Antonio Castello mit dem Neptune Convertible Art-Lens-System

Der Kolumbianer Antonio Castello ist studierter Grafikdesigner und war einige Zeit in New York als Online Manager für Lomography US tätig. Seit 2016 lebt er in Berlin, wo er als selbstständiger Fotograf, Art Director und Online-Marketing-Berater arbeitet. Uns hat er ein wenig über seine liebsten Lomography-Produkte, seine Zusammenarbeit mit dem Modelabel Paulina’s Friends und seine Kunst geredet.

Hallo Antonio, wir freuen uns sehr, dich im Lomography Magazin begrüßen zu dürfen. Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor.

Hallo! Ich habe das früher schon mal gemacht, aber ich freue mich, dass ich mein Profil updaten kann, haha! Ich bin ein Kolumbianischer Visual Artist und lebe derzeit in Berlin. Ich arbeite als Lifestyle- und Modefotograf und nutze vor allem Lomography Kameras und ausschließlich Lomography Art-Lenses und alte Vintage-Objektive mit meiner Sony A7.

Wie hat dein künstlerischer Werdegang begonnen?

Ich schätze, ich bin einfach so erzogen worden. Meine Mutter ist eine Kunstlehrerin und in meiner Familie wimmelt es nur so vor Künstlern. Deshalb war es für mich ganz normal, sich künstlerisch zu betätigen. Fotografie hat da natürlich auch dazu gehört, aber erst 2011, als ich meine erste Lomography Kamera bekam, bin ich wirklich zum Vollzeit-Fotografen geworden.

Du hast eine Weile im New Yorker Lomography-Team gearbeitet, also kennst du unsere Produkte ja schon zur Genüge. Welches magst du am liebsten?

Ich bin ein Fan der Lomography Art-Lenses und bin stolzer Besitzer von fast allen davon. Mir fehlt nur noch die Daguerreotype Achromat Art-Lens. Derzeit bin ich dem Neptune-System total verfallen, aber mein liebstes Objektiv wird immer das Petzval 58 bleiben.

Was gefällt dir denn so an der Arbeit mit dem Neptune Convertible Art-Lens-System? Die Fotos, die wir hier sehen, hast du ja zum Beispiel damit aufgenommen.

Ich liebe es einfach. Ich finde es super praktisch, weil ich nicht drei riesige Objektive mit mir rumtragen muss, sondern einfach nur drei kleine. Die Basis der Objektive gibt mir volle Kontrolle über Fokussierung und Blende und das finde ich großartig. Außerdem habe ich vor kurzem festgestellt, dass man mit den Objektiven hübsche Lichtflecken hinbekommen kann, wenn das Licht stimmt. Das kann manchen Fotos das gewisse Etwas verleihen. Zudem mag ich die Farben, die man mit diesem Art-Lens-System erhält. Wie alle Lomography Art-Lenses sorgt nämlich auch dieses für tolle Farbsättigung und Kontraste, die meinen Fotos Charakter verleihen.

Fotografierst du noch analog?

Ständig! Ich habe mir vor kurzem eine neue 35-mm-Kamera für meine analoge Sammlung geholt (mittlerweile habe ich über 20). Dabei handelte es sich um die Zorki 4K, welche ich bereits mit der Lomography Jupiter Art-Lens und der Russar+ Art-Lens getestet habe. Ich habe die ersten zwei Rollen gestern entwickelt und freue mich schon darauf, sie diese Woche einzuscannen.

Welches ist deine liebste analoge Kamera?

Das ist eine schwierige Frage. Ich habe so viele, dass es wirklich eher davon abhängt, welchen Look ich erreichen möchte. Ich mag die Lomography Horizon, wenn ich auf Reisen bin. Aber wenn ich nicht viel mit mir herumtragen möchte, nehme ich die LC-A mit. Für Porträts bevorzuge ich die LC-A 120 und für Fashion Shootings die Diana F+ mit der Glasoptik. Für Parties nehme ich die Lomo’Instant und für Parties und ähnliches mit meinen Freunden die Simple Use Kameras.

