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Wie man Bilder rettet, die sogar das LomoLab schon aufgegeben hat – Extreme-Scan it Yourself!

Wie man mit einem Scanner aus schlecht belichteten Bildern noch das Beste rausholt.

Das ist die Geschichte einer verloren geglaubten Rolle Lomo Colour Negativ Film. Nachdem der Film voll war, ist beim zurückspulen fälschlicherweise die Klappe der Filmkammer aufgegangen. Ein Teil des Films war kurz Licht ausgesetzt (künstliches Licht drinnen. Uh-oh!).

Den Film habe ich zum Entwickeln ins LomoLab geschickt und Ausdrucke sowie Scans bestellt. Aber als der Film zurückkam, klebte auf dem Paket ein “unexposed/nicht belichtet”-Sticker und es enthielt weder Ausdrucke noch Scans.

Nicht belichtet? Ich wusste, dass auf dem Film Bilder waren, da ich sie selbst aufgenommen habe. Als ich die Negative überprüfte, konnte ich auf einigen blasse Bilder erkennen. Ich habe den langen Filmstreifen vorsichtig geschnitten, damit ich die Bilder in der Negativhülle mit Hilfe einer Lichtbox genauer ansehen konnte.

Der bearbeitete Film: einige ganz schlechte Belichtungen und nur 1,5 gut belichtete Bilder am Ende (der erste und vierte Streifen waren umgedreht).
Es gab 1,5 gut belichtete Bilder auf dem 19. und 20. Frame. Auf fünf anderen Frames konnte ich blasse Bilder erkennen. Ich beschloss, die guten Bilder zu scannen und zu versuchen, aus den anderen auch noch etwas rauszubekommen.

Die korrekt belichteten Bilder waren einfach zu scannen. Die anderen Frames benötigten etwas extreme Scan-Varianten. Schaut euch das Foto oben an und ratete mal, wie viele Fotos ich retten konnte.

Hier ist das Ergebnis…

Überraschenderweise habe ich am Ende mehr Bilder bekommen als erhofft, nachdem ich mich ein bisschen mit der Scan-Software herumgespielt habe und die Einstellungen ziemlich extrem verändert habe.

EXTREME SCANNING

Die Filme habe ich mit einem Epson Flachbett-Scanner in Kombination mit der Epson Scan-Software gescannt. Die Beschreibung unten bezieht sich auf die die Bedienelemente in Epson Scan (in italienisch), aber andere Scan-Softwares haben ähnliche Einstellungen.

Man muss die Einstellungen manuell einstellen – also alle automatischen Scan- und Bildkonfigurationen abschalten (in Epson Scan: ‘Professional Mode’ einstellen), u.a.: Auto-Belichtung, automatischer Abgleich, Unscharfmaskierung, Farbrestauration, Entrasterung etc. Bedingt durch die schlechte Belichtung, waren bei diesem Film die Kanten der einzelnen Frames nicht mehr erkennbar. Die Software dieses Scanners erkennt die Frames normalerweise automatisch – deshalb muss man diese Funktion abstellen, um sie händisch zu definieren. (in Epson Scan: ‘Thumbnail Preview’ ausschalten).

Nachdem alle Konfigurationen ausgeschaltet waren, habe ich diese Funktionen benutzt:

  • Histogramm
  • Farbtonkorrektur
  • Helligkeit/Kontrast/Sättigung/Farbbalance
  • Digital Ice zur Staubentfernung (wenn dein Scanner darüber verfügt)
Das Epson Scan ‘Professional Mode’-Interface, die oben erwähnten Bedienelemente sind hervorgehoben.

Die oben gezeigten Bilder sind das Resultat, nachdem ich die ersten drei Paramenter auf der obigen Liste justiert habe. Das muss man mit der Scan-Software machen (nicht mit einem Nachbearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop), damit die Einstellungen schon beim Scannen angewandt werden, um noch soviel wie möglich aus dem Rohbild herausholen zu können.

Wenn man Belichtung, Helligkeit und Kontrast extrem verändert, führt das zu Farbveränderungen (zumindest mit dem Epson Scan). Ich habe mich entschieden, nicht zu versuchen, das zu verhindern, sondern stattdessen damit zu arbeiten. Angesichts der schlechten Belichtung sind auf dem Film keine “echten Farben” mehr. Also verglichen mit den schlechten Fotos, die ich sonst bekommen hätte, denke ich, dass die verzerrten Farben die Bilder interessant machen. Was denkt ihr? Ist diese Form der Bildbearbeitung akzeptabel, wenn wir doch echt analog bleiben wollen?

Bei diesen Bildern (unten), die in einem Boxring aufgenommen wurden, habe ich mich entschieden, der Körnung ein bisschen mehr Action zu verleihen, indem ich den Staubfilter benutzt habe. In Photoshop wählen: >Filter >Noise >Dust & Scratches…

Foto von digitaljunk

Hah, Ich scherze nur. In Wirklichkeit habe ich einen analogen Staubfilter benutzt – den Film nicht reinigen und die Funktion Digital Ice abschalten! Um das Ergebnis noch zu vergrößern kann man den Film vorher auf einen Teppich legen. Bei diesen Bildern habe ich mir gedacht, dass das Fehlen der Ränder (wodurch die Sequenzen verschmelzen) und die Körnung durch die schlechte Belichtung der Kampfstimmung noch zuträglich waren. (Ihr könnt das Foto anklicken und den Superviewer benutzen, um es genauer ansehen zu können. Bbedenkt, dass diese Bilder von den ersten Frames auf dem dritten Filmstreifen waren, auf dem man anfänglich gar nichts erkennen konnte.)

Und die Moral der Geschichte ist… wenn du weißt, dass auf deinem Film Bilder waren, auch wenn das Lab sagt, dass da keine Bilder sind – gib nicht auf, sondern versuche sie zu retten. Die Resultate von extremen Scan-Maßnahmen könnten dich überraschen!

geschrieben von digitaljunk, übersetzt von sisu14

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English. Den Artikel gibt es auch auf: Spanish.