Marc Pataut: Sozialkritik durch Fotografie

Das Jeu de Paume widmet Marc Patauts visueller Studie zur menschlichen Verfassung in der sozialen Landschaft von 1981 bis heute eine Ausstellung in Marc Pataut: Proximities vom 6. Juni bis zum 22. September.

Marc Pataut, Yannick Venot, 1993, Serie Emmaüs, Scherwiller © Marc Pataut

Marc Pataut, 1952 in Paris geboren, unternahm seine ersten Schritte in der Fotografie, als er sich an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris unter der Leitung des Bildhauers Étienne-Martin sich selbst das Medium beibrachte. Pataut orientierte sich an Martins ästhetischem Prinzip und widmete sich bald fotografischen Essays über die menschliche Verfassung im Kontext von Gesellschaft und Politik.

Pataut begann seine sozialfotografischen Experimente, als er 1981 ins Aubervilliers Day Hospital ging und als "Krankenschwester-Fotograf" arbeitete. Er gab einer Gruppe von Kindern mit psychotischen Störungen einige Kameras. Pataut entdeckte durch ihre Arbeit eine neue Sichtweise der Porträtierung und eine neue fotografische Sprache. Pataut sagte:

“Ich habe verstanden, dass ein Porträt nicht nur ein Gesicht ist, sondern auch ein Körper und das Unbewusste, etwas anderes als das Auge, die Intelligenz und die Virtuosität. Die Arbeit in der Tagesklinik hat mich gelehrt, dass man mithilfe des Bauchgefühls fotografieren kann, dass das Porträt die Beziehung zwischen Körpern ist - wie ich meinen Körper in einem Raum platziere, der mit einem anderen Körper in einer Entfernung konfrontiert ist.”
Marc Pataut, Larbi Benhmidane, 1990, Aulnay-sous-Quoi? Serie © Marc Pataut; Marc Pataut, Alexandra Chabenat, 1990, Aulnay-sous-Quoi? Serie © Marc Pataut

Pataut begann dann, eine Reihe von Fotos seines Bauchs zu machen, elf Nahaufnahmen, die die Gewalt ausdrückten, unter der andere Körper litten. Anschließend präsentierte er diese Serie in zwei Formen - auf Werbetafeln und in Rahmendrucken in Le Blanc-Mesnil und im Rathaus. Die Serie Mon corps hat er auch gemacht, eine Reihe zufälliger Bilder. Diese drei machen den größten Teil der Ausstellung aus.

Der Künstler arbeitete auch mit Gérard Paris-Clavel zusammen, indem die beiden die Ne Pas Plier gründeten, einen Verein für den Kampf gegen die neoliberale Gesellschaft und die Werbekultur durch den Einsatz von Kundgebungen, Fotografien und Worten im öffentlichen Raum, Pataut und seiner Firma.

Die Ausstellung zeigt auch Patauts Experimente mit der Porträtmalerei mit seiner Serie Aulnay-sous-Quoi? (1990-1991), einem Projekt, das er mit Schülern der fünften Klasse aus Aulnay-sous-Bois (nördlich von Paris) produzierte, Emmaüs (1993-1994), Humaine (2009-2012) und zuletzt Figurez-vous-vous...une ronde (2012-2016). Pataut fotografierte auch die Bewohner des Ödlands Cornillon und den Standort des zukünftigen Nationalstadions Saint-Denis.

Marc Pataut, Sandra, 2014, Figurez-vous… une ronde series, centre hospitalier de jour Victor-Hugo, Béziers © Marc Pataut; Marc Pataut, VIVRE, quand les caddies sont vides la misère se met en colère, Paris, 1998 © Marc Pataut – Ne Pas Plier; Marc Pataut, Manifestation pour l’emploi, le logement et la dignité, place de la République, Paris, 1994 © Marc Pataut – Ne Pas Plier; Marc Pataut, Vous êtes ici, la galère du chômage, manifestation du 1er mai, gare de l’Est, Paris, 1995 © Marc Pataut – Ne Pas Plier; Marc Pataut, La salle de bains de Stéphane, Le Cornillon – Grand Stade series, Saint-Denis, 1994-1995 © Marc Pataut

Planst du, diese Ausstellung zu besuchen? Vergiss nicht, den offiziellen Hashtag #MarcPataut zu verwenden. Weitere Informationen und Details zur Ausstellung findest du auf der Website von Jeu de Paume.


Alle Bilder stammen aus der Pressemappe.

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