Martina Hache mit der Lomo'Instant Wide

Martina Hache ist Fotografin und Filmemacherin aus Madrid. Sie teilt mit uns eine Reihe von Schwarz-/Weiß-Sofortbilder, die sie mit ihrer Lomo'Instant Wide aufgenommen hat und die Teil eines ihrer fortlaufenden Projekte sind.

Credits: Martina Hache

Dies ist die Fortsetzung eines persönlichen Projekts, in dem ich meine eigene Vision davon zeige, wie ich lebe - ich habe Angst und Depression durchlebt - und wie ich mit dem Gefühl der hartnäckigen Einsamkeit fertig geworden bin, wie ich das Gefühl mich ganz klein zu fühlen loswurde... wie ich mich in Angstattacken wieder selbst fand und wie ich mich selbst verletzte.

Fast jedes Mal, wenn ich an diesem Projekt gearbeitet habe, habe ich mit dem Körper gearbeitet, ohne das Modell zu personifizieren. Ich nehme an, dass das so ist, weil ich versuche, mich selbst zu formen, versuche zu ergründen, wie ich mich fühle. Dieses Mal habe ich mich entschieden, mit meiner Freundin Jessica zu arbeiten. Sie hat Prozesse durchlaufen, die meinen eigenen sehr ähnlich sind.

Ich glaube, was das Projekt zu dem gemacht hat, was es ist, ist, dass es diesmal nicht so sehr darum ging, mich selbst, sondern uns beide zu formen und unsere Therapien, Angstlöser, Antidepressiva und das, was wir fühlen zu thematisieren. Das hat es von einem entpersonalisierten Projekt zu einer Notwendigkeit gemacht, Jessica zu formen, und das zum Teil auch, um mich selbst kennen zu lernen und sich dem Wandel, den wir gemeinsam erlebt haben, zu stellen. Es geht darum, wie wir uns selbst verstehen, wie wir uns um uns selbst kümmern, oder wie wir manchmal nicht die Kraft haben, uns um uns selbst zu kümmern, wie wir manchmal ohne Stimme um Hilfe bitten, wie wir uns manchmal, ohne es zu wollen, selbst zerstören.

Ich habe das Gefühl, dass dieses Gespräch unsere Freundschaft gut wiedergibt. Eines Tages rief ich Jessica an und es war in etwa so:

M: "Ach Tantchen, es ist 6 Uhr abends und ich habe heute keine Lust zu leben... Denkst du, dass es eine schlechte Idee wäre, jetzt eine Schlaftablette zu nehmen? X sagt, ich sollte solche Sachen nicht nehmen."
J: "Kann man Schlaftablette ohne Rezept kaufen? - Mama, gehst du nach unten? Bringmir eine Schlaftablette und ein Bier. "

Manchmal würde ich gerne verstehen, woher all das kommt, ob das seit meiner Geburt in mir war, oder ob es an meinem Umfeld liegt... ob es die vielen bekloppten Typen waren, das Mobbing in der Schule oder mein anspruchsloses Selbstbewusstsein? Doch ich bin kein Freund vieler Worte bin (zumindest nicht gesprochene), versuche ich mich durch Fotografie selbst kennen zu lernen. Deshalb forme ich mich in dieser Art selbst.

Foto: Martina Hache

Danke für deine einführenden Worte. Wann hast du zum ersten Mal die Kraft der Fotografie entdeckt, innere Mechanismen zu verstehen?

Ich glaube, es gab keinen bestimmten Moment, an dem ich Fotos machte und ich mich fragte, was ich mit ihnen ausdrücken und zu welchem Punkt ich kommen wollte. Also entschied ich mich, damit zu beginnen viele Leute zu treffen, die mir helfen würden, und nach und nach fing alle an Gestalt anzunehmen und zu dem zu werden, was es jetzt ist.

Foto: Martina Hache

Erzähl uns mehr über deine Inspirationen.

Ich denke, ich suche nach Inspiration im Kino, bei Regisseuren wie Ulrich Seidl, Michael Haneke oder Yorgos Lanthimos, in ihrer Art, Dinge so roh, persönlich und narrativ darzustellen, dass sie einfach mal eben die Welt verändern. Ich glaube auch, dass wir alle indirekt oder direkt, auf Seiten wie Pinterest oder Instagram und den Leute um uns herum Inspiration suchen und / oder finden.

Foto: Martina Hache

Warum hast du dich dazu entschieden, bei diesem Projekt Schwarz-/Weiß-Filme zu verwenden?

Ich arbeite seit einiger Zeit an diesem Projekt, immer mit analogem Film in schwarz-weiß, vom ersten Moment an bis heute war das immer ein Element, um auszudrücken, wie ich mich fühle, wie ich die Dinge sehe.

Foto: Martina Hache

Hat sich die Arbeit mit einer Sofortbildkamera in irgendeiner Weise auf deinen Fotostil ausgewirkt?

Die Wahrheit ist, dass sie perfekt für diese Session war. Wie ich bereits gesagt habe, war es das erste Mal, dass ich versuchte jemanden anderen zu formen. Jessica ist weder ein Fotograf noch ein professionelles Model, und wir beide wollten gemeinsam etwas ausdrücken, daher hat es das Sofortbild einfacher gemacht, Kommentare zu machen, Verbesserungen vorzunehmen und zu einer gemeinsamen Position zu gelangen. Die Fotos im selben Moment zu sehen, hat uns ermöglicht, was wir dort sonst nicht hätte erreichen können.

Fotos: Martina Hache

Kannst du uns praktische Tipps für Portrait-Aufnahme mit der Lomo'Instant Wide geben?

Ich finde, es ist wichtig, dass man sie erst einmal kennen lernt, um sich bewusst zu machen, wie sie sich bei unterschiedlichem Licht verhält. Ich musste in dieser Session zum Beispiel einige Fotos wegwerfen, weil ich nicht abgewartet habe, um zu sehen, wie die Bilder geworden sind. Später fand ich heraus, dass ich die Belichtung um einen Wert herunterdrehen musste.

Foto: Martina Hache

Was wird die nächste Stufe dieses persönlichen Projektes sein?

Ich habe daran gedacht, mit Selbstportraits zu beginnen ... wir werden sehen, ob ich es wage.


Vergesst nicht, Martina auf Instagram zu folgen.
Model: Lilith Von Schwarz. Ihr findet sie ebenfalls auf Instagram.

geschrieben von rafaelcabral am 2018-02-21 in #gear #culture #people #places
übersetzt von dopa

Erwähntes Produkt

Lomo'Instant Wide

Lomo'Instant Wide

Ganz aufgeregt sind wir, denn wir stellen euch die Lomo'Instant Wide vor — die weltweit kreativste Sofortbildkamera mit Objektivsystem für das Fujifilm Instax Wide Format. Sie vereint qualitative Handwerkskunst mit vielseitigen kreativen Einstellungsmöglichkeiten, die Lomo'Instant Wide ist die richtige Sofortbildkamera für jeden, der die schönsten, verrücktesten und abenteuerlichsten Momente unseres Alltags in originellen, weitwinkligen, außerordentlich scharfen und perfekt belichteten Bildern festhalten will.

Mehr interessante Artikel