Perfekt Panchromatisch: Erste Eindrücke des Potsdam Kino Films

Lomographys neuester Schwarz-Weiß-Film, der B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film, ist kein gewöhnlicher Schwarz-Weiß-Film. Die Fotografen, die den Potsdam Kino Film bereits getestet haben, erzählten uns ganz ehrlich, was sie von diesem Film halten. Das Ergebnis? Dieser panchromatische Film mit seiner großen Bandbreite an Tönen, der filmischen Ästhetik und der vielseitigen Einsetzbarkeit ist etwas ganz besonderes. Erfahre in diesem Artikel mehr über die Meinungen der Tester.

Fotos: Ida Tangeraas (VIE), Cristian Sicci (ITA), Tsutomu Umezawa (JP), Li Cheng En (TW)

Li Cheng En fotografiert Taipei in Graustufen

Der taiwanesische Lomograph Li Cheng En a.k.a. intothelostnights liebt Experimente. Er hat seinen B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film selbst entwickelt. Seine Fotos zeigen Details aus den Straßen Taipeis und das alltägliche Leben dort. Ihn hat überrascht, wie scharf die Ergebnisse geworden sind, da Taipei selten wirklich viel Sonne zu sehen bekommt. Li sagt:

"Ich habe den Film selbst entwickelt. Da ich keinen Entwickler aus eurer Liste verwendet habe, habe ich einfach die Entwicklungszeiten des von euch empfohlenen Entwicklers mit meinem verglichen. Das war ein Test mit unvorhersehbarem Ausgang, aber die Ergebnisse waren zufriedenstellend. Die Ergebnisse sind generell gut. Die Fotos sind reich an Details und die Schärfe ist schön, perfekt für sonnige Tage."
Model: Ching An Hsieh (TW); Fotos: Li Cheng En (TW)

Tsutomu Umezawa: Vergänglichkeit in Monochrom

Die in Tokyo lebende Fotografin Tsutomu Umezawa hat derzeit die Serie It Girlie am Laufen und fotografiert für gewöhnlich mit Farbnegativfilm. Für den neuen B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film hat sie aber eine Ausnahme gemacht. Ihr ist das Zusammenspiel aus Licht und Kontrasten sehr wichtig. Getestet hat sie den Film mit ihrer Familie und ihrem Zuhause. Die Ergebnisse haben etwas flüchtiges, vergängliches, das an mono no aware und die Filme des legendären Yasujirō Ozu erinnern. Das sagt Tsutomu zu dem Film:

"Er hat eine große Bandbreite an Tönen und verleiht den Fotos etwas dramatisches und exotisches. Es hat viel Spaß gemacht, damit zu fotografieren."
Fotos: Tsutomu Umezawa (JP)

Ida Tangeraas' klassische Filmästhetik

Die in Wien lebende Fotografin Ida Tangeraas verbindet gerne künstlerische und dokumentarische Elemente in ihren Fotos und liebt Schwarz-Weiß-Film. Für Ida hat die Schwarz-Weiß-Fotografie einerseits etwas zeitloses, bringt zugleich aber auch überraschende Elemente mit sich. Ida ist großer Fan davon, Filme selbst zu entwickeln. Deshalb hat sie sich diese Freude auch beim B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film nicht nehmen lassen. Für ihre Fotos hat sie sich von dem Dokumentarfilm B-Movie, Lust and Sound inspirieren lassen, der sich mit der Kunstszene Berlins vor dem Mauerfall befasst. Für das Shooting hat sie unter anderem mit der österreichischen Band Oehl zusammen gearbeitet. Nachdem sie die Ergebnisse ihres ersten Versuchs mit dem Potsdam Kino gesehen hatte, war ihr direkt klar, wie viele Möglichkeiten dieser Film bietet. Ida sagte:

"Der Potsdam Kino Film hat etwas zeitloses, etwas klassisches. Mit den mittleren Kontrasten und der durchgängig feinen Körnung sorgt er für Ergebnisse, die ein wenig aussehen wie aus einem anderen Jahrhundert. Je nachdem, unter welchen Lichtbedingungen man fotografiert, erhält man unterschiedliche Ergebnisse. So erhält man bei wenig Licht etwas wunderbar sanftes, verschwommenes. Fotografiert man drinnen, mit einem Stativ oder draußen unter guten Lichtbedingungen werden die Ergebnisse wunderbar scharf und voller Details. "

Wer wissen möchte, wie Ida den Film entwickelt hat – hier hat sie es kurz beschrieben:

"Ich habe den Film selbst entwickelt. Erst habe ich ihn in einen Entwicklertank gegeben. Dann habe ich sicher gestellt, dass meine Chemikalien alle auf 20 Grad erwärmt waren und den Entwickler für 7 Minuten in den Tank gegeben. Während der ersten Minute habe ich non-stop agitiert und anschließend 4-5 mal pro Minute, damit der Entwickler auch wirklich überall hinkommt. Nachdem die 7 Minuten um waren, habe ich den Entwickler ausgegossen und den Stopper für 30 Sekunden zum Film gegeben. Dann kam der Fixer für 7 Minuten, um den Film unempfindlich für Licht zu machen. Zu guter letzt habe ich den Film mit reichlich Wasser gespült, um die Chemikalien abzuwaschen. Da habe ich dann auch etwas Wetting Agent dazu gegeben um Wasserflecken auf den Negativen vorzubeugen. Und dann hab ich den Film zum Trocknen aufgehängt!"
Models: Hjörtur Hjörlässon, Lukas Novak, and Verena Maier; Fotos: Ida Tangeraaas (VIE)

Cristian Siccis Neorealismus

Für den sizilianischen Fotografen Cristian Sicchi kann man mit Schwarz-Weiß-Filmen die Seele eines Motivs einfangen. Mit dem B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film und seiner LC-Wide hat es Cristian sich zur Aufgabe gemacht, seine Emotionen zu Bildern zu machen. Seine Ergebnisse haben etwas vom italienischen Neorealismus. Cristian hat sich sofort in den Potsdam Kino verliebt. Das hat er dazu zu sagen:

"Die Bildqualität ist perfekt, die Körnung ist sanft ... Ich liebe die Atmosphäre jedes einzelnen Fotos! Ich stehe voll hinter diesem Film! Ich glaube, dass man ihn unter unterschiedlichsten Lichtbedingungen benutzen könnte, von Tageslicht bis hin zu wenig Licht, ohne, dass man Abstriche bei der Bildqualität machen muss. Der Film hat einen großen Belichtungsumfangs und kann über ISO 200 belichtet werden, ohne, dass man Details verliert oder die Qualität der Textur sich ändert. Zudem eignet sich der Film für verschiedenste fotografische Stile. Ich liebe es, Porträts damit zu fotografieren, weil er den Fotos einen Hauch von Vintage-Look verleiht. Was kann ich noch groß sagen? Die Zukunft ist analog!"
Fotos: Cristian Sicci (ITA)

Verleihe deiner analogen Routine im neuen Jahr etwas künstlerisches und experimentelles und füge den B&W 100 35 mm Potsdam Kino Film deiner Sammlung hinzu. Du findest ihn natürlich in unserem Online Shop.

geschrieben von cielsan am 2019-01-17 in #gear

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