaften, sowohl natürliche als auch urbane, und experimentiert mit Filmen, die manchmal so alt sind wie die Gebäude, die sie fotografiert. Wir sprachen mit ihr über ihre bisherigen Erfahrungen mit Film, insbesondere mit dem Lomography CN 400 sowie über ihre zukünftigen Projekte und Vorhaben.

© Isabel Malia

Hey Isabel! Kannst Du uns erzählen, wie Du zur Fotografie gekommen bist? Besonders zur analogen Fotografie?

Ich begann, als ich im ersten Studienjahr am College war. Ich kaufte mir eine billige DSLR und fing einfach an zu fotografieren. Meine analoge Faszination begann im März während der Quarantäne. Alle meine Freunde fotografieren analog und wenn sie nicht all meine Fragen beantwortet hätten, wäre ich wahrscheinlich nie dazu gekommen! Meine erste Filmkamera war eine Lubitel 166B, die jetzt meine erste Kamera ist.

Was fotografierst Du am liebsten?

Am liebsten fotografiere ich Landschaften, Vintage-Objekte und alte Gebäude. Sie haben etwas an sich, das so besonders ist, dass es einen ganzen Film wert ist. Es ist auch interessant, wenn ich Gebäude und Autos fotografiere, die genauso alt sind wie die Filmkameras, die ich benutze!

© Isabel Malia

Woher nimmst Du Deine Inspiration?

Ich schöpfe einen großen Teil meiner Inspiration aus Dingen, die alt sind und mich wahrscheinlich überleben werden. Es hat etwas Demütigendes, sich hundert Jahre alte Gebäude und Objekte anzuschauen, die es schon vor meiner Geburt gab und die noch lange nach meinem Tod dort bleiben werden.

Hast Du aus der Serie, die Du uns geschickt hast, ein Lieblingsfoto? Kannst Du uns die Geschichte dahinter erzählen?

Mein Favorit müsste die minimalistische Aufnahme der MGC sein. Das war meine erste Rolle, also hatte ich nicht erwartet, dass sie gut sein würde. Damals hatte ich mich auch mit den Funktionen meiner Kamera vertraut gemacht. Sie ist mein Favorit wegen ihrer minimalistischen Komposition, aber auch, weil das Auto ein Geschenk an meine Mutter war. Es gibt weniger als 400 dieser Autos auf der Welt. Ich dachte, es sei besonders genug, um mein erstes Fotoobjekt zu sein.

© Isabel Malia

Obwohl auf den Bildern, die Du geschickt hast, keine Menschen zu sehen sind, scheinen sie alle einen Charakter und eine Persönlichkeit zu haben. Wie machst Du das?

Meine leblosen Sujets haben normalerweise ihre eigenen Geschichten. Sie haben eine Geschichte, die sich in ihrer Gelassenheit zeigt. Zwischen rostigen Autos und alten Gebäuden können sie alle für sich stehen. Deshalb ergeben sie so interessante Filmthemen!

Hast Du zukünftige Projekte, nach denen wir Ausschau halten sollten?

Demnächst werde ich eine Serie von Fotos veröffentlichen, die mit meiner 117 Jahre alten Filmkamera aufgenommen wurden! Sie funktioniert kaum, und die Ränder sind etwas rau, aber die Tatsache, dass eine so alte Kamera überhaupt noch funktioniert, ist für mich erstaunlich.

© Isabel Malia

Hast Du irgendeinen Rat, den Du einem Fotografen geben kannst, der einen Film ausprobiert?

Gehe es langsam an. Der Film wird Dir während seines intimen Prozesses Geduld beibringen. Im heutigen Zeitalter der Sofortbildfotografie ist es leicht, sich mitreißen zu lassen. Nimm Dir einfach Zeit, und er wird Dir zeigen, wie Du ein besserer Künstler wirst. Der einzige Weg, gut darin zu werden, ist zu üben!


Besuchen Sie ihr Instagram oder ihre Website, um mehr über Isobels Arbeit zu erfahren.

geschrieben von tamarasaade am 2020-09-29 in #News #Menschen

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