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Stoppt den Digi-Diss!

Klar, analog ist die Zukunft, das wissen wir alle. ABER: Denkt mal daran, wie sehr sich diese analoge Revolution auf das digitale Einmischen verlässt, und warum das so wunderbar funktioniert.

Man muss zurückgehen, um vorwärts zu gehen, und vorwärts, um rückwärts zu gehen.
Zwar eine abgedroschene Aussage und ein Klischee obendrein, aber „alle Klischees sind Binsenweisheiten und alle Binsenweisheiten sind wahr“ – Kerouac.
Wie auch immer, ich schweife ja jetzt schon vom Thema ab.

Wir leben in einer hochtechnologisierten Welt, rappelvoll mit technofantastischen Vergnügen und „verchromtem“ Krimskrams. Chrom ist so angesagt in der Zukunft, dass selbst Google sich engagiert mit deren elektroplattierten Designs – nicht nur für Buck Rodgers!
Jeden Tag durchforsten wir Straßen, Websites und Magazine, die nur so vor krankhaft „perfekten“ Symboliken übersprudeln; die gleichen emotionslosen Techniken, die gleichen Posen, die gleichen Fragen und sogar die gleichen Antworten. Wir haben nur uns selbst verantwortlich zu machen.

In den Anfangsjahren sehnten sich die Fotografen danach, wahre Natürlichkeit einzufangen, was ziemlich schwierig war mit Filmen, da so viele Variablen einbegriffen sind, so viele Möglichkeiten bestehen, etwas falsch zu machen, ein perfekter Hautton beschädigt durch zu hohe Erschütterung und Veränderung der Temperatur zum Beispiel. Dann tauchten die digitalen Kameras auf, die uns die Möglichkeit boten, Bilder endlich sofort zu sehen und zu bearbeiten, sie gaben uns unmittelbare Kontrolle in Studiosituationen, und am Wichtigsten: sie beseitigten alle Fehler.

Es schien, als könnte man jedes gängige fotografische Problem lösen; jetzt kann sogar der Durchschnittsbürger – ohne Erfahrung – prächtige Abbilder schießen. Aber das ist auch schon wieder alles. Eine digitale Kamera nimmt Abbilder, perfekt gepixelte Formationen natürlicher Farben und Töne. Wir wollen keine Abbilder mehr, wir wollen BILDER! Genau deswegen verschießen wir sämtliche Filme, nehmen wir sämtliche Fehler an, nutzen wir Fehler als eine Form des Ausdrucks, wie Warhol es schon tat – wir alle lieben ein freudiges Missgeschick. Eine Einsicht, die nicht existiert hätte, wenn wir nicht die Ausrüstung für das Erzeugen von Perfektion durch „kurz drücken für Fokus“ – „lange Drücken für Bild“ bekommen hätten.

Mehr als nur die digitale Fotografie zum einfachen Existieren braucht die analoge Fotografie 2011 auch ein Publikum; ironischerweise fand sie ihr umfangreichstes, bemühtestes und inspirierenstes online, was gut möglich die einzige Sache in der Existenz ist, die als „Ort“ gilt, aber nicht existiert, im Grunde ist es das digitalste vom Digitalen, ein Pixeltempel? Wie wandelt man Korn in Pixel um, zwecks „etwas beizutragen“ für den analogen Beweggrund – das „übergeordnete Wohl“, wenn man so will? Nun, man braucht einen Scanner oder ein Gerät, das eine Pixelzusammensetzung der molekularen Kreationen erzeugt, das dein Bild in ein Abbild verändert, das es dir ermöglicht, es zu teilen, wie du wünscht, durch Netzwerkseiten oder Communities.

Die Existenz der analogen Fotografie beruht komplett auf der Aktualität der digitalen Bilder, es wird nur analog genannt, weil es eine Alternative gibt – digital. Man sollte es nicht als Gegenpol zum Digitalen sehen, sondern als etwas, das harmonisch in unserer technologisierten Welt existiert. Ein Weg, vorwärts zu gehen indem man, gewissermaßen, zurück geht (aber nicht wirklich).

geschrieben von pmcameraclub, übersetzt von tshefu

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