Ein Interview mit dem fleißigen Kamera-Sammler Allan Detrich

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Allan Detrich ist bei Tag ein freischaffender Fotograf mit sanften Gemüt und ein unglaublich fleißiger Sammler von Dianas (und Diana-Klonen) in der Nacht. Im Laufe der Jahre hat er die wohl umfassendste und bestechendste Sammlung an Diana-Kameras zusammengestellt. Dieser Schatz wurde im Sommer 2007 von der Lomographischen Gesellschaft erworben und "The Detrich Collection" getauft.

Hallo Allan! Du hast eine der wohl umfassendsten Diana-Sammlungen der Welt zusammengestellt. Was hat dich dazu inspiriert, diese atemberaubende Aufgabe auf dich zu nehmen? Und wann hast du angefangen, zu sammeln?

Ich begann die Sammlung, als ich noch das Ohio Institute of Photography besuchte. Wir mussten eine Diana oder einen der Klone für eine Aufgabe verwenden. Ich liebte den verträumten Effekt und die Einfachheit ihrer Handhabung. Ich habe verschiedene Modelle auf Flohmärkten und bei Garagen-Verkäufen gefunden. Ich hatte bis zum Jahr 2000 vielleicht 15 verschiedene Modelle. Aber mit der Erfindung des Internets und eBays wuchs meine Sammlung ab 2000 sprunghaft an. Ich suchte jeden Tag bei eBay nach verschiedenen Namen, unter denen die Diana aufgelistet ist und wenn ich einen neuen Namen fand, notierte ich ihn und versuchte, die Kamera für den bestmöglichen Preis zu bekommen.

Welche Kamera aus deiner gesamten Diana- und Diana-Klon-Sammlung ist dein absolute Favorit?

Ich muss sagen, dass die Playtime Candid Camera mein liebster Diana-Klon aller Zeiten ist. Das ist diejenige mit der roten Plastikoberseite, anstelle der typischen, blauen Standardfarbe. Ich bekam 2002 auf einer Fotoausstellung ein Exemplar in einer wirklich schönen Schachtel. Ich bezahlte dafür $ 97,00 und ich dachte, ich hätte ein Vermögen dafür bezahlt. Die rote Farbe war so außergewöhnlich; Ich dachte mir, das ist sie mir einfach wert. Ich postete die Fotos auf meiner Website und ein oder zwei Monate später bekam ich ein Angebot über $500,00 von jemandem aus Japan. Da wusste ich, dass ich einen guten Kauf getätigt habe.

Erzähl uns bitte deine wahnsinnigste oder lustigste Geschichte zu einem deiner Diana-Käufe.

Ich kaufte eine Sammlung von Dianas und Klonen von jemandem, der meine Diana-Webseite gesehen hatte. Sie bestand aus mindestens 30 Kameras, von denen ich einige bereits hatte und andere nicht. Aber eine der Kameras in der Sammlung war das "Future Scientist Flash"-Foto-Sett. Soweit ich weiß, ist diese Kamera und das Set einzigartig.

Das gesamte Kit enthielt ein Entwicklungs-Schale, Chemikalie, eine Zange, Anleitung, Dunkelkammerbeleuchtung und mehr, vollständig intakt. Die Box war nicht kaputt oder zerquetscht. Das war ein erstaunlicher Fund.

Nennen bitte drei Gründe, warum jeder Fotograf die Diana ausprobieren sollte.

(1) Sie erlaubt die Fotografie auf einfachstem Niveau: keine Gadgets, keine Einstellungen oder akkurate Fokussierung. So kann sich der Fotograf auf das Motiv und die Komposition konzentrieren. (2) Die Kamera ist sehr nachsichtig; Sie lässt einen auch mit schlechtem Licht durchkommen. (3) Die Diana ebnet das Spielfeld für alle Fotografen. Sie lässt einen das Talent des Fotografen erkennen, denn wenn ein Fotograf ein großartiges Foto mit einer Diana machen kann, ist er wirklich ein großartiger Fotograf.

Bitte gib uns eine Kostprobe deines Diana-Wissen, von dem sonst fast niemand weiß.

Hier ist etwas Wissenswertes über den Sinomax-Diana-Klon in Form eines Schreibens von Maud Ramadan, die auf der Seite der Schachtel abgebildet ist.

