Auf den Spuren von Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin

In einer Ausstellung in Wien treffen drei der besten Fotografinnen, die die dokumentarische Fotografie geprägt haben, aufeinander: Lisette Model, Diane Arbus und Nan Goldin. Die Wiener Galerie WestLicht hat diesen eigensinnigen Mix aus einem bestimmten Grund so zusammengestellt: alle drei haben ihre Sicht auf die Gesellschaft erweitert, indem sie die Außergewöhnlichen, Exzentriker und Randfiguren beobachteten. Nun werden mehr als 100 Fotografien aus der Sammlung präsentiert.

Lisette Model Fashion Show, New York City 1940 © Estate of Lisette Model; Diane Arbus Blaze Starr Backstage, Baltimore, Md. 1964 © The Estate of Diane Arbus; Nan Goldin Nan and Brian in bed, New York City 1983 © Nan Goldin

Wenn man die Arbeit der drei Fotografinnen betrachtet, spürt man den deren Willen die Gesellschaft, mit ihrem Spiegelbild zu konfrontieren. Die Autoren von Die Kamera ist grausam: Model Arbus Goldin, Peter Coeln und Roland Jörg schreiben hierzu:

"Sie [Model, Arbus, and Goldin] haben das Leben in den Vereinigten Staaten, als Land der Migration im Laufe des 20. Jahrhunderts, dokumentiert. Über drei Generationen hinweg, beginnend mit Model, die in Wien aufwuchs, haben sie den Dialog zwischen FotografInnen und dargestelltem Motiv für sich neu definiert und das Dokumentarische mit dem Subjektiven kombiniert. Ihre Betrachtungsweise auf den Menschen und seiner zerpflückten Lebensweise, ihr Zugang zum Existentiellen sowie die Fotografie als verwendetes Medium gingen einher mit einer Normkritik, die kulturelle und ästhetische Regeln infrage stellte."
Lisette Model Singer at the Metropole Café, New York City 1946 © Estate of Lisette Model; Lisette Model Coney Island Bather, New York City 1939 © Estate of Lisette Model; Lisette Model Woman with Veil, San Francisco 1949 © Estate of Lisette Model

Die Ausstellung ist in chronologischer Weise aufgebaut, beginnen mit der in Österreich geborenen nordamerikanischen Fotografin Lisette Model, deren Glanzzeit in den 1930er und 1940er Jahren lag. Sie gehörte zu den ersten Fotografinnen, die sich in der humanistischen Bewegung der Street-Photography etablierten. Model war bekannt für ihr Gespür für Schwäche und spezielle Charaktere, das in ihren Fotos Ausdruck fand. Bis zu ihrem Tod lehrte sie auch Fotografie an der New School for Social Research in New York, wo sie auch Diane Arbus zur Schülerin hatte.

Arbus verinnerlichte diese Lehre und nahm sie in ihre eigene exzentrische und ikonische Fotografie auf. In den 1950er Jahren, als sie noch bei Model lernte, dokumentierte Arbus bereits Masken und Makel der Gesellschaft. Die am Rande derer Lebenden weckten ihr Interesse – Transgender-Personen, Schausteller, Kleinwüchsige, Nudisten und mehr. Obwohl sie diese besonderen Persönlichkeiten ablichtete, interessierte sie sich weiterhin für das Gewöhnliche. Ihr Konzept beruhte auf der Vertrautheit des Umfelds, sie fotografierte in Häusern, auf der Straße, in Büros, Arbeitsstätten und Parks.

Nan Goldin Jimmy Paulette and Tabboo! in the bathroom, New York City 1991 © Nan Goldin; Nan Goldin C.Z. and Max on the beach, Truro, MA, 1976 © Nan Goldin; Nan Goldin Nan one month after being battered, 1984 © Nan Goldin

Die Arbeit von Nan Goldin stellt den Gegenpol zu Arbus' privaten Porträts der Transgender-Community dar. Sie distanziert sich nicht von ihren Motiven, sondern wird Teil derer – sie wurde geprägt vom New York der 1970er Jahre, der LGBTQ-Community dieser Zeit, der Punkszene der 19080er, der HIV-Krise und vielem mehr. Ihre berühmteste Serie Die Ballade von der sexuellen Abhängigkeit (1986) dokumentiert nicht nur die schwule Subkultur nach den Stonewall-Unruhen, sondern auch ihr Privatleben und ihre Beziehungen.

Die Ausstellung läuft bis zum 24. März 2019.

2019-02-09 #News

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