Lomopedia — Minolta Hi-Matic AF2

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In dieser Welt voller Kompakt-Kameras aus Plastik könnte man Fundstücke wie die Minolta Hi-Matic AF2 einfach übergehen. Schließlich gibt es so viele vermeintlich bessere Optionen, die deine Zeit und dein Geld eher wert sind. Doch bevor wir diese Kamera einfach überspringen, lohnt es sich vielleicht doch, zu lesen, was es mit ihr auf sich hat.

Minolta Hi-Matic AF2 © WFLBC

Die Hi-Matic AF2 ist eine 35mm-Filmkamera von Minolta und gehört zu den ersten Kameras mit Autofokus-Funktion. Sie wurde 1981 auf den Markt gebracht und bis 1984 hergestellt. Ähnlich wie andere Kompakt-Kameras ihrer Zeit hat die Hi-Matic AF2 ein schwarzes Kunststoffgehäuse und einen Pop-Up-Blitz — ein Design-Trend, dem die Kamera-Hersteller jener Zeit häufig folgten.

Ziemlich mittelmäßig, oder? Die Antwort ist definitiv ja. Doch das ist genau der Punkt, in dem die Hi-Matic AF2 gut ist — sie ist eine gute Kamera für so ziemlich alle Aufnahmebedingungen. Sie hat keine besonders fortschrittlichen Funktionen, aber sie war in der Lage, ihre Aufgabe gut zu erfüllen. Sie hat ein anständiges 38 mm f/2.8 Objektiv mit 4 Elementen in 3 Gruppen, das die schnelle Aufnahme von Schnappschüssen erlaubt und der Autofokus ist dank der genutzten Infrarot-Technologie ebenfalls recht zuverlässig.

Minolta Hi-Matic AF2 © Hugo Cardoso, Ted Kappes und Marschal Fazio

Die Lebensdauer der Batterie ist dank des manuellen Filmtransports überdurchschnittlich (die meisten Kompakt-Kameras der 80er Jahre verwendeten einen Motor, der meist eine beträchtliche Batterieleistung in Anspruch nahm). Was die Stromquelle angeht ist es besonders einfach, Ersatz zu finden. Man nutzt handelsübliche AA-Zellen um Kamera und Blitz zu betreiben. Einfach und praktisch — das ist die Hi-Matic AF2.

Einfach zwar, aber man darf nicht vergessen, dass die Hi-Matic AF2 auch so ihre Eigenarten hat. Zuallererst ist sie klein genug, um überall mithin genommen zu werden, aber doch etwas zu groß, um wirklich als kompakt durchgehen zu können. Sie hat außerdem dieses einzigartige Warnsystem, das dem Benutzer mitteilt, ob man sich zu nah am Motiv befindet oder der Blitz erforderlich ist. Die Kamera gibt dann verschiedene Pieptöne von sich — ein Signal mit drei aufeinanderfolgende Tönen (Motiv zu nah) oder einen langen Signalton (Motiv zu dunkel). Minolta hat dafür gesorgt, dass der Benutzer die Bedeutung der Signaltöne nicht vergisst, indem sie einen Aufkleber auf der Rückseite der Kamera platzierten.

Ihr seht, die Minolta Hi-Matic AF2 ist eine Allzweckkamera, die man sich vielleicht mal genauer ansehen sollte. Sie wird wohl nie irgendwelche Preise gewinnen, aber sie könnte ein großartiger Begleiter für Foto-Walks und entspannte Reisen sein.

Fotos aus der Community, die mit der Minolta Hi-Matic AF2 gemacht wurden:

Von: morganlarue, jamygabb, bigcityal, twenty-haitch & nixe_nox

Technische Daten der Minolta Hi-Matic AF2:

Blende: f/2.8 bis f/17
Bulb-Modus: Nein
Naheinstellgrenze: 1 m
ISO-Einstellbereich: 25 bis 1000
Film-Type: 35 mm Kleinbildfilm (Typ 135)
Blitz: Pop-Up-Blitz; schaltet sich automatisch ein und stellt Verschlusszeit auf 1/40s ein.
Fokussierung: Auto-Fokus
Objektiv: Minolta 38 mm f/2.8 4 Elemente in 3 Gruppen, 59° Aufnahmewinkel; 46 mm Filtergewinde
Belichtungsmesser: CdS, gekoppelt; Bereich für automatische Belichtungssteuerung EV 6 bis EV 17
Herkunft: Japan
Verschlusszeiten: 1/8s bis 1/430s
Sucher: Leuchtrahmen mit Markierung für Parallaxen-Ausgleich, LED-Anzeige über Fokus-Zonen und Blitzreichweite. Blitz-Bereitschafts-Lampe und Warnung vor langen Verschlusszeiten
Stromquelle: Zwei 1.5V AA-Batterien oder 1.2V AA-Akkus
Maße: 53,5 x 76 x 129 mm
Gewicht: 335 g ohne Batterien und Film

Alle Informationen für diesen Artikel stammen von 35mmc, Return to Film, 120 Studio und Butkus Camera Manuals.

geschrieben von cheeo am 2018-08-21 in #gear
übersetzt von dopa

Ein Kommentar

  1. swjosdotschka
    swjosdotschka ·

    Danke, sehr schön be-und geschrieben. :)

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