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Reiseporträts: Methoden, wie man sich Freunde macht

Du verreist bald? Vielleicht möchtest du ein Porträt von interessanten Personen machen, die du triffst. Hier sind ein paar tolle Tipps von PhotoTuts+, wie du dich mit Leuten anfreundest, die du auf Reisen fotografieren möchtest.

von Peter West Carey

Wenn du gerne reist und Porträts machst, dann kennst du wahrscheinlich das Dilemma, wenn du Leute fotografieren willst. Die meisten sehen das als Problem. Wenn du um Erlaubnis bittest (was ich für richtig halte), dann wird die Person nicht so ‘natürlich’ agieren, wie zuvor und machen wahrscheinlich nicht mehr das, was dir zuvor positiv aufgefallen ist. Wenn du einfach knipst, kann das unhöflich sein und die Person verärgern, die du für toll genug hieltst, um sie zu fotografieren. Was tun?

Ich wollte eine andere Option, statt einem dieser Extreme, mit dem wir uns bei Reisen befassen müssen. Für mich ist sehr sehr wichtig, sich daran zu erinnern, dass das Reisen in einem fremden Land nicht bedeutet, dass man in einem Zoo ist. Viele sehen das ganz anders – ein fremdes Land ist so anders (oftmals komplett anders) und die Dinge sind so neuartig, dass die Begeisterung an jeder Ecke lauert.

Als Fotografen ist es natürlich für uns, dass wir einfach knipsen wollen. Aber wenn wir Menschen so behandeln, als wären sie Kuriositäten im Zoo, die man fotografiert und dann als neues Wunder ausstellt, dann verpassen wir eine der besten Sachen am Reisen: die Verbindung.

Heute hoffen wir, dir einige Methoden zeigen zu können, die dir helfen, bessere Reiseporträts mit nach Hause zu nehmen.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Beobachte

Bleib ruhig. Das ist der erste Trick. Nimm dir die Zeit, an einem Platz länger als 10 Minuten zu bleiben und dein Bildobjekt dabei zu beobachten, wie sie ihren Kram verrichtet. Du wirst nämlich ein Teil der Menge und fällst nicht als „noch ein Tourist“ auf (und sei ehrlich, außer du lebst da, dann bist du nur ein weiterer Tourist).

Zweitens, die erste Aufnahme, die du machen willst? Es ist vielleicht nicht die beste Aufnahme und oftmals ist es sie auch nicht. 10 Minuten sind nicht lange, aber sie geben dir einen besseren Einblick in die Persönlichkeit deines Bildobjekts. Ich weiß, dass nicht jeder so viel Zeit hat, vor allem, wenn man bei einer Tour mitmacht, die nicht rein aufs Fotografieren aus ist. Aber wenn du die Zeit hast, dann nimm sie dir.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Freunde dich an

Wenn du ein wenig gesessen bist, dann nimm dir die Zeit, dich mit der Person anzufreunden. Wenn es eine Sprachbarriere gibt, dann lächle, wenn du in die Augen der Person blickst. Das hat für Millionen von Jahren für unsere Spezies geklappt. Augenkontakt ist unheimlich wichtig für eine menschliche Verbindung (und wenn du dich dabei seltsam fühlst, dann übe das zu Hause, bevor du verreist).

Stell einen Tag lang Augenkontakt mit den Menschen in deiner Stadt her. Blicke in ihre Augen, bis sie weg schauen. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es einfacher wird. Lerne auch, ‘Hallo’ in der Landessprache des Ortes zu lernen, den du besuchst. Es lohnt sich, das zu wissen und ‘Ich verstehe nicht’ ist auch wichtig zu wissen, wenn jemand schneller spricht, als du verstehen kannst, vor allem, wenn du nur ‘Hallo’ sagen kannst. Wenn man versucht, in der Landessprache von jemanden zu sprechen, erleichtert das eine Anfreundung enorm.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Biete an

Biete auch ein wenig von deiner Geschichte an. Bringe Bilder von deiner Familie, Freunden, Tieren und Stadt. Zeig ihnen, wer du bist. So kannst du dich leicht mit ihnen anfreunden und sie wissen, dass du nicht einfach nur etwas mit nimmst. Biete auch an, etwas von ihrem Laden oder ihren Waren zu kaufen, wenn sie denn etwas verkaufen (solange etwas dabei ist, das du wirklich willst). Mache den ersten Schritt und freunde dich an, bevor du um etwas bittest.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Plaudere

