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So ermittelt man die richtige Belichtung für Langzeitbelichtungen

Wenn ich Langzeitbelichtungen mache, habe ich keine Lust eine Tasche voll mit Ausrüstung mitzuschleppen. Ich nehme einfach meine Kamera, schraube sie auf ein Stativ und gehe los. Da ist kein Platz für einen Belichtungsmesser jeglicher Art. Aber wie schaffe ich es, die richtige Belichtung hinzukriegen? Hier ist mein Tipp.

Foto von jutei

Als erstes musst man ein bisschen Basiswissen haben und verstehen, was zum Beispiel die Blendeneinstellung bewirkt und was ein f-stop ist. Es gibt dazu einen tollen Artikel von amirulshahrom, den du hier lesen kannst.

Die Idee ist es, den Belichtungsmesser deiner digitalen Spiegelreflex (DSLR) als Lernhilfe einzusetzen. Nimm deine DSLR mit nach draußen und richte sie auf verschiedene Szenerien. Versuche dir die verschiedenen vorgeschlagenen Belichtungseinstellungen zu merken. So lernst du langsam, die unterschiedlichen Lichtbedingungen ohne einen Belichtungsmesser einzuschätzen… du wirst einfach selbst zu einem Belichtungsmesser.

Bevor du rausgehst, erkläre ich noch einmal, wie du es genau machen sollst. Stelle deine DSLR als erstes auf Blendenautomatik. So gibt dir deine Kamera die korrekte Verschlussgeschwindigkeit für die von dir ausgewählte Blende an. Stelle deine DSLR als nächstes so ein, dass sie zu deiner analogen Kamera passt. Bei rechteckigem Format entspricht die Brennweite der Diana Mini der Brennweite eines 30 mm Objektivs, die Blendeneinstellung auf “bewölkt” ist f/8, die Verschlussgeschwindigkeit ist 1/60s. (Vergiss nicht, dass du die Brennweite deiner Objektivs bei manchen DSLRs mit dem Crop-Faktor multiplizieren musst, um sie mit der Brennweite deiner analogen Kamera abzustimmen. Zum Beispiel muss ich bei meiner Nikon D80 die Brennweite mit 1,5 multiplizieren. Um die 30 mm der Diana Mini zu erhalten, muss ich mein Nikkor 18-50mm auf etwa 20mm einstellen.)

Stelle deine DSLR auf die höchstmögliche ISO-Zahl ein (bei mir ist es nur 1600). Der Grund, wieso wir die ISO auf den höchstmöglichen Wert einstellen und nicht passend zu deinem Film, ist, dass die Lichtbedingungen manchmal zu dunkel für den Belichtungsmesser der DSLR sein können. Wenn es zu dunkel ist, schlägt meine D80 keine Verschlussgeschwindigkeiten mehr vor, sie sagt einfach “zu niedrig”. Mit einer höheren ISO-Einstellung kannst du die Einstellungen rausfinden und dann die richtige Belichtung für deinen Film errechnen. Du kannst solche ’Lernspaziergänge" so oft machen, wie du möchtest, oder einfach deine DSLR aus dem Fenster halten, um ein paar grobe Zahlen zu erhalten, bevor du rausgehst, um Fotos zu machen.

Hier nochmal ein Beispiel:
Wenn deine DSLR dir eine Verschlussgeschwindigkeit von 4 Sekunden bei ISO1600 vorschlägt und du einen ISO200 Film eingelegt hast, wäre die korrekte Belichtungszeit 12 Sekunden. Es sind 3 f-stops Unterschied zwischen ISO1600 und ISO200, also ist alles, was du tun musst, einfach die vorgeschlagene Verschlussgeschwindigkeit mit drei multiplizieren (4s x 3 = 12 Sekunden).

Aber warte, eine Sache musst du noch beachten: die böse Reziprozität! Im Prinzip bedeutet es einfach, dass der Film bei langen Belichtungszeiten länger belichtet werden muss, als der Belichtungsmesser vorschlägt. Ich war damit nie so pingelig, aber wenn die Belichtungszeit über 5 Sekunden liegt, lasse ich den Verschluss einfach ein paar Sekunden länger offen, nur um eine Unterbelichtung zu vermeiden.

Ich hoffe das hilft euch die richtige Belichtungszeit zu errechnen.

geschrieben von jutei, übersetzt von kkzbra

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