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Feuer frei! Teil 1: Grundlagen zum Fotografieren von Feuerwerk

Dieser Artikel zeigt dir die Grundlagen der Feuerwerksfotografie: welchen Film du verwenden musst, was für Einstellung an der Kamera vorgenommen werden müssen und weitere nützliche Tipps.

Foto von digitaljunk

Wenn du ein begeisterter Lomograph bist, dann hast du sicher schon Light Paintings probiert. Mit der Feuerwerksfotografie ist es ähnlich. Stell es dir so vor: Anstatt dass du mit einer Lichtquelle vor der Kamera Bilder in die Luft malst, macht das nun das Feuerwerk für dich!

Siehst du die Gemeinsamkeit? Die drei Fotos zeigen es deutlich: vom Light Painting (Foto 1) über die Wunderkerzen (Foto 2), hin zum Feuerwerk (Foto 3):

Das Geheimnis ist, den Verschluss solange offen zu lassen, bis das Feuerwerk sich ganz entfaltet hat und zu verglühen beginnt. Und genau wie beim Light Painting willst du ein klares Bild haben, das optisch beeindruckt, daher musst du die Kamera während der Belichtung so still wie nur möglich halten. Ein gutes, stabiles Stativ ist da Pflicht. Auch ist es sehr nützlich, einen Fernauslöser zu benutzen.

Filme:

Ich empfehle einen 100 ISO Farbnegativfilm (wenn du mit Blende F8 oder F5,6 fotografierst) oder einen 100 ISO Diafilm, um gecrosst lebhafte Farben zu bekommen.

Kameraeinstellungen:

  • Blende: F8 oder weiter (eine Blende/F-Nummer kleiner als 8)
  • Auslöser: Du brauchst (vorzugsweise) eine Kamera mit einer B- (bulb) oder T- (time) Einstellung, die also eine Langzeitbelichtung möglich macht. (Wenn deine Kamera das nicht hat, lies meinen Tipp weiter unten). Steigt eine Rakete in den Himmel, drückst du den Auslöser bis sie ganz explodiert ist. Lasse erst wieder los, wenn sie schon verglüht.

Witziges zum Ausprobieren:

  • Multiple-Exposure-Explosionen! Die Bilder haben ja einen schwarzen Hintergrund, sind also bestens für Doppelbelichtungen (oder dreifach, vierfach!) geeignet. Nachdem du das Feuerwerk fotografiert hast, spule den Film zurück (bei Kleinbildfilmen nicht ganz zurückspulen, sonst verschwindet das Ende in der Filmpatrone; oder du nimmst einen “Film-Herauszieher”) und lasse ihn noch mal durch die Kamera laufen – das gibt ein paar fantastische Doubles.

Ein Double mit Feuerwerk und einer Aufnahme bei Tageslicht:

Foto von mandashitley

Ich habe ein Double mit Feuerwerk und Neonlichtern geschossen:

Foto von digitaljunk
  • Feuerwerk ist verglühendes Licht (Licht, das durch Hitze entsteht), daher werden die Farben auf Filmen, die für Tageslichtaufnahmen hergestellt wurden, eher rötlich. Du kannst Farbfilter nehmen oder einen Kunstlicht-Film (Tungsten), um die Färbung zu beeinflussen. Wenn du mit Farbfiltern experimentierst, versuche mal 200 ISO oder 400 ISO-Filme, statt wie oben vorgeschlagen 100 ISO.
  • Wenn du mutig bist, kannst du auch versuchen, ein Teleobjektiv zu benutzen. Mit einem 180mm Tele bekommst du eine kräftige Nahaufnahme (bei Kleinbildkameras). Problematisch ist nur, die Rakete auf das Bild zu bekommen, denn du weisst nicht, wo genau am Himmel sie explodiert.
  • Hat deine Kamera keine Möglichkeit zur Langzeitbelichtung (B- oder T-Modus), kannst du dennoch mit etwas Ausprobieren zu guten Feuerwerksfotos kommen. Versuche zum Beispiel folgendes:
  1. Benutze einen empfindlicheren Film mit einem hohen ISO-Wert (400 oder höher)
  2. Nimm die längste Belichtungszeit, die deine Kamera hergibt. Montiere sie auf ein Stativ. Drücke den Auslöser erst, wenn die Rakete schon explodiert ist und sich die Explosion gerade voll entwickelt und am hellsten ist.
  3. Deine Bilder sind vielleicht noch immer unterbelichtet. Falls du denkst, dass dies der Fall sein könnte, benutzte den Film für ein oder zwei weitere Belichtungen (siehe oben). Nutzt du ihn für Doppelbelichtungen bei Tageslicht, bekommst du mit dem zweiten oder dritten Bild vielleicht wieder eine ausgeglichene Belichtung hin.

Hast du selbst noch ein paar gute Tipps für die Feuerwerksfotografie, die oben noch nicht genannt worden sind? Hast du dich an Mehrfachbelichtungen gewagt? Bitte teile deine Weisheit mit uns allen!

Willst du mehr wissen? Dieser Artikel ist der erste einer dreiteiligen Masterclass-Serie zur Feuerwerksfotografie. Die anderen Artikel sind:

  • Teil 2: Wie man Feuerwerke mit verschiedenen Lomo Kameras festhält (La Sardina, Diana F+, Diana Mini, Sprocket Rocket, Holga, Fisheye No.2, Lubitel 166)
  • Teil 3: Zehn Vor-Ort-Tipps für die Feuerwerksfotografie.

geschrieben von digitaljunk, übersetzt von wort-und-bild

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.