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Ich habe eine Kamera, ich werde reisen

Ich verreise sehr gerne und liebe es, dabei wunderbare Fotos zu machen. Na gut, wer tut das nicht. Lass mich dir ein paar meiner Geheimnisse verraten, um gute Reisebilder zu bekommen.

Wie die meisten Sachen profitiert auch die Reisefotografie von ein bisschen Vorbereitung.

Wahl der Waffen

Gute Reisebilder beginnen schon bei der Auswahl der Kamera: wenn du nur zwei oder drei Kameras besitzt ist es leicht, nimm einfach alle mit! Aber wenn du nur ein kleines bisschen Sammler bist wie ich, wird es schon schwerer. Nimm dir einen Moment Zeit zu überlegen, was du willst. Knackige, klare, National Geographic-artige Bilder. Dann wähle eine Kamera mit Glaslinsen, am besten eine Spiegelreflexkamera oder eine TLR.

Weiche, verträumte Bilder? Wähle zwischen der Holga oder Diana.

Mehrfachbelichtung? Wähle zwischen LC-A+ oder einer anderen Lomography Kamera.

Panoramas? Nimm die Horizon oder die Spinner 360.

Was für Wetter wird dich erwarten? Eine Menge Regen? Dann eine wasserfeste Kamera. Heller Sonnenschein oder Schnee? Kleine Plastiklinsen werden dir gute Dienste leisten. Trübes Wetter? Benutze Glaslinsen oder etwas, was nicht so viel Licht benötigt, um gut belichtete Fotos zu machen.

Großartig für Regentage

Zu guter Letzt: wie viel willst (oder kannst) du tragen? Eine zweiwöchige Tour durch die Berge ist sicherlich nicht dafür geeignet, die schwere Spiegelreflex oder die Horizon mitzunehmen. Aber auch ein luxuriöser Städte-Trip kann deine Schulter überlasten, wenn du zu viele Kameras dabei hast (habe ich gemacht).

Munition

Das Nächste ist natürlich die Wahl des Films. Für die National Geographic-Bilder kannst du normale Negativ-Filme nehmen. Bei grauem Wetter kann z.B. X-Pro oder Redscale etwas mehr Farbe in deine Bilder bringen. Oder mach ganz was anderes und fotografiere Schwarz/Weiß. Sonnige Strände oder Ski Pisten werden gut bei 100 ISO, für andere Gelegenheiten empfehle ich höhere ISO Werte, vor allem, wenn du mit einer Plastiklinse aufnimmst. Ich nehme immer eine Mischung von Negativ, Dia und Schwarz/Weiß mit und achte darauf, dass jede Kamera einen anderen Film enthält.

Zugriff

Wie das Klischee schon sagt: die beste Kamera ist die, die du dabei hast. Das ändere ich mal ab in: die beste Kamera ist die, die du innerhalb von fünf Sekunden in der Hand hast. Wenn du nicht gerade mit anderen Fotografie-Begeisterten unterwegs bist, sind deine Begleiter schnell ungeduldig, wenn sie alle zehn Minuten warten müssen, bis du deine Kamera herausgeholt und die Einstellungen gemacht hast, das Motiv justiert, Auslöser gedrückt und die Kamera wieder verstaut ist. Also achte darauf, dass du deine Kamera schnell griffbereit hast. Ein bequemer Tragriemen ist eine wertvolle Investition.

Wenn ich bei gutem Wetter wandere, habe ich eine Kamera immer am Tragriemen um den Hals, eine weitere mit einem Karabiner am Rucksack befestigt, und noch eine im Rucksack, die ich herausholen kann, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen. Wenn das Wetter schlechter ist, habe ich zwei Kameras in meinen Jackentaschen, und eine wasserfeste am Rucksack befestigt. Das sieht nicht sehr vorteilhaft aus, aber ich kann innerhalb weniger Sekunden ein Foto machen. Und manchmal hast du auch nicht länger Zeit dafür.

Siehst du, wie der Kameragurt aus meiner Tasche linst?

Und dann – Schuss!

Und jetzt das Wichtigste: das eigentliche Fotografieren. Gute Reise-Fotografie ist auch nicht viel anders als Alltags-Fotografie. Das Wichtigste ist, deine Augen offen zu halten und wenn du zweifelst, losschießen. Versuche dich an Regel zu erinnern, wie die Drittel-Regel, Platz lassen, Bildkomposition. Das sind hilfreiche Tricks die wirklich helfen. Wenn du sie erst mal beherrschst, dann kannst du sie immer noch brechen, aber ich finde, sie sind eine gute Richtlinie.

Etwa 1/3 Himmel, 2/3 Land, eine Straße die in das Bild führt, Wanderer bei einem Drittel des Bildes.

Einige meiner Lieblingstechniken:

Eine Straße, ein Fluß, eine Bordsteinkante oder ähnliches, was von einer Ecke in die Mitte des Bildes führt, bringt das Auge dazu, ihm zu folgen. Das ist meine Lieblingstechnik, die immer geht. Es muss auch keine richtige Straße sein, halt einfach die Augen offen.

Eine Strasse führt in einen deutschen Wald. Wer weiß, was dahinter versteckt ist.
Korsische Treppen führen in das Bild.

Wenn du Landschaften aufnimmst, versuche auch etwas im Vordergrund zu haben, um Tiefe zu erzeugen. Ich habe schon oft fantastische Landschaften fotografiert, die dann auf den Bildern langweilig aussahen: eine grüne Linie Land unten, eine blaue Linie Himmel oben, zusammen eher ein flaches Foto. Wenn noch etwas im Vordergrund ist, gibt das automatisch mehr Tiefe und das Bild wirkt interessanter.

Zwei Wanderer dienen als Vordergrund in einer verschwimmenden Landschaft auf Grönland.

Vergiss die Details nicht. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, mache ich oft Bilder von verwaschener, weiter Landschaft. Es ist verlockend zu versuchen, so viel wie möglich in das Bild zu packen, vor allem wenn man in neue, exotische Länder reist. Aber vergiss nicht auch ein paar Details aufzunehmen, ein lustiges Schild, eine hübsche Skulptur an der Ecke eines Hauses. Wenn man 50 Bilder von Bergen angesehen hat, ist es schön, mal nur eine Blume zu sehen.

Grönland Blume
Dartmoor Grenzstein
Maria über einer Korsischen Tür

Ein bisschen Kontrast in deinen Motiven kann sehr schön wirken. Alt versus Neu, Groß gegen Klein. Du verstehst schon.

Der kleine Wanderer unterstreicht die Größe der korsischen Pinie.
Ich mag den Kontrast zwischen dieser deutschen Fabrik und der Blume.

So, dass sind meine Tipps für gute Reisebilder. Jetzt los, geh raus und mach mich neidisch mit deinen Aufnahmen.

geschrieben von stratski, übersetzt von slika

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