Model Kit 135 Camera 28mm

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Sie ist eine DIY-Kamera aus Fernost, die man im Netz zu einem geringen Preis bekommen kann. Vor der Nutzung ist natürlich eine Montage erforderlich. Lies weiter um mehr über das 135 Camera 28mm Model Kit zu erfahren.

Im Netz wird sie als “Do-It-Yourself-Holga” für 35mm-Film mir einer Brennweite von 28mm beworben. Voller Vorfreude wartete ich etwa zwei Wochen auf das Päckchen aus China. Als ich es öffnete und einen Blick hinein warf stutzte ich erst einmal. Anders als ich es von Holgas gewohnt bin, war nirgends der bekannte Schriftzug zu sehen und mir wurde klar: Das ist gar keine Holga! Mist, aber was ist sie dann?

Beim ersten Anblick des Bausatzes konnte ich mir nicht vorstellen, dass aus den 33 Teilen in dem verbeulten Karton eine brauchbare Kamera werden sollte. Ich fing also an zu basteln und war relativ schnell: Die Bauanleitung ist gar nicht schlecht.

Das Zusammenbauen ging mit einer Dauer von etwas unter einer Stunde ziemlich rasch, was natürlich auch an der Erfahrung durch die Konstruktor liegen kann. Die Teile ließen sich gut lösen und verbauen und sind, abgesehen von 6 Schrauben, 4 Federn und der Trageschlaufe, aus Plastik. Dies schließt die Optik natürlich mit ein.

Die Kamera hat ein 28mm Objektiv und ist somit etwas weitwinkliger als beispielsweise die LC-A. Die Größe der festen Blende ist nicht angegeben, zu erwarten ist jedoch ein Wert von etwa f/8, wie bei der La Sardina. Der feste Fokus bildet alles relativ scharf ab, was weiter als einen Meter entfernt ist.

Die Kopplung von Filmtransport und Auslöser macht die Aufnahme von Mehrfachbelichtungen unmöglich, dafür funktioniert der Bildzähler überraschend gut und das Gehäuseschloss macht ebenfalls einen guten Eindruck. Die Gefahr, dass einem der Deckel auf der Rückseite plötzlich aufspringt, besteht also nicht. Weiteres Extra ist der Linsenverschluss zum Schutz der “hochpräzisen” Optik, der bei geschlossenem Zustand den Auslöser sperrt. Nicht schlecht, Jackentaschen-Fotos passieren einem mit ihr also nicht. Die Möglichkeit zur Nutzung eines Blitzes gibt es leider nicht.

Im Gegensatz zu den Kameras von Lomography macht die Kamera einen eher unscheinbaren Eindruck, so dass die kleine Schwarze bei den ersten Probeaufnahmen weniger Aufmerksamkeit erregte als andere Kameras, die ich im Regal habe. Für die ersten Bilder nutzte ich einen 200 ISO Film an einem relativ sonnigen Tag. Im direkten Vergleich riskierte ich lieber den Film etwas über als unter zu belichten, die Verschlusszeit ist nämlich ebenfalls unbekannt, dürfte aber konstruktionsbedingt variieren.

Fotos aus dem Album MMXIV - XXXVIII 135 Model Kit

Wirklich scharf werden die Bilder mit der Plastiklinse natürlich nicht, aber ich mag das irgendwie. Die Kamera ist sehr speziell. Wer den Look der Bilder mag und sich zutraut den Bausatz zusammen zu setzen, der bekommt mit ihr für sehr wenig Geld eine sehr spezielle Kamera und kann darüber hinaus Spaß beim zusammenbauen haben. Wenn es um Kamera-Bausätze geht, empfehle ich aber jedem, der bereit ist nur wenig mehr zu investieren, die Lomography Konstruktor beziehungsweise das Lomography Konstruktor Super Kit.

geschrieben von dopa am 2014-04-02 in #gear #diy #35mm #review #135 #28mm #bausatz

4 Kommentare

  1. yago56
    yago56 ·

    Ich denke damit kann man elativ unbemerkt seine Motive angehen und die Bilder sind für eine solche kamera garnicht so schlecht.

  2. dopa
    dopa ·

    oh ja, das stimmt @yago56... das ist tatsächlich ein pluspunkt

  3. pearlgirl77
    pearlgirl77 ·

    ja bin auch verwundert über die bilder.. garnicht so schlimm wie gedacht :D

  4. dopa
    dopa ·

    stimmt genau @pearlgirl77, bin selbst überrascht

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