Eyecon's Edelkompakte - Yashica T4 / T5

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Beamen wir uns zurück in die 90er Jahre!
Mieser Eurodance á la Technotronic, Ace of Base und Unlimited macht sich in den Clubs breit. In der Mode dominieren der Girlie-Style und riesige Baggy-Pants.
Inliner lösen Rollschuhe ab und Ü-Eier-Figuren überschwemmen die heimischen Setzkästen. Doch nicht alles war schlecht! Die Fotoindustrie setzt zum letzten analogen Paukenschlag an und entwickelt die so genannten Edelkompakten!
Bei diesen Kameras handelt es sich um besonders hochwertig ausgestattete Modelle mit erstklassiger Verarbeitung und hochwertigen, lichtstarken Objektiven.
In dieser Serie gibt es einen kleinen Überblick über diese wunderschönen Kameras!
Heute schauen wir uns die Yashica T4 etwas genauer an!

Bild von hier

Technische Daten:
- aktiver Autofokus
- Carl Zeiss Tessar 35mm f/3,5 – Objektiv
- eingebauter Blitz
- Verschlusszeiten: 1s – 1/700s
- Film: ISO 50 – ISO 3200 (DX Code)
- Batterie: CR123A
- Maße: 116,5 × 63,5 × 37mm
- Gewicht: 170g

Diese kleine Vertreterin der Edelkompakten ist praktisch der Popstar unter den Kameras! Die Yashica wird oftmals als die Kamera genannt, mit der Foto-Superstars wie Terry Richardson, Ryan McGinley und Juergen Teller ihren fotografischen Stil geprägt haben.

So hat zum Beispiel Ryan McGinley Supermodel Kate Moss in einer ihrer besten Fotoserien mit der Yashica abgelichtet und Lady Gaga hat es gleich mit 2 Yashica – Shots auf das Cover des Rolling Stone Magazins geschafft!

Foto von hier

Viele der oben genannten Fotografen starteten ihre Karriere beim “Vice Magazin”, denn auch dort wurde die Kamera überaus geschätzt und viele Bilder im Magazin sind mit der kleinen Yashica entstanden.

Kommen wir aber mal zum Wesentlichen!
Kernstück dieser Kamera, die eigentlich von außen eher wie eine einfache Plastikknipse aussieht, ist das oftmals als “Adlerauge” bezeichnete Carl Zeiss Tessar 35mm f/3,5 – Objektiv mit 4 Elementen in 3 Gruppen.

Das Objektiv ist unglaublich leistungsstark und gibt die jeweiligen Motive fast verzeichnungsfrei wieder. Die Yashica braucht gerade deswegen den Vergleich mit weitaus teueren SLR’s auf keinen Fall zu scheuen.

Ein Minuspunkt geht allerdings an die etwas komplizierte Art den Blitz abzuschalten. Mehrmaliges Drücken auf den Programmknopf schaltet ihn zwar ab, allerdings merkt sich die Kamera das nicht.
Das heißt, nach erneuter Inbetriebnahme muss der Blitz immer wieder in den Ruhe-Modus versetzt werden. Das alles gilt natürlich nur bei schlechten Lichtverhältnissen, der Blitz ist natürlich nicht immer angeschaltet.

Zwei wesentliche Neuerungen wurden dann mit dem Nachfolgemodell, der Yashica T5, eingeführt.
Zum einen wurde ihr ein Spritzwasser-geschütztes Outfit verpasst, aber weitaus interessanter ist das sogenannte “SuperScope”, ein Waist-Level-Finder mit dem du auf Hüfthöhe oder über Kopf deine Schnappschüsse kombinieren kannst.
Also genau das richtige für Streetshots oder den “Shot from the Hip”.

Die T4 sowie die T5 sind auf dem Gebrauchtmarkt noch relativ häufig zu finden.
Allerdings wird man auch selten unter 150 Euro dafür bezahlen. Die T5 wird aufgrund ihrer oben beschriebenen Vorzüge oft noch teurer gehandelt.
Trotzdem ist sie für viele DIE Point & Shoot schlechthin.

Bild von hier

Hier ein kurzes Video, in dem ihr sehen könnt, wie Terry Richardson die T4 einsetzt.

…und auch Community-Member Mijonju hat noch ein Wörtchen über die Kult-Yashica zu verlieren:

geschrieben von eyecon am 2012-02-06 in #Videos #gear #yashica #review #t4 #eyecon #luxus #t5 #edelkompakte #kompaktkamera

4 Kommentare

  1. georgebaker
    georgebaker ·

    Danke für die vielen schönen Reviews! Da könnte man neidisch werden! ;)

  2. smu
    smu ·

    Tessar Objektive sind ein Knaller. Hab in meiner Werra 1 eines mit großartiger Lichtstärke von f/2,8 - und die Kamera ist von Anfang der 50er!

  3. vintaprint
    vintaprint ·

    Schöner Beitrag.
    Ich hatte auch mal eine Yashica T4. Die gebrauchten T4 sind heute teuerer wie die neuen seinerzeit. Meine hatte ab dem 10 Film ein anderes immer ungesunderes Betriebsgeräusch. Nach 2 Jahren war der Einschaltknopf der Kamera defekt und funktionierte nur noch sporadisch. Ich hatte sie danach für 20DM an einen Bastler verkauft.
    Nein die T4/T5 sind trotz ihres guten Objektiv keine Edelkompakten, sondern ganz normale, zu teuer gehandelte Kompakte. Die Bilder von ihr waren Spitze, aber kein bischen besser wie die aus einer Olympus mju2, einer Konica Big mini 201 oder einer Panasonic 625 af mini. Alle diese Kameras haben ein ähnlich aufgebautes Objektiv. Nur Yashica darf diese Objektiv Zeiss Tessar nennen
    darf. Bei den Objektiven der Mitbewerber handelt es um ebenfalls Tessare nur das sie anders genannt werden. Das Objektiv der Pansonic ist z.B. eine Leica Rechnung, ein von Minolta gebautes Elmar. Bei Schneider heist dieser Objektivtyp Xenar und bei Kodak Ektar.
    Schöne Kamera, wegen des Preises und der Fertigungsqualität kein Kauftipp von mir. Andere Kameras sind genauso gut kosten und kosten häufig nur 1/3 des Preise einer T4.

  4. vintaprint
    vintaprint ·

    Gestern fand ich im Ebay eine Auktion einer T4 für 180€, da muss schon tief durchatmen, heute habe ich eine ander Auktion für eine T5 gefunden, diese Kamera soll für EUR 1.287,86 vertickt werden. Das ist lachhaft im wahrsten Sinne des Wortes Ver Kauft.
    Viel Spaß mit dem Müll der solangeerfunktioniertsehrguteBildermachtdasabernichtsehrlangetut.

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