Street-Fotograf Martin U Waltz: "Ich vermisse Analog"

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Martin U Waltz ist ein in Berlin lebender Street-Fotograf. Er ist Gründungsmitglied des Berliner Fotografenkollektivs Berlin1020 und Herausgeber der deutschen Streetfotografie-Seite. In der Vergangenheit konnte Martin mit seinen beeindruckenden Aufnahmen bereits zahlreiche internationale Foto-Auszeichnungen gewinnen. Seine Fotos findet man in Ausstellungen überall, von New York über London bis hin nach Rom.

Seine Leidenschaft für die Street-Fotografie teilt Martin jetzt in seinem kostenlosen E-Book Die Kunst der Streetfotografie. Dort gibt er interessierten Street-Fotografen nützliche Tipps zu Ausrüstung, Komposition, Bildauswahl, Rechtslage und gängigen Fehlern bei der Street-Fotografie. Anlässlich zur Veröffentlichung dieses Buchs konnten wir ein kleines, aber feines Interview mit Martin führen.

Hallo Martin, herzlich willkommen im Lomography-Magazin! Stell dich unseren Lesern doch bitte kurz vor.

Ich bin Martin U Waltz und lebe als Fotograf, Autor und Lehrer für Fotografie in Berlin. Mein Arbeitsschwerpunkt ist Street Photography und urbane Fotografie über Berlin. Ich bin Gründungsmitglied des Berliner Fotografen Kollektivs Berlin1020, Herausgeber der deutschen Streetfotografie-Seite und Initiator des German Street Photography Festivals. Ich bin Autor und Co-Autor mehrerer Bücher über Street Photography schreibe auch in meinen Blog. Im Moment sind meine Arbeiten im Rahmen von zwei Gruppenausstellungen in Berliner Galerien zu sehen, im Mai werde ich an der "Street Sans Frontieres" Ausstellung in Paris teilnehmen.

Wie kamst du zur Fotografie?

Mein Vater hat mir das Fotografieren beigebracht, ich habe sofort Feuer gefangen. Ich hatte schon als Teenager meine eigene Dunkelkammer. Das ist jetzt schon eine ganze Weile her. Die Leidenschaft für die Fotografie ist geblieben.

Fotografierst du auch analog? Wenn ja, was gefällt dir daran?

Ich habe jahrzehntelang analog fotografiert. Heute mache ich alles digital. Um ehrlich zu sein, ich vermisse Analog. Vor allem die Haptik von mechanischen Kameras hat mir große Freude bereitet. Heutige Digitalkameras sind ja eher Computer + Sensor + Linse. Tolle Werkzeuge, aber emotional tut sich da bei mir wenig. Den Dunkelkammer-Prozess und Film vermisse ich nicht so sehr, wobei das magische rote Licht und das aus dem Nichts enstehende Bild, das hat schon was. Aber der digitale Workflow macht mir das Leben leichter. Allerdings: Wenn heute Menschen meine Bilder als Drucke sehen, dann heißt es oft: "Ah, Sie fotografieren mit Film". Dabei tue ich das schon lange nicht mehr; die Ästhetik von Film hat mich aber offensichtlich sehr nachhaltig geprägt. Und sie zeigt sich immer noch in meinen digitalen Arbeiten.

Gibt es eine Stadt, die dich immer wieder aufs neue inspiriert?

Berlin, Berlin, Berlin. Ich lebe seit über 35 Jahren und in dieser Stadt und bin immer noch ein Fremder. Diese Stadt verändert sich laufend und mit rasender Geschwindigkeit. Berlin ist eher rau und hässlich und genau dadurch wieder atemberaubend schön. Das finde ich unglaublich inspirierend.

Welche Städte stehen in punkto Street-Photography noch auf deiner Liste?

Mich reizen die asiatischen Metropolen Bangkok, Hongkong und Tokyo, einfach weil sie völlig anders als Berlin und generell Europa sind: Andere Menschen, andere Kultur, andere Architektur, anderes Klima und natürlich anderes Licht.

Wer oder was inspiriert dich bei deinen Foto-Abenteuern?

Platt gesagt: das Leben. Ich könnte hier jetzt eine beeindruckende Liste von Fotografen wie Henri Cartier Bresson, Daido Moriyama und Trente Parke hinschreiben, das wäre aber eben nur ein Teil der Wahrheit: Jedes Buch, das ich lese, jeden Film, den ich sehe, jede Ausstellung, die ich besuche, jede Fernsehserie, die ich binge ... all das inspiriert mich. Alles was ich sehe, erlebe, denke, fühle, höre, rieche und schmecke, geht in meine Fotografie ein.

Hast du Tipps für angehende Fotografen?

1. Üben, Üben, Üben. Gute Bilder entstehen nicht von heute auf morgen.

2. Die fotografischen Arbeiten anderer studieren.

3. Schwache Bilder schnell löschen / wegwerfen.

4. Gute Bilder von Menschen mit Ahnung beurteilen lassen.

5. Gehe zu 1.


Wir danken Martin für diese interessanten Einblicke! Wenn ihr nun auch Lust auf urbane Abenteuer bekommen habt, ladet euch sein kostenloses E-Book zur Street Photography herunter oder besucht Martins Website, um mehr über ihn und seine Arbeiten zu erfahren.

geschrieben von mausmitkrawatte am 2019-04-08 in #people #tips #street-photography #martin-u-waltz

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