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Mit diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt der Mittelformat-Fotografie. Wir gehen die Grundlagen durch, sehen uns ein paar Kameras, Filme, Scanner und Entwicklungstechniken an und vielleicht fühlst du dich dann inspiriert und probierst es selbst aus!

Geschrieben von: Cameron Knight

Du bist ein Megapixel-Verrückter?
Du nutzt preiswerte Online-Dienste, um dir deine Hunde in Postergröße über den Kamin hängen zu können, als wären sie ein Rembrandt? Oder verschenkst du gern schöne Abzüge von deinen Bildern? Nun, dann hab ich eine tolle Überraschung für dich!

Die Digitalfotografie ist was tolles, aber wenn du große, detaillierte Bilder brauchst, kommt rein gar nichts an Mittelformatfilm heran. Deine Kamera mag 12, 15 oder sogar 20 Megapixel haben, aber ein Mittelformatnegativ oder ein Mittelformatdia kann sogar 50 Megapixeln entsprechen. In dieser Einführung zeige ich dir, warum das alte Format immer noch so beliebt ist und ich werde dir auch zeigen, wie du preiswert in der Welt des Mittelformatfilms fotografieren kannst.

Foto von Phototuts+

Größe
In der Welt des Films dreht sich alles um die Größe. Mittelformatfilm ist viermal so groß wie 35mm-Film. Es gab schon zahlreiche Filmformate über die Jahre. Erinnerst du dich an APS, Advantix oder 110? Nun, das ist nur die Spitze des Eisbergs. Nur zwei Formate haben sich auf Dauer bewährt: 35mm und Mittelformat.

Bei Mittelformat gibt es zwei Typen. 120er Film hat eine Rückseite aus Papier und man kann zwölf 6 × 6 cm Bilder machen. 220er Film hat keine Rückseite aus Papier und man kann zwanzig 6 × 6 cm Bilder machen. Das folgende Bild wurde auf 120er Film gemacht.

Foto von Phototuts+

Mathematisch gesehen
Ich habe jetzt hier keine Tafel und Kreide, aber versuche einfach, mir zu folgen. Sagen wir, die durchschnittliche brandneue digitale Spiegelreflexkamera hat 12 Megapixel. Bei einem normalen 3:2 Format werden das bis zu 4300 Pixel an der längsten Seite des Bildes.

Mein billiger Filmscanner scannt ein 35mm-Negativ und es hat bis zu 6300 Pixel an der längsten Seite. Das bedeutet, mein ganz normales 35mm-Negativ hat 26 Megapixel. Aber wenn du die Körnung verschiedenener Filme mit bedenkst, ist das gar nicht mal so groß.

Jedoch wird mein billiger Filmscanner ein 6 × 6 cm Negativ in ein Bild mit über 10.000 Pixeln verwandeln. Das sind über 50 Megapixel. Es gibt ein paar digitale Rückenaufsätze oder Digitalkameras im Stil von Mittelformatkameras, die bis zu 50 Megapixel haben, aber die kosten etwa 150.000 €. Das Bild unten ist ein Ausschnitt von der 100% Ansicht des vorherigen Bildes. Du kannst tatsächlich zählen, wie viele Fenster das Zimmer hatte, nur an der Reflexion in ihrem Auge.

Foto von Phototuts+

Kostenpunkt
Wenn du dich mit Kameras auskennst, lachst du wahrscheinlich. Was ist denn mit den Kosten, die der Film verursacht? Das ganze Entwickeln? Das Scannen. Ohne anzuführen, dass nur das Gehäuse einer Hasselblad schon um die 2300 € kostet.

Mach dir keine Sorgen. Lass mich das mal berechnen. Es gibt eine große Bandbreite an großartigen, voll funktionsfähigen Mittelformatkameras, neu und gebraucht. Ich habe ein richtiges Schnäppchen gemacht und habe etwa 190 € getahlt. Mein Epson 4490 Scanner kann 35mm- und Mittelformatnegative scannen. Der hat etwa 120 € gekostet. Also habe ich etwa 310 € investiert. Die „restlichen“ 149.690 €, die eine Kamera mit 50 Megapixel kosten würde, reichen für zahllose Filme und deren Entwicklung aus. Unten ist ein Bild, das mit der preiswertigen Bronica SQ-A gemacht wurde.