Das Wetter. Ihre Familie. Verkehr. Das Geschäft. Wähle ein Thema und bleibe dabei. Hier ist ein einfaches Beispiel, „Ist es zu dieser Jahreszeit immer so heiß/kalt?“ Eine geschlossene Frage, aber ein Gespräch wird eingeleitet und hilft, wenn du ein wenig schüchtern bist. Auch hier hilft es, wenn du ein wenig der Landessprache sprichst. Selbst wenn du nicht viel sagen kannst, kannst du den Satz lernen „wie sage ich _____ in eurer Sprache?“ Man wird es dir anrechnen, dass du versuchst, etwas von der Sprache zu lernen und offen bist. Viele Leute helfen gerne und das gibt ihnen die Chance, genau das zu tun. Es zeigt, dass du verletzlich, offen und menschlich bist.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Frage

Am besten fragst du nun, nachdem du dich ein wenig unterhalten hast. Der Schlüssel liegt darin, zwei Fotos zu machen. Eines ist eher ein Standardfoto „sag Cheese!“, das du auch in dem Tutorial siehst. Selbst wenn die Person nicht lächelt, wie der Digboda oben, der ruppige Herr in dem Bild – es ist ein Testament dafür, wer sie sind. Die zweite Aufnahme kann man machen, wenn man schon beinahe weggeht oder sich verabschiedet. Lass sie wieder das machen, was sie getan haben, bevor du sie getroffen hast, wie hier mit dem Akkordionspieler. Sie sind entspannt und ärgern sich nicht, wenn du noch ein Bild machst.

Wenn du wirklich ein Fotojournalist bist, kannst du nicht einfach all diesen Regeln folgen. Aber die meisten von uns sind keine echten Fotojournalisten, die nur eine Berichterstattung mit nach Hause bringen wollen, wie denn das Leben dort wirklich aussieht. Die meisten von uns machen Ferien. Wenn du dir die Zeit nimmst und die Reise ausdehnst, um etwas neues zu sehen, dann nimm dir die Zeit, dich mit den Menschen zu unterhalten und so die Kultur, Land und Leute näher kennen zu lernen.

Jetzt zu einigen praktischen Tipps für die Aufnahmen.

Wähle eine große Blende und geh näher ran

Eine Technik ist der klassische Porträtzuschnitt. Hochformat, auf etwa 70-105mm herangezoomt und eine große Blende (f/2.8 – f/5.6), damit die Person sich vom Hintergrund absetzen, aber nicht zu sehr, damit sie im Umfeld verankert bleiben. Der Hintergrund hat auch eine Geschichte, die erzählt werden soll, aber der Hintergrund tritt nicht in den Vordergrund.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Verwende einen Aufhellblitz

Sogar im hellen Tageslicht hilft ein Aufhellblitz, um noch etwas mehr Licht in dein Bild zu bringen (das man in den Augen der Person sieht) und so werden Schatten vermieden, die von einem Hut oder Tränensäcken kommen könnten. Da ist ein Blitz an deiner Kamera, meistens ein schwächerer Blitz, hilfreich. Selbst wenn dieser nicht viel aufhellt, werden die Augen der porträtierenden Person aufgehellt.

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Denk an das Umfeld

Ein direktes Porträt erfüllt meistens seinen Zweck, aber wenn du reist, lohnt es sich meistens, etwas des Umfeldes einzufangen. So bekommt das Bild etwas Kontext und wenn du die Bilder jemanden zu Hause zeigt, können sie sich den Ort besser ausmalen (und die Leute im Internet, wenn du die Bilder online stellst).

Foto von Peter West Carey von PhotoTuts+

Anmerkung des Redakteurs: Peter West Carey zeigt noch im Detail, wie er die Bilder oben gemacht hat, also vergiss nicht, dir den ganzen Artikel auf PhotoTuts+ anzusehen!

Phototuts+ ist eine Quelle, um zu allen Aspekten der Fotografie etwas zu lernen. Wenn du Fotografie liebst, wird Phototuts+ eine wahre Schatztruhe mit hilfreichen Ratschlägen sein. Wirf auch immer weider einen Blick auf Phototuts+, weil sie jeden Monat einen Lomography Tipster vorstellen. Deiner könnte schon der nächste sein!

geschrieben von plasticpopsicle, übersetzt von wolkers

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.