Glaubst du, dass deine Ausrüstung die Qualität deiner Arbeiten beeinflusst?

Ich glaube nicht, dass Fotos einfach nur durch die Ausrüstung besser werden, sondern auch durch Erfahrung und das Set-Up des Shootings. Ich kann mit einer Plastikkamera tolle Ergebnisse erzielen, solang sie gut gemacht ist, und genau so kann ich mit meiner Sony A7 furchtbare Bilder machen, wenn ich gerade nicht in der Stimmung zum Fotografieren bin. Ich glaube fest daran, dass die Qualität von Fotos vom Fotografen abhängt und nicht von der Ausrüstung. Wie eben schon gesagt, wähle ich meine Kamera je nach Zweck aus. Am Anfang steht immer die Planung. Dazu gehört die Auswahl der richtigen Produkte und des passenden Teams.

Was ist für dich das wichtigste beim Zusammenstellen eines Fotos?

Natürliches Licht, und wenn nicht das, dann ungestellte Personen im Vordergrund. Nichts extrem gestelltes oder künstlich geschaffenes.

Worauf achtest du üblicherweise bei deinen Szenen?

Kräftige Farben, fröhliche Menschen, lustige Momente, harmonische Gesichter.

Wir lieben, wie bunt diese Fotoserie geworden ist – was war die Idee hinter dem Shooting? Und gibt es einen Grund dafür, dass das männliche Model in manchen Fotos eine Maske trägt?

Ich auch! Der Sommer in Deutschland war dieses Jahr so intensiv, dass es sich anfühlte, als wäre ich zurück in Kolumbien. Die Serie ist den tropischen Mittagen an der karibischen Küste nachempfunden, an denen die Sonne einen schläfrig und bequem macht. Ich wollte dafür wieder mit den Designs von Paulina's Friends arbeiten, weil sie immer so bunt und trotzdem elegant sind. Die Maske soll die Hitzewelle unterstreichen. Gegen Ende des Shootings wurde es so heiß, dass wir uns fühlten wie in einer dystopischen, vom Klimawandel geprägten Zukunft. Deshalb entschied ich, dass wir Fotos mit der Maske an einer Tankstelle machen sollten.

Wer oder was inspiriert dich?

Museen und Galerien, aber auch Gespräche mit anderen Künstlern. Ich denke, dass es als Künstler wichtig ist, mit anderen Künstlern in Kontakt zu sein, um kreativ zu bleiben und neue Ideen zu finden. Deshalb umgebe ich mich gerne mit befreundeten Künstlern und besuche Museen und Galerien, wenn ich die Zeit dazu habe.

Hast du Tipps für angehende Künstler?

Es geht wild zu da draußen! Heute gibt es so viele Künstler und Schöpfer wie nie zuvor. Jeder mit einem Handy und einem Instagram-Account bezeichnet sich heutzutage als Fotograf. Wenn du es zu etwas bringen möchtest, musst du dir selbst treu bleiben, die Like-Zahlen und die Follower ignorieren und das kreieren, was dir selbst gefällt. Außerdem ist es wichtig, ein Team zu haben, das hinter dir steht. Arbeite mit anderen zusammen und schaffe schöne Dinge!

Was steht bei dir in der Zukunft an? Hast du Projekte oder Kollaborationen geplant?

Habe ich tatsächlich! Am 3. November habe ich eine neue Ausstellung für den Monat der Fotografie in Berlin eröffnet. Die Fotoserie heißt THE WALL. Sie zeigt eine Auswahl an Graffitis und die Berliner Künstler dahinter. Die Fotos sind Teil einer Gruppenausstellung von der Künstlergemeinschaft Berlin Mafia, mit der ich zusammenarbeite.
Wenn ihr in Berlin seid, schaut in der Prachtwerk Galerie in Neuköln vorbei!

Vielen Dank für das interessante Interview und alles Gute, Antonio!


Wenn ihr mehr von Antonio erfahren wollt, schaut auf seiner Website oder seinem Instagram vorbei.

geschrieben von mausmitkrawatte am 2018-11-14 in

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