5 Fragen zur analogen Fotografie mit Marit Beer

In unserer Serie “5 Fragen zur analogen Fotografie mit…” schicken wir die gleichen Fragen an verschiedene Fotografen. Dieses Mal verrät uns uns die Berliner Fotografin Marit Beer, warum man manchmal Jahre benötigt, um ein gutes Bild zu erkennen.

1. Erzähl uns in maximal drei Sätzen etwas über dich.

Ich bin von gestern, sammle tote Dinge und mag keine Raufasertapete. Wenn ich mal auf eine Party eingeladen werde, nehme ich mir immer ein Buch mit. Ich habe eine Handvoll Freunde und jeder einzelne ist mehr wert als alle Hasselblads & Leicas der Welt.

2. Warum fotografierst du noch analog?

Noch? Ich fotografiere analog weil ich mit genau dieser Fotografie groß geworden bin. Alles daran fühlt sich lebendig an. Es ist eine sinnliche Fotografie. Du legst den Film ein und er ist wie ein Geheimnis. Du ziehst den Film auf, spannst den Hebel. Die Geräusche lösen das Bild in dir und der Kamera aus. Du bist mit deiner Kamera verbunden, wie ein zweites Herz das zu deinem Auge wird.

Fotos von Marit Beer

3. Welche fotografische Ausrüstung (Kameras, Filme und Accessoires) hast du normalerweise in deiner Tasche?

Die Canon A-1 ist meine Immer-dabei Kamera, im Schrank verstaubt gerade meine Mittelformatkamera, die Kowa-Six, weil sie wie eine beleidigte Diva nach dem fünften Bild nicht mehr will. Die Holga nehme ich immer mit auf meine Reisen, weil sie erstens leicht ist und zweitens ihr Verlust mich nicht so sehr schmerzen würde. Derzeit habe ich auch eine Polaroid-Landcamera, leider nur geliehen aber die Bilder, die mit ihr gerade entstehen entzücken mich. Meine Lieblingsfilme sind der RPX 100 und 400.

4. Weihe uns in einen deiner Tricks ein, der immer zu einem großartigen Bild führt.

Lass dir Zeit. Wenn du Bilder gemacht hast, wähle dein Lieblingsbild und lege die Negative dann erstmal beiseite. Schaue sie dir über die Jahre immer wieder einmal an. Irgendwann wird sich dein Blick auf sie verändern und du wirst ein Bild sehen, das du vorher nicht beachtet hast.

Fotos von Marit Beer

5. Welche Fotografen beeinflussen deine Arbeit?

Joe Gantz Arbeit über Liebes-Paare war mein erstes Photobuch, die diffusen schwarz-weiß Aufnahmen der ekstatischen Gesichter haben sich fest in mir eingebrannt. Seine Art und Weise sich diesem Projekt zu nähern haben viel mit meiner heutigen Einstellung zu tun, wenn ich Menschen porträtiere.

Vielen Dank für das Interview Marit!

Wenn ihr mehr von ihren Arbeiten sehen möchtet, besucht ihr Flickr Profil, klickt euch durch ihr Portfolio oder schaut auf Facebook vorbei.

Ihr wollt noch weitere Fotografen kennenlernen, die für unsere 5 Fragen Serie Rede und Antwort standen? Alle Interviews findet ihr hier!

geschrieben von luzia_kettl am 2015-11-02 in #people #lomoamigo #5-fragen-serie #5-fragen-serie #marit-beer

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