Foto von Phototuts+

Erste Schritte
Ich habe schon ein paar Dinge erwähnt, die man zum Einstieg in die Mittelformat-Fotografie benötigt. Du brauchst eine Kamera und davon gibt es so einige. Du brauchst Film. Du brauchst vielleicht einen manuellen Belichtungsmesser, wenn deine Kamera keinen eingebauten hat.

Außerdem musst du ein Labor finden, dass deinen Film entwickeln wird. Wenn du in einer größeren Stadt lebst, gibt es vielleicht noch ein Labor, das das problemlos erledigt. Wenn du nicht solches Glück hast, wirst du etwas recherchieren müssen. Vielleicht findest du auch ein Labor, an das du deine Filme schicken kannst.

Letztendlich brauchst du auch noch einen Scanner, wenn du deine Negative oder Dias digitalisieren möchtest. Unten kannst du den Vergleich von 35mm-Film und Mittelformatfilm sehen.

Bild von Phototuts+

Kameras
Die Kamera wird die größte Investition sein. Das wichtigste ist, ob du eine gebrauchte oder neue Kamera kaufen willst. Das hängt wahrscheinlich sehr stark von deinem Budget ab. Wenn du eine neue Kamera willst, dann suche nach Hasselblad, Rollei und Mamiya, die immer noch hochwertige Mittelformatkameras produzieren. Wenn du nach billigeren suchst, dann ziehe doch Seagull oder Kiev in Betracht.

Bei gebrauchten Kameras sind neben den oben genannten auch Zeiss, Yashica, Bronica und Moskva zu empfehlen. Es gibt freilich auch die günstigeren Dianas und Holgas. KEH, B&H, Adorama und Lomography sind gute Seiten, um nach neuen und gebrauchten Kameras zu suchen. Die Kamera unten ist eine Zeiss Nettar 515-2. Sie macht große Negativaufnahmen und kann ziemlich günstig gekauft werden.

Foto von Phototuts+

Die TLR
Es gibt verschiedene Typen von Mittelformatkameras. Eine TLR (Twin Lens Reflex) verfügt über zwei Linsen. Eine zum Fokussieren und eine zum Aufnehmen des Bildes. Bei diesen Kameras blickst du oben hinein, um deine Bildkomposition zu sehen. Dies sind die günstigsten „professionellen“ Kameras.

Der größte Nachteil dieser Kameras ist, dass sie eine fixierte Linse haben, das heißt, dass du nur eine feste Brennweite hast. Seagull (preiswert) und Rollei (sehr teuer) produzieren diese noch. Gebrauchte Yashicas können für gutes Geld gekauft werden und Mamiya produzierte die einzige TLR mit austauschbarem Objektiv. Unten ist meine Yashica 635, die mit einem besonderen Adapter 35mm-Film belichten kann.

Foto von Phototuts+

Die Spiegelreflexkamera
Wir kennen sie alle ‒ die SLR (Single Lens Reflex) Kameras. Diese Kameras sind die bekanntesten und produktivsten Kameras, die man bekommen kann. Aber Mittelformatkameras können ganz anders aussehen. Es hängt natürlich alles von deinem Budget ab, aber wenn du dir eine Bronica oder Hasselblad Spiegelreflexkamera leisten kannst, ist das absolut lohnenswert. Ich habe mir eine Bronica gekauft.

Wenn du ein ganzes Paket kaufst, musst du viele Teile kaufen, weil die Kameras so konstruiert wurden, dass man sie stark anpassen kann. Mein Kamerapaket (Objektiv, Gehäuse, Bildsucher und Rückenaufsatz für Film) war finanziell erschwinglich. Hasselblads dagegen sind berühmt-berüchtigt. Nach diesen wird wie verrückt gesucht und sie sind wahnsinnig teuer. Außerdem ist es die einzige Kameramarke, die je auf dem Mond war. Unten kannst du mein Bronica SQ-A Paket sehen, mit einem 80mm Objektiv, Bildsucher auf Hüfthöhe und einem 120-Film-Rückenaufsatz. Ich habe dafür etwa 190 € gezahlt.

