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Lichtmalerei mit Stahlwolle

Manchmal überkommt doch jeden nächtlicher Übermut. In diesem Tipster werde ich euch erklären, was ihr bei Lichtmalereien mit Stahlwolle tun solltet und was besser nicht, so dass ihr rausgehen und richtig coole, schöne Bilder schießen könnt und euch dabei wie ein totaler "Iron Man" fühlt!

Vor einiger Zeit, als ich mal wieder im Internet unterwegs war, stolperte ich über krass feurige Bilder. Ich war in heller Aufregung (manchmal bin ich wie ein kleiner Hund, wenn er spektakuläres Spielzeug in die Pfoten kriegt…), und habe sofort nachgeforscht. Am nächsten Wochenende war ich bereit, selbst mit Stahlwolle Fotos zu machen. An dieser Stelle soll gesagt sein, dass ich sehr viel Spaß hatte und mit den Ergebnissen mehr als zufrieden bin, besonders weil ich halt ein analoger Anfänger bin. Ich habe mich entschieden, meine Erfahrungen mit euch zu teilen, weil die Technik so phänomenal ist und ihr sie auf jeden Fall ausprobieren solltet! Ihr müsst nur sehr aufpassen, nicht die ganze Stadt oder sonstiges niederzubrennen!

Okay, jetzt zum geschäftlichen! Ihr braucht:

  • eure Kamera (ich habe meine Sprocket Rocket verwendet, aber jede andere Kamera mit “Bulb”-Mode, also Langzeitbelichtung, sollte auch gehen!)
  • Film (ich haben einen Fuji Superia 200 und einen Lomography CN 400 benutzt, die haben beide super funktioniert)
  • ein Stativ ist praktisch, schließlich machst du ja Langzeitaufnahmen, die nicht verwackeln sollen
  • einen Schneebesen, möglichst einen, der nicht mehr in der Küche benutzt wird
  • ein Schlüsselband oder Drahtseil, dass am Schneebesen befestigt wird
  • Stahlwolle (die Fasern sollten nicht zu dick sein, Feinheitsgrad 0 bis 0000 sollte funktionieren, ich hatte 00)
  • ein Feuerzeug oder eine 9-Volt Batterie
  • je nachdem wie sicher ihr es mögt, feuerfeste Kleidung oder zumindest etwas, was nicht sofort in Flammen aufgeht
Eine Rolle Stahlwolle

Die Idee dahinter: Ihr befestigt das Schlüsselband am Schneebesen, so dass ihr damit herumschleudern und schwingen könnt. Das hier ist meine sehr professionelle Konstruktion:

Jetzt nehmt ihr so viel Stahlwolle, wie in den Schneebesen passt, ihr könnt es noch ein bisschen aufbauschen, das ergibt eine bessere Luftversorgung und damit auch mehr Funken. Feine Stahlwolle entzündet sich sehr einfach. Mit einem Feuerzeug reicht es, an einer oder zwei Stellen die Wolle anzuzünden, bis sie etwas glimmt. Wenn ihr dann anfangt damit herumzuschwingen, entzündet sich der gesamte Bausch von ganz allein.
Als Alternative könnt ihr auch eine 9-Volt Batterie verwenden, um die Stahlwolle anzufachen. Wenn ihr die Batterie-Variante verwendet, transportiert die Batterie und die Wolle AUF GAR KEINEN FALL in der gleichen Tasche, wie gesagt, sie entzündet sich unfassbar schnell.
Wenn ihr den Schneebesen mit der brennenden Stahlwolle rumschwingt entstehen Funken, je schneller ihr schwingt, desto mehr Funken fliegen. Je nachdem, wieviel Wolle ihr verwendet und wie schnell ihr schwingt, brennt die Stahwolle zwischen 5 und 20 Sekunden.

