Hast du ein Konto? Anmelden | Bist du neu bei Lomography? Registrieren | Lab | Aktuelle Seite:

Wie man eine doppelte Pinholekamera aus Streichholzschachteln baut

Der World Pinhole Day, der jedes Jahr am letzten Sonntag im April stattfindet, ist eine gute Gelegenheit, um mit euch diese Anleitung zu teilen. Vor einigen Jahren setzte ich zwei Streichholzschachteln zusammen, um eine Kamera zu bauen, die skurile Panoramaaufnahmen ermöglicht: sich überlappende Bilder, Mehrfachbelichtungen oder einfach nur nebeneinander stehende Aufnahmen. Wenn ihr Herausforderungen und Überraschungen mögt, dann könnte dies eine Kamera für euch sein.

Ich baue schon einigen Jahren Pinholekameras und nun wollte ich euch eines meiner ersten Modelle vorstellen. Als ich damals die Bilder der Kamera in den Händen hielt, waren sie spaßig und andersartig. Die Überlappungen, Lightleaks, die unebenen Kanten – all die Einzelheiten trugen zum Bildaufbau bei. Die Herstellung der Kamera nimmt etwa 30 Minuten Zeit in Anspruch (vorausgesetzt ihr seid etwas handwerklich begabt). Der Zusammenbau ist nicht schwer und erfordert keine besonderen Werkzeuge, eigentlich ist es sogar besser, alte Materialien wieder zu verwerten!

Man braucht:

  • zwei kleine Streichholzschachteln, in die ein Kleinbildfilm passt
  • schwarze Farbe, Stifte oder wenn möglich mattes Spray
  • schwarzes Isolierband
  • etwas Karton für den Verschluß
  • einen Stiel von einem Lolli (die perfekte Entschuldigung den Lolli erst zu essen!)
  • eine gebrauchte und leere Filmpatrone
  • ein neuer Film
  • eine Filmdose aus Kunststoff
  • ein Skalpell oder Bastelmesser
  • Metall von einer Dose oder Alufolie
  • ein Stück Faden
  • und (optional) ein Lineal
  1. Wenn ihr euch die normale Streichholzchachtel anseht, werdet ihr feststellen, dass ein Kleinbildfilm dort perfekt hineinpasst. Schneidet in den inneren Einsatz eine Form, die euch gefällt, für meine Kamera wählte ich einen Panoramaausschnitt. Die Innenseite bemalt oder besprüht ihr dann schwarz, am besten in einem matten Farbton.
  1. Macht mit der zweiten Streichholzschachtel das gleiche, aber diesmal verändert ihr die Höhe der ausgeschnitten Maske und setzt sie etwas tiefer, dadurch wird man einen Ausschnitt für Panoramaaufnahmen weiter oben und den anderen weiter unten haben.
  1. Nehmt nun die Außenhüllen der Streichholzschachteln und findet die Mitte heraus, das Loch soll hinterher jeweils in der Mitte des Auschnittes der Innenseite sein. An dieser Stelle wird ein kleines Loch geschnitten, wo später das eigentliche Pinhole befestigt wird. Wiederholt diesen Schritt mit der zweiten Streichholzschachtel und kontrolliert auch hier, ob das Loch mit dem Ausschnitt des inneren Einsatzes zusammenpasst… diesmal eben unten.
  1. Für den nächsten Schritt braucht man ein kleines Stück Metall mit etwa einem Zentimeter Kantenlänge, auf jeden Fall sollte es das Loch in der Außenseite abdecken. Das Metall kann entweder von Getränkedosen oder von Wegwerfgeschirr stammen, oder sogar eine Kupferscheibe sein (solange sie so dünn wie Aluminium ist). Bohrt das Loch mit einer Nadel, indem ihr die Nadel oder das Metallstück dreht, bis ihr durch das Metall seid. Es bleibt durch das Bohren immer ein Metallgrat zurück, selbst wenn der nicht immer sichtbar ist. Am besten fühlt man, wie stark der Grat ausgeprägt ist, und verwendet feines Schleifpapier um ihn zu glätten. Passt auf, dass ihr dabei nicht die runde Form des Loches zerstört und dass es auch bei einem Loch bleibt. Schleift dazu am besten beide Seite vorsichtig in kreisenden Bewegungen ab! Schwärzt nun beide Seiten des Metalls, oder auch nur eine, wie ihr wollt.
  1. Bringt nun eine Metallplatte so mittig wie möglich vor dem Loch der ersten Streichholzschachtel an und befestigt es mit dem schwarzen Isolierband an allen vier Kanten. Passt auf, dass ihr das Loch nicht zuklebt. Anschließend wiederholt ihr diesen Schritt mit der zweiten Streichholzschachtel.
  1. Platziert nun die beiden Schachteln nebeneinander, ohne sie zu zusammen zu kleben.
  1. Ich nehme an, dass ihr einen “Klicker” haben wollt, um die Bilder zu zählen. Er ist nicht zwingend notwendig, also wenn ihr darauf verzichten könnt, dann überspringt einfach diesen Schritt. Ich schnitt einen kleinen beweglichen Teil aus dem oberen Rand einer Filmdose mit einem Skalpell aus und klebte ihn so an der Filmdose fest, dass er in die Transportlöcher des Filmes ragt.
  1. Befestigt nun die Filmpatrone mit etwas Klebeband, aber stellt sicher, dass sich der Film noch gut bewegen lässt.
  1. Verbindet nun die beiden Streichholzschachteln mit etwas Klebeband und setzt die Innenteile mit den herausgeschnittenen Masken ein. Danach wird der Film hinter den Inneneinsätzen durchgeführt, dadurch erhält eine gute Führung und wird flach gehalten. Zieht nun den Film soweit heraus, dass er auf der anderen Seite der Schachteln herausragt.
  1. Nun wird der Film mit den Filmresten der gebrauchten Filmpatrone verbunden. Benutzt dazu einfach etwas schwarzes Klebeband oder Tesafilm. Überpfüft nun, ob der Film sich transportieren lässt. Wenn die Filmenden verbunden sind, dreht etwas an der Filmpatrone, um diese so nah wie möglich an die Streichholzschachteln zu bewegen, verklebt sie dann fest und gründlich, um Lichteinfall zu verhindern.
  1. Jetzt sollte alles passen und sicher sein. Vielleicht ist es nicht die schönste Lösung, aber es funktioniert!
  1. Jetzt sollte das ganze so aussehen.
  1. Ihr könnt jetzt noch Nummerierungen oder Verzierungen anbringen.
  1. Nur zur Erinnerung in welcher Richtung der Film transportiert wird.
  1. Jetzt werden noch Verschlüsse gebraucht, um den Film vor Licht zu schützen. Die einfachste Methode ist schwarzes Klebeband zu verwenden, oder wie man bei mir sehen kann ein Stück Karton. Die Auslöser baute ich aus Bindfaden.
  1. Die Rückwand der Kamera ist lang genug, um sich kurze Notizen über die Belichtungszeiten zu machen. Das ist besonders beim ersten Film hilfreich, wenn man keine Ahnung hat, welche Ergebnisse man zu erwarten hat. Und der Platz reicht sogar noch für einen Stift! Der Lolli-Stiel kann gekürzt und in die Filmpatronen gesteckt werden, um den Film zu transportieren.

Und hier habt ihr eure eigene Pinholekamera! Seht euch einige Beispielbilder der Kamera an.

geschrieben von kylewis, übersetzt von winterschlaefer

Es gibt noch keine Kommentare

Lies den Artikel in einer anderen Sprache.

Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English. Den Artikel gibt es auch auf: Nederlands.