Foto von Phototuts+

Film kaufen und entwickeln
Anders als bei 35mm-Film kannst du deine Mittelformatkamera nicht so schnell mit Film bestücken. Du wirst einzelne Filmrollen kaufen. Die SLRs mit austauschbaren Rückenaufsätzen verfügen über spezielle Aufsätze für 120er- und 220er-Film. Achte darauf, dass du dir de richtigen Aufsatz besorgst.

Wenn du eine andere Kamera hast, dann checke, welcher Film in die Kamera passt. Wenn keine genaueren Informationen verfügbar sind, dann benutze einfach 120er-Film. Die meisten 35mm-Filme gibt es auch als 120/220. Nimm einfach, was du gewohnt bist. Ein 400 ISO Negativfilm ist ein guter Ausgangspunkt.

Wie zuvor schon erwähnt, kann es sich durchaus schwierig gestalten, Mittelformatfilm entwickeln zu lassen. Wenn du Schwarzweiß-Film verwendest, dann empfehle ich, den Film selbst zu entwickeln. Es gibt ein tolles Tutorial auf der Seite, wie man Kodak T-Max Film entwickeln kann.

Auch Farbfilm kann man zu Hause entwickeln, jedoch muss man viel penibler mit den Temperaturen sein. Die meisten Fotolabor können deine Mittelformate in einem Speziallabor entwickeln lassen, aber das hat seinen Preis. Wenn du die Filme selbst einschickst, sparst du ein wenig damit. Eine Online-Recherche zahlt sich hier wirklich aus.

Foto von Phototuts+

Film scannen
Zum Scannen deines Filmes, würde ich einen Flachbettscanner mit einer Druchlichteinheit im Deckel wärmstens empfehlen. Es gibt verschiedene Modelle von verschiedenen Herstellern. Es gibt zweckbestimmte Sacnner für Mittelformatfilm, aber die sind um einiges teuerer.

Ein Flachbettscanner ist eine wunderbare Option und wird dir wunderbare Ergebnisse bereiten. Der Epson 4490, den ich habe, kann Negative bis zu 12 cm Länge scannen, das heißt, dass der Scanner auch Negative, die in besonderen Formaten belichtet wurden, problemlos einlesen kann. Suche einfach nach Flachbettscannern, die im Namen die Bezeichnung „Photo“ oder so ähnlich haben. Es sollte eigentlich leicht rauszufinden sein, ob ein Scanner Film scannt oder nicht. Das Bild unten zeigt ein extralanges Neagtiv (6 × 9 cm) von der oben abgebildeten Zeiss Kamera.

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Zusammenfassung
Was die Qualität anbelangt, ist eine gute Mittelformatkamera wegen der Klarheit und Auflösung schwer zu schlagen. Wegen der sinkenden Nachfrage sind gebrauchte Filmkameras zu einem Bruchteil ihres eigentlichen Preises erhältlich.

Und allein die Tatsache, dass Firmen immer noch neue Versionen dieser Kameras herstellen, spricht doch für die großartige Qualität und Schönheit solcher Bilder. Wenn du mit der Größe kein Problem hast, dann solltest du wirklich dafür investieren.

Foto von Phototuts+

Phototuts+ kann dir helfen, über alle Bereiche der Fotografie mehr zu erfahren. Wenn du Fotografie liebst, dann ist Phototuts+ eine wahre Schatzkiste für dich, weil die Seite voller nützlicher Informaitonen steckt. Halte deine Augen offen, Phototuts+ stellen jeden Monat einen Tipster von Lomography online ‒ es könnte deiner sein!

geschrieben von jeanmendoza, übersetzt von wolkers

Ein Kommentar

  1. dreamseller

    dreamseller

    toller artikel!

    vor mehr als ein Jahr · Spam melden

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