Ein Schreiben von Maud Ramadan persönlich, aus London England:

Hi Allan,

Vielen Dank für Ihre E-Mail. Ja, das bin ich! Wie erstaunlich! Wenn ich darüber nachgedacht, was ich Ihnen schreiben würde, stellte ich fest, dass ich zwar viel über die Firma, aber sehr wenig über die Kamera selbst weiß. Aber ich werde Ihnen erzähle, was ich weiß und hoffe, dass etwas davon von Interesse ist oder Ihnen nützt.

Meine Firma nannte such Sino Trading Co. Das Geschäftsgebiet des Firma war Import / Export mit dem Fernen Osten - aus Hongkong haben wir verschiedene Sachen wie Plastikblumen, Schnickschnack und Kleidung importiert und exportierten wissenschaftliches & landwirtschaftliches Equipment nach China (so merkwürdig das heute auch scheinen mag!) .

Es war eine sehr kleine Firma mit zwei Direktoren, die Cousins ​​waren, einem Versandleiter, einem Leiter der Logistik und einem Buchhalter, sowie verschiedenen Angestellten. Ich fing dort 1960 mit 16 an, direkt nach der Schule, wurde eine Junior-Angestellte und blieb 7 Jahre, in denen ich die Karriereleiter ein gutes Stück heraufgeklettert war. Es gab zu Beginn etwa 12 von uns, aber das Geschäft boomte und wir schrieben schwarze Zahlen. Es war ein sehr glückliches Büro. Mitte der 1960er Jahre verbrachten einige der Mädchen ihre Mittagspause in der Cavern, einem Club ein paar hundert Meter von unserem Bürogebäude entfernt. Dort bekam man mittags verschiedene Gruppen, einschließlich der Beatles, zu hören. Ich bin nie dorthin gegangen - Ich war ein versnobter Jazz-Fan und konnte die anderen nur für ihren schlechten Geschmack bedauern!

Schließlich expandierte das Unternehmen und zog von Liverpool in ein Industriegebiet in Runcorn, ein Stück den Mersey runter. Kurz danach bin ich dort weg gegangen.

Der Geschäftsführer war Denis Rattle, eine extravagante Persönlichkeit (der Jazz-Piano mit dem Stanley Black Orchestra gespielt haben soll),
und er beschäftigte sich mit dem Importgeschäft. Ich habe auf dieser Seite des Geschäftes gearbeitet. Sein Cousin, Ronald Trendell war ein Gentleman und er
leitete den Export (die seriösen Seite des Geschäfts) - sein Lieblingswort war "Effizienz". Die Firma war sehr gut geführt, daher war sie ziemlich erfolgreich. Das Importgeschäft war
aufgeteilt in zwei Abteilungen und (leider für diese Geschichte) wurde die Kamera nicht von meiner Abteilung bearbeitet.

Denis Rattle machte regelmäßige Reisen nach Hongkong, wo wir 4 Haupt-Lieferanten hatten. Ich weiß aber nicht, welcher davon die Kamera lieferte. Eines Tages brachte er mich
auf das Dach des Gebäudes, in dem wir unsere Büros hatten (dem Corn-Exchange im Stadtzentrum von Liverpool) und machte einige Fotos von mir mit seiner sehr teuren
Leica Kamera. Er hat mir nicht gesagt warum, aber ich war etwa 17 oder 18 (nach der Frisur zu urteilen!) und er war der Geschäftsführer, also habe ich nicht gefragt. Dann einige
Monate später kam die Sinomax-Kamera heraus und ich war auf der Seite der Schachtel.

Auf der anderen Seite hatte Denis ein Bild seines Sohnes Simon als Baby drucken lassen. Simon war zu dieser Zeit schon etwa 8 oder 9, glaube ich. Er kam samstagmorgens oft mit seinem Vater ins Büro , um mit den Schreibmaschinen zu spielen und mit allen zu quatschen, die da waren war.

Wir spielten "Komponisten", ein Spiel, das Simons erfunden hatte, bei dem man durch das Alphabet geht und abwechselnd einen Komponisten nennen muss, dessen Name mit dem bestimmten Buchstaben beginnt. Er hatte da nie Probleme mit, während ich mir oft einen Namen ausdenken musste, um nicht zu verlieren.Aber ich kam nie damit durch - er sagte immer: "Das ist lustig. Ich habe niemals von ihm gehört. "Er erbte das musikalische Talent seines Vaters und wurde ein hervorragender Dirigent. Ich erinnere mich, dass ich bei einer Vorstellung von Porgy & Bess, die er in der Liverpool Philharmonic Hall dirigierte, überwältigt war. Heute ist er Sir Simon Rattle, Dirigent der Berliner Philharmoniker.

