Laetitia Duveau über ihre Sofortbild-Serie "Body Language"

Der ein oder andere Leser kennt sie vielleicht schon – Laetitia Duveau, die Kuratorin von Curated by Girls. Wir durften sie in der Vergangenheit schon bei uns im Magazin begrüßen. Nach unserem Gespräch im März anlässlich des Weltfrauentags haben wir Laetitia unsere Lomo'Instant Square Pigalle zugeschickt. Seht hier das Ergebnis – die Serie "Body Language" – und was Laetitia über unsere Retro-Kamera zu sagen hat.

Hallo Laetitia, willkommen zurück! Wir freuen uns, dich wieder hier zu haben. Wir haben uns ja im März zu Ehren des Weltfrauentags schon ein wenig über Kunst, Feminismus und deine Inspirationsquelle unterhalten. Was ist seitdem so passiert?

Bonjour Lomo-Freunde! Seit unserem Gespräch habe ich an einer Ausstellung für Pornceptual (die im April statt fand) gearbeitet und jetzt arbeite ich an einer Ausstellung für das WHOLE-Festival, welche dem Thema "Sex and Consent" gewidmet ist. Zufälligerweise bin ich jetzt gerade auf dem Weg, die Ausstellung im Wald von Ferropolis aufzubauen. Da das Festival draußen stattfindet, muss ich kreativ werden, wenn es darum geht, die Kunstwerke auszustellen. Besonders, weil ich mich dieses mal für großformatige Werke entschieden haben. Es ist eine Herausforderung. Aber das ist gut so, ich liebe Herausforderungen. Abgesehen davon ist meine Routine ziemlich intensiv. Die meisten Leute glauben, dass ich eine Firma mit Mitarbeitern habe, aber ich bin so ziemlich alleine bei dem, was ich tue ... deshalb kann es manchmal etwas viel werden.

Wir haben dir unsere Lomo'Instant Square Pigalle geschickt. Was war dein erster Eindruck?
Es ist eine echt coole Kamera! Ich liebe es, sie zu halten und wie leicht sie ist. Die Bedienung ist auch super einfach! Das Retro-Design mit dem Faltmechanismus gefällt mir sehr. Und das rechteckige Format der Bilder ist toll – es ist, als würde ich eine analoge Version von Instagram in der Hand halten. Es ist echt eine einmalige Instant-Kamera.

Du hast gemeinsam mit deinem Partner @philipperocks die Serie “Body Language” aufgenommen, die echt cool geworden ist. Mir gefallen besonders Spider Attack und Lotus Lover. Wie kamst du auf die Idee zu dieser Serie?

Wir wollten etwas besonderes mit der Kamera anstellen. Die Idee dazu kam mir ganz automatisch. Wir haben Yoga-inspirierte Posen benutzt, um zu zeigen, dass man das Leben nicht so ernst nehmen sollte. Mir kommen viele Menschen viel zu ernst vor. Lachen kann mehr Leben retten als wir glauben. Das ist meine Sicht der Dinge. Natürlich kannst du ernst und entschlossen sein, aber nimm dich dabei nicht zu ernst. Diese Serie ist von meiner Lebensphilosophie inspiriert. Mit der Lomo'Instant Square Pigalle ist es einfach, lustige Bilder aufzunehmen. Jedes Bild wird zu einem kleinen Diamanten. Ich wollte zeigen, dass man tief drinnen fest verwurzelt, aber nach außen hin trotzdem leichtherzig und lebensfroh unterwegs sein kann. Wir alle haben im Leben mit Problemen zu kämpfen, aus ganz unterschiedlichen Gründen, und manche um einiges mehr als andere. Aber ich glaube daran, dass wir Wege finden müssen, unsere eigene Reise angenehmer zu gestalten. Das ist zumindest, was ich machen möchte. Ich möchte nicht, dass mein Leben zu einer Einbahnstraße wird, auf der ewigen Suche nach Sicherheit. Ich will nicht, dass es nur um mich geht und erst recht nicht, dass es mir egal wird, was um mich herum passiert. Ich bin das 'Schweizer-Taschenmesser-Mädchen' – ich trage, was ich will, ich setze mich für die richtigen Kämpfe ein, aber ich bin auch Liebhaberin, Schwester, Spinne, Kämpferin, ein bisschen rebellisch, ein Käfer und auch ein ruhiges Mädchen. Meine Posen zelebrieren das Leben an sich; eine Verbindung aus Formen, Natur und Objekten um mich herum. Wir dürfen nicht engstirnig, gleichgültig und mit verschlossenen Augen durch die Welt gehen. Lasst uns die Käfighaltung beenden und Frauen Platz geben. Hört auf, Leute an den Pranger zu stellen, seid nett und liebevoll. Betrachte alte Frauen nicht mit Gleichgültigkeit, sondern seht sie als liebende Mütter. Und vergesst nicht, Kräuter zu teilen ;)

Treue Lomography-Leser wissen vermutlich schon, dass du nicht nur die Kuratorin von Curated By Girls bist, sondern auch die Sängerin von Free Free Dom Dom. Welche Botschaften möchtest du mit deiner Musik und deinen Ausstellungen verbreiten?

