Rückblick auf die TEN AND ONE Residency Week: Claudia Saveja (@-dakota-)

Die TEN AND ONE Residency Week war intensiv und voller Aktivitäten. Wir machten LomoWalks, besuchten Museen und die Redaktion, reisten nach Bratislava und arbeiteten an unserer LomoWalls. Im Lomography HQ gab es für uns LomoLunch und LomoDinner.

Außerdem hatten wir die Gelegenheit, im Lomography Head Quarter an einem Cyanotype Workshop teilzunehmen, der von Michael Wuermer, einem jungen und netten Fotografen und Drucker, geleitet wurde.

Zuerst bat uns Michael, ein Bild aus unserem LomoHome auszusuchen und brachte uns ins LomoLab, um unsere Negative auszudrucken. Es war wirklich interessant zu sehen, wie die Mitarbeiter im Labor arbeiten. Sie waren sehr konzentriert und ließen sich keinen Moment lang ablenken, obwohl da elf neugierige Lomographen waren, die durch die Anlage stapften.

Dann gingen wir zurück zum Seminarraum und Michael begann zu erklären, wie die Cyanotypie funktioniert. An diesem Tag war Eleonore (@eleonorepairet) für die Verwaltung des Instagram-Accounts von Lomography verantwortlich und machte ein Live-Video während Michaels erzählte. Ich denke, das war sehr nützlich, weil so auch andere Leute die Möglichkeit hatten, interessante Fragen zu stellen.

Die Chemikalien, die in der Cyanotypie genutzt werden, sind Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanidoferrat(III). Zuerst werden sie einzeln mit destilliertem Wasser gelöst und danach zu gleichen Teilen zu einer Sensibilisierungslösung vermischt, die mit einem Pinsel aufgetragen wird. Als Material für den Druck kann man Aquarellpapier, Stoff oder jedes andere saugfähige Material verwenden. Es ist besser, Handschuhe zu tragen,´und den Raum gut zu lüften, die Lösungen sollte man nicht einatmen oder gar schlucken, obwohl keine der Chemikalien ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt. Dieser erste Teil muss im Dunkeln gemacht werden (fast im Dunkeln, man muss sehen schon noch sehen können, was man tut).

Nachdem man die Lösung auf das Papier gestrichen hat, muss zunächst alles trocknen. Bewahre das Papier an einen dunklen Ort auf, wenn du es nicht sofort benutzen möchtest. Wenn es getrocknet ist, kommt ein zuvor ausgedruckte Negativ auf das Papier und man legte das Ganze unter eine UV-Lichtquelle (Sonnenlicht oder UV-Lampe). Die Cyanotypie ist ein Kontaktdruckverfahren, d.h. man erhalten einen Kontaktabzug mit den gleichen Abmessungen wie das Negativ.

Die Belichtungszeit hängt vom Negativ ab, denk daran, dass die dunklen Bereiche des Negativs im fertigen Bild zu den Hellen werden und je dunkler sie sind, desto länger dauert es, um das Licht durchzulassen. Die transparenten Bereiche hingegen sind die dunkleren. Mit einer ultravioletten Lampe variiert die Belichtungszeit von drei bis fünf Minuten, bei Sonnenlicht braucht man länger.

Wenn man mit dem Blau und dem Kontrast nicht zufrieden ist, kann man den Druck in einer zweites Schale mit Essig baden und so die Lösung auswaschen. Dadurch wird der Druck sehr blau. Danach lässt man den Druck auf einer ebenen Fläche trocknen.

Cyanotypien von @-dakota-

Wenn ich das richtig verstanden habe, erhält man einen besseren Druck, wenn man ein hochkontrastreiches Negativ verwendet und ein entsprechendes Motiv wählt. Architekturaufnahmen funktionieren gut, aber manchmal liefern auch Porträts interessante Ergebnisse.

Cynotypien von @strangebutrubbish, @guanatos, and @gionnired.

Die Workshop-Erfahrung war sehr interessant und lustig. Ein großes Dankeschön geht an Michael, der immer geduldig und hilfsbereit war.

Zum Schluss muss ich aber noch von dem lustigen Vorfall erzählen, der am Ende des Workshops passiert ist. Mario (@guanatos) hatte mich und Giona (@gionnired) gebeten, mit ihm Italienisch zu sprechen, weil er sein Italienisch verbessern wollte. Also sprachen wir ein bisschen Italienisch und ohne zu merken, dass ich auch mit Michael Italienisch sprach, obwohl er nichts davon verstand, lächelte er einfach freundlich weiter. Vielleicht verstand er auch so, dass ich ihm danken wollte (vielleicht hatte er auch einfach nur Angst), doch als ich es merkte, entschuldigte ich mich natürlich umgehend und wiederholte auf englisch, was ich gesagt hatte.

geschrieben von Claudia Saveja am 2018-03-01 in #people #tutorials
übersetzt von dopa

Mehr interessante Artikel