Ein IR-Neuling und seine erste Rolle Efke IR820

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Hier könnt ihr meine ersten Eindrücke zum Efke IR820, sowie zur Entwicklung der Negative, erfahren. Aufgenommen wurden die Bilder mit meiner Pentax ME Super und dem HOYA Infrarot (R72) Filter.

Infrarot steht schon lang auf meiner To-Do Liste. Lange abgeschreckt von Berichten über die doch schwierige Handhabung des Efke IR820 war es nun endlich soweit. Film einlegen und los ging es! Bewaffnet mit Notizen für die verschiedenen Einstellungen für die Bilder 1 bis 36, meiner Pentax, dem Infrarotfilter und einem Stativ, ging es raus ins Grüne. An diesem Tag war es leider relativ windig, was sich auch auf meinen Bildern bemerkbar machte. Bei den Belichtungszeiten bis zu 2 Sekunden gibt’s da schon den ein oder anderen Blätternebel. Überrascht war ich jedoch, dass jedes der 36 Bilder anschließend zu einem (mehr oder minder guten) Ergebnis geführt hat und ich nun gut abschätzen kann, wie ich mit dem Efke IR820 zu arbeiten habe. Für diejenigen unter euch, die auch schon eine Weile überlegen, sich an der IR-Fotografie zu versuchen, habe ich hier mein Equipment und meine Erfahrungen mit dem Efke IR820 genau ausgelistet. Luft nach oben ist auf jeden Fall, aber für die erste Rolle ist meine Begeisterung groß – und beim nächsten sonnigen Tag ziehe ich wieder los! :)

Equipment:

  • Pentax ME Super;
  • Objektiv Pentax-M 1:1.7 50mm;
  • Filter HOYA Infrarot (R72);
  • Stativ

Kameraeinstellungen:

  • ISO 12; IR Fokuskorrektur wie in der Bedienungsanleitung beschrieben

Entwicklung:

  • Adox Adonal 1+25;
  • Adox Adofix 1+9;
  • Adox Adoflo 1+400;
  • Entwicklungstank Paterson Super System 4 (IR geeignet)

Ich habe den Film wie folgt entwickelt:

  • 2min Vorwässern
  • 8min Adonal / 30sek kippen / anschließend alle 30sek 3x kippen
  • 3x Zwischenwässern
  • 10min Adofix / 30sek kippen / anschließend alle30sek 3x kippen
  • 1x Wässern 5x kippen 2min warten
  • 1x Wässern 10x kippen 2min warten
  • 1x Wässern 20x kippen 2min warten
  • Adoflo

Die Negative bekamen kleine weiße Pünktchen, Ursache ist möglicherweise, das etwas über 20°C liegende Leitungswasser (wir haben sehr weiches Leitungswasser, Kalk schließe ich aus) und die Wässerung, möglicherweise war das zu viel für die Filmbeschichtung. Der nächste Versuch wird es zeigen. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Hast du dir jemals vorgestellt, Bäume und Laub in Weiß getaucht zu sehen? Wie wäre es mit schwarzem Himmel und schwarzem Wasser? Diese eigenartigen und atemberaubenden Effekte erzielt man mit einem Rotfilter und Infrarotfilm. Probiere den Efke IR820 Film, der deinen Fotos zusätzlich ein weiches Leuchten verleiht. Der Film ist eine gute Wahl für Mode, Porträt und Landschaftsfotografie. Erhältlich ist er in den Formaten 35mm und 120.

geschrieben von erisin am 2014-06-21 in #gear #review #ir #infrarot #entwicklung #pentax-me-super #efkeir820

5 Kommentare

  1. vintaprint
    vintaprint ·

    Herzlichen Glückwunsch.
    Tatsache ist das es mit "Klappe zu Affe tot" bei keinem IR Film getan ist.
    Aber das sollte einen nicht davon abhalten diese Filme anzuwenden.
    Wenn du du mit den weißen Körnchen die auf den Bildern sichtbaren meinst, es ist ganz normaler Staub. Ein lästiges Problem in "Labor". Erschwerend bei dem Efke Filmen ist die schwache Härtung der Emulsion. Staub der beim Trocknen an den Film kommt haftet besonders gut an der Emulsion.
    Abhilfe: 100%Staubfrei trocknen (nahezu unmöglich)
    Schlußbad nach dem Wässern im Stabibad vom C41 oder E6, dieses enthält neben Ablaufbeschleunigern Formaldehyd und wirkt härtend.
    Trockenraum vor dem Trocknen feucht putzen und vor dem Aufhängen des Films mit einer Blumenspritze Wasser im Raum versprühen. Fenster und Türen währen der Film dort hängt verschlossen halten. Labortage möglichst bei Regenwetter abhalten. An Regentagen ist weniger Staub in der Luft.

  2. erisin
    erisin ·

    @ vintaprint Danke. Die "Körnung" der Negative sieht man nur unter der Vergrößerung und anschließend auf den Positive. Meine Mutmaßung war daher das die Negative durch übermäßige Wässerung + die etwas zu hohe Temperatur zu "aufgeweicht" waren und sie dadurch beschädigt wurde (Die Bildfehler sind gleichmäßg über die Bilder verteilt.). Ich trockne die entwickelten Filme in der abgebrausten Duschkabine im frisch durchgewischten Bad. Den Tip dem Stabibad der C41 Chemie werde ich das nächste Mal ausprobieren, danke für den Tip.

  3. erisin
    erisin ·

    @vintaprint Sorry, da hat mir das Leerzeichen einen Strich durch die Verlinkung gemacht (s.o.).

  4. vintaprint
    vintaprint ·

    Das ist durchaus möglich, dieser früher gefürchtet Effekt heißt "Runzelkorn" und entsteht wenn der Temperaturunterschied zwischen der Verarbeitung und Schlußwässerung zu groß ist. Dies ist ein Problem existiert seit den 1990er Jahren praktisch nicht mehr, außer bei einigen Exoten wie den Efke Filmen. Bei modernen Filmen ist die Emulsion sehr stark "gehärtet" .
    Ich hab mir meinen aktuellen IR 820 noch mal kritisch unter der Lupe angeschaut. Obwohl ich ihn in Ultrafin SF, ein Feinkornentwickler erster Güte, entwickelt habe ist er recht runzelig in der Kornstruktur. Ich denke mal das da auch das Alter des Films ein Rolle spielt meiner, Ablauf 032013, war angeblich Kühlschrank gelagert. Es stand nicht dabei ob der Kühlschrank auch eingeschaltet war :-)

  5. erisin
    erisin ·

    Anbei eine Anmerkung nach der 2ten Rolle Efke IR820 (siehe Bildbeschreibung) www.lomography.co.th/homes/erisin/albums/2030114-second-rol… ( @vintaprint )

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