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Klevere Collagen: Eine Hommage an die Meister des Surrealismus

In diesem Tipster zeige ich euch, wie man relativ einfach und mit viel Spaß eine Collage inspiriert von surrealistischen Gemälden und Gedichten machen kann. Bei dieser Collage war ich von René Magritte inspiriert.

Meine Leidenschaft für Surrealismus begann sehr früh, als ich ein Buch über Kunst las, und das Interesse wuchs, als ich 2000 nach Paris zog. Es ist die Stadt der Museen und außerdem wurde diese künstlerische Bewegung dort gewissermaßen geboren. Meine Gier nach dieser Kunstrichtung wurde durch hunderte von Ausstellungen gestillt – ich war in sieben verschiedenen europäischen Ländern! Ich kann euch versichern, dass jede Ausstellung von Miro, Dalí, Ernst, Tanguy, Man Ray, der DaDa-Bewegung und vielen anderen mehr als nur ein intellektueller Orgasmus für alle fünf Sinne war!

Collagen zu machen ist mir nicht neu. Ich habe schon viele davon gemacht, aber ich habe sie alle mit einem Bildbearbeitungsprogramm erstellt. Als ich vom Lomography Collage Rumble erfuhr, war das eine tolle Gelegenheit eine handgefertigte, analoge Collage zu machen.

Für dieses Collagen-Experiment bitte ich euch jetzt, zunächst ein Bild zu visualisieren, und dabei ohne zu zögern widersprüchliche Elemente und Konzepte zu verbinden, damit die üblichen Formen und Funktionen der Objekte manipuliert werden; wir wollen Metaphysisches, das Gewöhnliche und das Material kombinieren, um intellektuelle und visuelle Erwartungen über die Realität und das Gewohnte zu vermischen, so dass ihnen neue Bedeutungen und Zwecke zukommen, indem man sie in einen ungewöhnlichen Kontext setzt!
„Nur weil ich nicht die Bedeutung meiner Kunst kenne, bedeutet das nicht, das sie keine hat“, sagte Dalí. Also zögert nicht, Elemente der Fantasie mit der Realität überlappen zu lassen, so dass die Realität verändert wird und die Regeln der Logik gebrochen werden. Lasst alles, was im alltäglichen Bewusstsein stattfindet aus dem unbewussten Teil eures Gehirns „explodieren“! Irrational, paranoid, halluzinogen, symbolisch, paradox und unkonventionell, behaltet diese Worte im Sinn!

Werkzeuge und Material:

  • Abzüge ausgewählter Bilder (besser ist ein dickeres Papier)
  • Kleber
  • Schere
  • ein Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Photoshop, Gimp)
  • Durchschlagpapier / Kohlepapier
  • Acrylfarbe oder flüssige Tinte

Seht euch die Details eines Gemäldes genauer an, das euch gefällt. Ich persönlich habe mich von Magrittes Bildern und deren Motiven inspirieren lassen, die sich bei ihm oft wiederholen und auf die sich auch andere Maler in ihren Gemälden beziehen.

Der blaue Himmel mit den weißen Wolken ist ein dominantes Element in Magrittes Bildern und erzeugt eine multidimensionale Illusion von Zeit und Raum, wenn man auf die flache Oberfläche der Leinwand blickt (unter anderem bei den Gemälden: L’entrée en scene; The seducer; Scheherazade), deshalb wählte ich meine besten Aufnahmen von Wolken aus. Magrittes imaginäre Person eines Mannes im Anzug mit Fliege und einer Melone, dessen Gesicht von einem Apfel verdeckt wird; eine Taube etc. haben zu seinem internationalen Erkennungswert beigetragen (ein Selbstporträt) (The Son of Man; The Man In the Bowler Hat).

Deshalb hab ich das Bild des Anzugs ausgeschnitten und auf das Bild mit den Wolken skizziert (nur den Oberkörper, aber ich hätte sonst auch die ganze Silhouette aufzeichnen können), das Magrittes „High Society“ ähnelt. Achtet auf die Maße eurer Bilder, bevor ihr sie aufklebt. Arrangiert sie erst auf einem Blatt Papier, um zu sehen, ob euch das gefällt und ob das Bild richtig zugeschnitten ist. Ich habe vorsichtig jedes Bild im Vordergrund abgemessen, so dass es auch auf das Bild passt. Nachdem ich die Silhouette skizziert hatte, nahm ich Kohlepapier um den Anzug kopieren mit mehr Details zu kopieren und zog dann die Linien mit einem schwarzen Marker nach.

Die Hand- und Fingerabdrücke kamen mir in den Sinn, als ich das Wort „Incognito“ illustrieren wollte. Dazu habe ich meine Hand dünn (damit der Abdruck nicht verschmiert) mit Acryl-Farbe bestrichen und habe sie auf dickes weißes Papier übertragen (keine Sorge, Acrylfarbe lässt sich ganz leicht mit Wasser abwaschen) und als ich fertig war, hab ich es eingescannt.

Oben wollte ich fünf Marienkäfer anbringen, die so aussehen, als würden sie herumkrabbeln und dabei Spuren hinterlassen! Ich finde, sie verpassen dem Bild etwas sarkastisches und dadurch sieht es witzig aus. Wieso findet man nicht so viele witzige Elemente in surrealistischen Bildern! Insekten (Ameisen, Fliegen, Schmetterlinge, Kakerlaken) zeigen Dalís Besessenheit vom Tod. Sie sind sein künstlerischer Bezug zum endgültigen Stadium der Existenz, eine Erinnerung, dass unser Körper nicht auf ewig existieren wird.

Mein Hintergrund ist eine Aufnahme von Ziegelsteinen, als ob die schwebende Silhouette die physischen Hindernisse überwinden könnte. Letztere werden von dieser Wand symbolisiert. Der Anzug berührt nicht den unteren Rand des Bildes, so dass die Illusion, dass er schwebe, verstärkt wird. Ich habe das Bild ausgedruckt und es zweimal in Schwarz-Weiß kopiert, so dass daraus eine Wand entsteht. Je stärker der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund, desto besser!

Und schließlich habe ich meine Collage auf meinem iPad gerahmt mit einer kostenlosen App namens „Photo Frames“, damit sie besser aussieht. Et voilá!

Foto von mczoum

Denkt bei jeder Collage an diesen Rat: Ich habe Apple Software und mein iPad verwendet, um die Elemente zu bearbeiten. Dieser Schritt ist notwendig, um die einzelnen Bildteile zur richtigen Größe zuzuschneiden, so dass sie gut ins Bild passen. Wenn man das vor dem Ausdrucken und Zuschneiden macht, ersparst man sich viel Mühe beim Arrangieren der Bildelemente der endgültigen Collage.

Hier ist eine weitere, schnelle Collage, inspiriert von Dalís Porträt, mein absoluter Lieblingsmaler. Ich habe ein altes Schränkchen in der Küche meiner Oma fotografiert, das zwei symmetrische Löcher hat, die wie zwei große Augen eines lächelndes Gesichts aussehen, das einen ansieht (bevor es Kühlschränke gab, half das, dass immer neue Luft herein strömte!). Ich habe Dalís berühmten Bart auf schwarzes Papier skizziert, ihn ausgeschnitten und auf das Bild geklebt. Dann habe ich den Schmetterling angeklebt, ein Insekt, das in vielen von Dalís Gemälden auftaucht.

Foto von mczoum

Danke für’s Lesen! Ich hoffe, euch hat meine Arbeit gefallen und dass ihr selbst Lust zum ausprobieren bekommen habt!

geschrieben von mczoum, übersetzt von wolkers

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.