Kamera-Sommer: Was bedeutet “Sunny 16“?

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Als Analogfotograf wirst du sicher schon einmal gehört haben, dass jemand von der “Sunny 16“ Regel sprach, wenn es darum ging, die korrekte Belichtungszeit / Blendenkombination zu ermitteln. Aber was hat es damit auf sich? Lies weiter und ich verrate es dir.

Tja, wo hattest du schon wieder deinen Kopf? Jetzt stehst du da und wolltest schöne Fotos mit deiner herrlichen Analogkamera machen, doch der Belichtungsmesser blieb zu Hause auf dem Tisch zurück. So oder ähnlich ging es sicher schon vielen von uns, jedoch ist dies kein Grund, auf das Fotografieren zu verzichten. Die Rettung in der Not: Die Sunny 16-Regel

Von: dopa

Diese Faustformel besagt nämlich, dass beim Fotografieren in direkter Sonne die korrekte Belichtungszeit dem Kehrwert der Filmgeschwindigkeit entspricht, wenn man die Blende auf f/16 einstellt. Oder anders gesagt: In der prallen Sonne belichtet man einen 100 ISO Film mit Blende f/16 für 1/100s, einen 400 ISO-Film mit 1/400 usw.

Von: dopa

Doch auch an den gefühlt 350 Tagen im Jahr, an denen die Sonne nicht so wunderbar scheint, kann man von der “Sunny 16“-Regel ausgehend die korrekte Belichtung ermitteln. Bei leichter Bewölkung verdoppelt man die Zeit oder halbiert die Blende, bei komplett grauem Himmel arbeitet man einfach mit dem Faktor 4.

Von: dopa

Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann man schon bei der Wahl des Films die ersten Fehler vermeiden, die sonst zu Überbelichtungen führen würden. Die “Sunny 16“-Regel gibt einem natürlich nur einen groben Hinweis, den Rest muss die Erfahrung bringen, z.B. wenn es darum geht, die Blende wieder zu verändern, wenn man in den Schatten tritt. Besser als ein zuhause gebliebener Belichtungsmesser ist sie aber allemal.

geschrieben von dopa am 2014-07-13 in #Ausrüstung #tutorials #tipster #iso #sommer #sonne #kamera #blende #sunny-16 #gefragte-beitraege

4 Kommentare

  1. vintaprint
    vintaprint ·

    Ich kenne eine ähnliche alte Regel mit dem (Werbe)spruch:
    Die Sonne lacht nimm Blende 8.
    Sie ist im Grunde genommen genau das gleiche nur ist man wahrscheinlich von einer niedrigen Filmgeschwindigkeit ausgegangen. In den 1960er galten Filme mit 18Din/50ISO als Normalemphindlich und 24Din/200ISO als hochempfindlich.
    Blende 16 hat natürlich noch den Vorteil der großen Tiefenschärfe. Die Kameras für Volk waren üblicherweise Dreilinser mit wenigen Einstellmöglichkeiten, Kleinbildkameras gab es mit Brennweiten zwischen 45 und 50mm. Rollfilmkameras hatten zwischen 75und 80mm Brennweite. In diesen Bereichen kann mit sehr bescheidenen Mitteln ordentlich Ergebnisse erziehlen, wenn man sich in Lichtstärke beschränkt. So gibt es diese Optiken im Kleinbildbereich ab Blende 2,8 und bei den Rollfilmkameras ab 4,5. Besonders genial ist die Agfa Clack die als eine Art aufgebohrte Lochkamera mit einer einzigen Linse auskommt.
    Merke man kann auch mit bescheidensten Mittel erstaunliches Erreichen.

  2. dopa
    dopa ·

    Die Faustregel "Sonne lacht, Blende 8" führte ich bislang auf die früher übliche Nutzung von orthochromatischen Filmen zurück, @vintaprint.

  3. trash-gordon-from-outer-space
    trash-gordon-from-outer-space ·

    Gut erklärt.

  4. dopa
    dopa ·

    Vielen Dank @trash-gordon-from-outer-space, eigentlich ist dieser Artikel nur Dank @pasadena85 entstanden, an der ich die Erklärung vorher ausprobiert habe.

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