Bei Curated by Girls geht es mir darum, aufstrebenden und nicht genügend repräsentierten Künstlern eine Plattform zu geben, mit einem Fokus auf Künstler, die sich als weiblich identifizieren. Das Ziel ist, die ganze Bandbreite von Weiblichkeit und Schönheit zu zelebrieren. Ich möchte elitäre Denkweisen und Ideen, die nach wie vor in unserer Gesellschaft bestehen, anfechten. Jede Stimme verdient es, gehört, gesehen und repräsentiert zu werden. Weibliche Künstler müssen in der Kunstszene repräsentiert werden ... die Ungleichheit in Museen und Galerien existiert leider immer noch, deshalb müssen wir weibliche Künstler mehr unterstützen und mehr weibliche Ausstellungen organisieren, etc. Und natürlich gebe ich auch queren und LGBTQ+ Künstlern eine Plattform. Das ist super wichtig.
Musik ist etwas persönlicher. Ich drücke aus, was mir auf der Seele liegt, meine Gedanken, meine Zweifel und Hoffnungen. Kuratieren hat mir zu einem neuen Bewusstsein verholfen. Anderen Menschen dabei zu helfen, die Aufmerksamkeit zu bekommen, die mir selbst als Künstlerin gefehlt hat, hat mir gezeigt, dass es das wichtigste ist, offen gegenüber der Welt um einen herum zu sein und sich selbst, seiner Kunst und seinem Herzen treu zu bleiben.
In letzter Zeit habe ich nicht viel geschrieben, aber ich werde mir diesen Sommer in Paris die Zeit nehmen, einige Songs fertig zu schreiben. Dabei kommt eine Mischung aus Aufregung und Furcht in mir auf, weil es doch recht lange her ist, dass ich das gemacht habe.

Benutzt du außer Sofortbildkameras auch andere analoge Kameras? Und wenn ja, bevorzugst du digital oder analog?

Ja, seit ich nach Berlin gezogen bin, habe ich mit der Analogfotografie begonnen. Das macht hier Sinn, weil wir uns ein wenig abseits von stark ausgeprägtem Konsumverhalten bewegen. Und der ganze analoge Prozess gefällt mir eh sehr gut. Der Überraschungseffekt, das Risiko, einen schlechten Film zu erwischen oder Probleme mit der Kamera zu haben – all das gehört zum analogen Prozess dazu. Perfektion existiert nicht! Meiner Meinung nach liegt Schönheit des Lebens im Imperfekten.

Was hat dir an der Lomo'Instant Square Pigalle gefallen? Hast du Tipps für Leute, die sie ausprobieren möchten?

Die Form der Kamera ist wirklich cool und macht es einfach, damit zu experimentieren und zu fotografieren. Sie hat nicht viele Einstellungen, was sie einfach zu bedienen macht. Und sie kommt mit coolen Features wie Mehrfachbelichtungen. Mein Tipp ist, einfach damit auf Streifzüge zu gehen. Die vielen Möglichkeiten, die sich dabei auftun, werden euch überraschen!

Was steht als nächstes an? Wir wissen ja, dass du immer neue Pläne in petto hast – bekommen wir eine kleine Sneak Peak?

Whole Festival ist vorerst das letzte Event, das ich für Curated by Girls geplant habe. Ich möchte mit meiner derzeitigen Ausstellung "New Feminity" für die 4. Edition im Anschluss an Berlin, Barcelona und Amsterdam weiter reisen. Ich bin gespannt, welche Stadt dieses Projekt als nächstes willkommen heißen wird ... Außerdem möchte ich mir für die Musik Zeit nehmen, neues Material schreiben und im Sommer einen Song namens "Swimming Pool" veröffentlichen.

Vielen Dank Laetitia!


Wenn ihr mehr von Laetitia sehen wollt, schaut auf ihrem Instagram, ihrer Website, Curated by Girls, ihrem Instagram und der Website von Free Free Dom Dom vorbei.

geschrieben von mausmitkrawatte am 2019-07-13 in #places #instant-cameras #feminism #curated-by-girls #laetitia-duveau #lomoinstant-square-glass-pigalle

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