Nach Verlassen von Sino T.C. wurde ich die eine Hälfte einer Verlagspartnerschaft mit ein Familienfreund namens Fritz Spiegl. Er hatte die Ideen für Bücher über lokale Geschichte und lokalen Humor und ich übernahm alles organisatorische dank meiner guten Ausbildung bei Sino TC. Also war meine Karriere nicht so illustre wie die meins Co-Stars auf der Sinomax-Schachtel, aber Scouse Press war ein großer Spaß für die nächsten paar Jahre, bis ich meine wahre Berufung gefunden habe - als Mutter.

Das ist der Hintergrund und es tut mir leid, dass ich Ihnen nicht mehr von der Kamera selbst erzählen kann. Wie gesagt, meine Abteilung hat das nicht bearbeitet, ich weiß also nicht, wie viele wir importiert haben oder wie viele Jahre wir sie verkauft haben. Ich kann mich aber nicht, dass sie ein unglaublicher Erfolg gewesen ist. Ich habe sie gelegentlich in Liverpooler Schaufenstern gesehen und ich nehme an, sie wurde im ganzen Land verkauft.

Ich hoffe, dass es etwas Interessantes gibt, das du aus diesen Gefasel ziehen kannst. Sie haben mein Bild als Teenager und fragten nach einem aktuellen zum Vergleich. Leider kann ich der Bitte nicht nachkommen, weil mein Computer zu primitiv ist und ich keinen Scanner habe. Aber wenn Sie wirklich glauben, Sie hätten Verwendung dafür, haben meine Söhne die neueste Technologie und ich könnte einen von ihnen bitten, dir eins zu schicken.

Mit freundlichen Grüßen,
Maud Ramadan

Donnerstag, 25. November 2004

Wenn die Diana ein Tier wäre (Land, Luft oder Meer), was meinst du wäre sie dann?

Das ist eine schwierige Frage. Ich denke nach einiger Überlegung würde ich sie mit einem Alligator vergleichen. Alligatoren haben schlechte Augen und sehen nur unscharf. Die Arten insgesamt haben sich im Verlauf der Evolution nicht sehr verändert. Wie die Diana auch, sind sie Basis-Modelle. Die Kamera wird für "Schnappschüsse" verwendet, die wie das Geräusch eines zuschnappenden Kiefers klingen. Es gibt sogar ein Klon namens "Snappy".

Welches persönlichen Eigenschaften muss man mitbringen, um mit der Diana großartige Aufnahmen zu machen?

Ein schnelles Auge und Finger, Phantasie und einen Blick fürs Schöne.

Hast du das Gefühl, dass sich die Diana eher für Farb- oder Schwarz-/Weiß-Aufnahmen eignet?

Ich finde, Diana Fotos sehen in Schwarz-/Weiß besser aus. Schwarz-/Weiß ist nachsichtiger und das ist auch nötig, wenn man mit der Diana fotografiert. Man kann auch mehr mit dem Kontrast arbeiten und die Diana-Bilder wirklich hervorstechen lassen.

Wenn der Direktor der Great Wall Plastics Factory direkt neben dir sitzen würde, was würdest du ihm sagen?

Ich hätte gerne konkrete Zahlen darüber, wie viele der Dianas und Klone in der Vergangenheit produziert wurden. Es erstaunt mich immer wieder, dass eine Diana bei eBay für fast $ 100,00 verkauft wird, während ein selten gesehener Klon für $ 25,00 oder weniger verkauft wird. Ich kann euch garantieren, dass es fünfzig Mal mehr Dianas auf dem Markt gibt als Klone, aber die Leute wollen den Namen "Diana".

Hast du irgendwelche Ratschläge für neue Diana-Nutzer?

Verwendet eine Diana- oder einen ihrer Klone: ​​Sie sind im Grunde alle die gleiche Kamera und geben dem Nutzer die gleichen Effekte. Wenn ihr nach verschiedenen Looks wollt, probiert verschiedene Kameras aus. Alle unterscheiden sich geringfügig, aber Kameras mit dem Namen "Diana" können einen Haufen kosten. Du bekommst normalerweise für den Preis einer "Diana" ein paar Klone, mit denen du experimentieren kannst, während du auf dem Gebiet der Spielzeugkameras deinen eigenen Stil findest.

geschrieben von genevievedoyle931 am 2018-07-06 in
übersetzt von dopa

Ein Kommentar

  1. steamtug1959
    steamtug1959 ·

    Sehr interessanter Artikel !
    Kompliment & LG Ralph

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