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Portraits auf der Straße

Hier ist ein Tipster, in dem unser Held seine geheimen Kräfte verrät - oder: Tipps für Portraits auf der Straße.

Kürzlich habe ich beschlossen, mehr Portraits auf der Straße zu machen. Ich mache schon seit etwa einem Jahr Straßenfotografie (oder heimliche Aufnahmen von Fremden unterwegs… manchmal ist es nicht wirklich eine Straße, sondern eher ein Durchgang durch einen Park oder Garten) und langsam möchte ich etwas Neues testen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Portraits auf der Straße zu machen:

  1. Mache einfach ein Bild ohne zu fragen und gehe weiter. Manche Leute finden das unhöflich, andere lächeln oder lachen. Andere sprechen dich laut mit Sprüchen wie „Für wen hältst du dich?“ oder ähnliches.
  2. Frage höflich, ob du vielleicht ein Portrait der Person machen darfst.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich früher sehr introvertiert war. Manchmal kommt das immer noch durch. An solchen Tagen verbietet mir meine Frau dann zum Fotografieren rauszugehen, weil ich dann richtig knatschig bin. Aber an anderen Tagen, mache ich Bilder von ahnungslosen Passanten oder gehe zu Fremden hin und frage, ob ich vielleicht ein Bild machen darf.

Der Trick ist, es einfach zu tun. Nach einer Weile gewann ich Selbstbewusstsein und machte mir keine Gedanken mehr, was die Person wohl denken könnte, wenn dieser Kerl mit den wilden Haaren und den wilden Augen wie ein Irrer mit einer alten Kamera vor ihrem Gesicht umher wedelt und ein Bild von ihnen machen will. Außerdem hatte ich weniger Angst, was sie sagen würden. Das Schlimmste, was sie sagen können, ist wirklich “nein”. Und wenn jemand “nein” sagt, ist das Beste, es einfach dabei zu belassen und weiter zu gehen (das ist mir in der Tat nie passiert, aber das ist ja logisch).

Wenn du eines dieser Alphatiere bist, der keine Angst vor irgendetwas haben, dann trifft das nicht auf dich zu. Aber wenn du ein wenig schüchtern bist und dich unwohl dabei fühlst, auf Fremde zuzugehen, dann probiere das: Als ich mit Portraits auf der Straße anfing, machte ich ein Mug Shot Project. Ich begann damit bei der Arbeit und fragte Kollegen, ob ich vielleicht ein Bild von ihnen machen könnte. Am Ende des Films fühlte ich mich sicher genug, Fremde zu fragen, ob sie für mich posieren würden. Deshalb rate ich: Fang in deiner Komfortzone an.

Einen weiteren Tipp, der es erleichtert, auf Leute zuzugehen und sie zu fotografieren, habe ich von Garry Winogrand. Ich habe mal auf einer Website ein Interview mit ihm gelesen, an das ich mich nicht genau erinnere (aber ich schwöre, dass es Garry Winogrand war). Wenn Winogrand auf Leute zuging, um ein Bild zu machen, lächelte er. Er lächelte die ganze Zeit: als er auf sie zuging, beim Fotografieren und wenn er zur nächsten Aufnahme überging, dann nickte er und lächelte. Dadurch bekommt man eine Verbindung zum Model, so dass sie wissen, dass du ihren Beitrag zu deiner Kunst schätzt und zudem beruhigst du sie – streng genommen dringst du ja bis zu einem gewissen Maße in ihre Privatsphäre ein. Außerdem würde ich ein kleines “Dankeschön” aussprechen, bevor du weiter gehst. Meine Eltern haben mich schließlich zur Höflichkeit erzogen.

Wenn du fragst und die Person stimmt zu, dann nimm dir Zeit. Mach es richtig und mach es gut. Mach vielleicht ein Bild oder sogar zwei (wenn die Person es erlaubt). Es gibt nichts schlimmeres, als herauszufinden, dass du nicht nur deine Zeit, sondern auch die einer fremden Person verschwendet hast.

Wen du fotografierst, liegt ganz bei dir. Ich mache am liebsten Aufnahmen von Menschen, die ich “interessant” finde. Meistens kann ich gar nicht sagen, was sie für mich so interessant macht. Manchmal sind es ihre Gesichtszüge oder welche Kleidung sie tragen. Manchmal ist es ein üppiger, großer Bart. Manchmal gefallen sie mir einfach und ich muss ein Bild machen.

Hier sind ein paar “interessante” Leute:

Egal ob du nun geheim fotografierst oder dich Fremden vorstellst, ich hoffe, du findest etwas interessantes, das dich neugierig macht. Ich freue mich über alle Links zu Portraits von der Straße! Ich würde sie gerne sehen!

geschrieben von rrohe, übersetzt von wolkers

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