Wenn ihr eine Kamera im Bulb-Modus benutzt, könnt ihr den gesamten Vorgang der Funkenbildung erfassen. Selbstverständlich ist es notwendig, die Kamera nicht zu bewegen, also verwendet ein Staitv oder einen festen Untergrund. Am einfachsten ist es Freunde einzuspannen – ein Kabel-Auslöser macht in dieser Situation nicht wirklich Sinn – und zusammen hat man sowieso mehr Spaß! Hier einige Bilder, die entstanden sind:

Die Umgebung ist Alles! Die Funken springen von jeder Oberfläche zurück, auf die sie treffen, also denke an Tunnel, Brücken, schmale Gassen oder Wege bei der Umgebungsauswahl! Wenn du Glück hast, gibt es in deiner Umgebung eine alte, leerstehende Fabrik. Das Zusammenspiel von Funken und der industriell anmutenden Umgebung ist fantastisch!

Schon ganz aufgeregt? Solltest du auch! Aber da ist noch eine Sache, über die unbedingt geredet werden muss: Sicherheit.

  • Du erinnerst dich daran, dass ich sagte: “Die Umgebung ist Alles”? Nun, das betrifft sowohl die ästehtische und praktische sowie die sichere Seite dieser Technik. Du schleuderst Funken durch die gesamte Umgebung, und Funken können ziemlich weit fliegen, also achte darauf, einen Ort auszuwählen, an dem du sicher bist, nichts in Brand setzen zu können. Wenn du direkt neben Gras, Büschen oder Bäumen deinen Feuerball schwingst, mache das nur, wenn es kurz vorher viel geregnet hat – sollte es auch nur das kleinste Anzeichen für Entflammbarkeit geben: LASS ES LIEBER!
  • Für die ersten Versuche greife lieber zu Schutz-Kleidung: Lange Ärmel, Hosen, ein Hoodie oder sonstiges, was deine Haare vor Funken schützt, Handschuhe und vielleicht sogar eine (Schutz-)Brille. Das ist noch wichtiger, wenn ihr plant, den Schneebesen horizontal über euch kreisen zu lassen. Es tut zwar nicht weh, wenn Funken auf Hände oder sowas fallen, aber ihr wollt sie sicherlich nicht im Haar haben.
  • Viel gefährlicher als kleine Funken sind die etwas größeren Brocken Stahlwolle, die manchmal abfliegen. Das sind Stücke geschmolzenen Eisens, die eine Zeit lang brennen. Wenn du siehst, dass das irgendwo passiert, gehe sicher, dass es aufgehört hat zu glühen, bevor du dein nächstes Foto aufnimmst. Diese Stückchen sind extrem heiß, also sei vorischtig.
  • Es ist sicherlich schlau, einen Feuerlöscher mitzunehmen, selbstverständlich für die Sicherheit, aber es erweist sich auch als praktisch, wenn jemand dich jemand fragt und du ihm zeigen kannst, dass du nicht die gesamte Nachbarschaft niederbrennen willst.
  • Gehe sicher, dass die Funken den Rest deines Stahwolle-Vorrats nicht erreichen: ein Funke auf der unentzündeten Rolle reicht und deine Fotosession ist höchstwahrscheinlich beendet.
  • Wenn du fertig bist, bleibe noch ein wenig am Ort um sicherzugehen, dass du – und sei’s nur unabsichtlich – wirklich kein Feuer gelegt hast. Gehe notfalls die ganze Umgebung ab!

Okay, jetzt kann es logehen. Wenn du dich dazu entscheidest, es nach dem Lesen sofort auszuprobieren, schick mir eine Nachricht, sobald du die Bilder hochlädst, ich kann es kaum abwarten, was ihr aus der Technik macht. Bindet ein paar Models ein, bezieht ein paar andere Lightpainting-Techniken dazu, verwendet abgefahrene Perspektiven oder sucht einfach die beste Location, alles ist möglich! Seid vorsichtig, aber am wichtigsten: Habt Spaß dabei!

geschrieben von math0165, übersetzt von jan-rosker

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.