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Die zehn Regeln der Fotografie, die du brechen solltest

Die 10. Regel der Lomographie besagt: Vergiss die Regeln! Warum? Lies diese einfachen Ideen, die deine Kreativität anregen und über die akademischen Regeln der Bildkomposition hinausgehen.

Die 10. Regel der Lomographie: Vergiss die Regeln! Vielleicht wurden diese Regel schon vor der Lomographie niedergeschrieben, im Buch “Principles of Composition in Photography” des großartigen LIFE Fotografen Andreas Feininger. Hier sind ein paar seiner Anschauungen.

Die Regeln der Bildkomposition sind als Anhaltspunkte zu betrachten, die aber viele gültige Ausnahmen haben. Manchmal führt erst der Bruch der Regeln zu einem guten Bild. Das stimmt natürlich nur und ausschließlich, wenn der Fotograf auch weiß, was er tut.

So nimmt Feininger in seinem Buch viele akademische Regeln auseinander:

  1. Der goldene Schnitt (und ich füge die „Drittelregel“ hinzu, bei der ein Bildobjekt 1/3 vom Rand des Bildes entfernt platziert wird) sorgt für Haromonie und eine friedliche Bildatmosphäre – und kann sehr langweilig wirken.
  1. Die „S“-Kurve ist die am meisten wiederholte Bildkomposition in der Fotografie.
  1. Die Theorie der „Führungslinien“, die den Betrachter zum wichtigsten Bildobjekt lenken sollen, ist falsch, wie viele wissenschaftliche Studien beweisen. Das Auge entdeckt schnell den interessantesten Teil eines Bildes. Das für den Fotografen wichtigste Objekt sollte nicht mit etwas anderem um die Aufmerksamkeit des Betrachters buhlen müssen.
  1. Bestimmte Bildkompositionen, die auf Dreiecken, Diagonalen und anderen geometrischen Figuren basieren, existieren nur in den Gedanken der Fotografen, die sie praktisch in die Bildkomposition „hineingelegt“ haben. Der Betrachter, der das Bild unvoreingenommen ansieht, macht sich keine Gedanken um solche Regeln.
  1. Der Horizont in einem Bild sollte niemals die Komposition in zwei gleich große Hälften teilen, damit monotone (langweilige) Bilder vermieden werden. Aber was, wenn der Fotograf das Gefühl der Langeweile zum Ausdruck bringen möchte?
Foto von sirio174
  1. Bewegung und Aktion sollte immer von links nach rechts statt finden, in Leserichtung. Falsch: In anderen Kulturen (z.B. der jüdischen oder der arabischen) liest man von rechts nach links!
  1. Der Raum vor dem Motiv sollte größer sein, als der Raum dahinter. Auch das trifft nicht immer zu: zum Beispiel eine rennende Person an einer Ecke des Bildes, die in Laufrichtung geht, erzeugt den Eindruck des “Ankommens” und das ist wichtig, wenn du Sportveranstaltungen fotografierst (wie z.B. einen Marathon).
Foto von sirio174
  1. Bei einem Portrait solltest du mehr Platz in Blickrichtung der Augen lassen, wenn die Person in die Kamera schaut. Falsch. Wenn man dieser Regel nicht folgt, kann das dem Bild Spannung verleihen.
  1. Die hellen Stellen eines Bildes sind für das Augen interessanter als die dunklen. Falsch. Denn eine dunkle Form mit klaren Begrenzungen in einer großen, reinen Umgebung zieht das Auge sofort an.
  1. Wiederholung oder eine Regelmäßigkeit von ähnlichen Elementen können interessante Muster produzieren. Falsch. Es gibt keinen Grund, warum ein Muster oder eine Aneinanderreihung von vielen fast identischen, uninteressanten Objekten besser wäre als ein interessantes Objekt.

Auf der anderen Seite sagt Feininger in seinem Buch, dass es mindestens drei Regeln gibt, zu denen er noch nie eine Ausnahme gefunden hat:

  1. Kleine, weiße Bereiche des Motivs oder des Hintergrundes an den Kanten des Bildes vermitteln einen unruhigen und “angefressenen” Eindruck. Diese Bereiche sollte in der Dunkelkammer abgedunkelt oder abgeschnitten werden.
  1. Kurven und runde Formen sollte nie den Rand eines Bildes berühren, sondern mit Mut abgeschnitten werden, bevor sie den Rand berühren, damit sie für den Betrachter über den Bildrand hinausgehen, da dieser sich nun vorstellt, wie die Kurve weiter verläuft.
Foto von sirio174
  1. Gerade Linien sollte nicht an der Kante des Bild aufhören, sondern in einem gewissen Abstand davor.
Foto von sirio174

Ich hoffe, diese zehn Regeln zum „brechen“ können eurer Kreativität zusammen mit den 10 Goldenen Regeln der Lomographie auf die Sprünge helfen!

Als Quellen für diesen Artikeln dienen Andreas Feinigers “Photographic Seeing” (1973) und “Principles of Composition in Photography” (1973).

geschrieben von sirio174, übersetzt von wolkers

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