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Mehrfachbelichtung für Anfänger

Bist du neu in der Lomografie? Hast du dich schon gefragt, wie andere es immer schaffen, mehrere Bilder in einem Foto übereinander zu blenden? Dann bist du hier genau richtig. Mit der richtigen Technik für Mehrfachbelichtungen kann man Ergebnisse erzielen, bei denen die digitale Fotografie nicht mithalten kann!

Du brauchst eine Kamera, die ein Bild mehrfach belichten kann. Hier sind ein paar Beispiele, die ich für Lomografie-Einsteiger empfehlen kann:

Du brauchst außerdem Filme zum experimentieren; hier sind ein paar günstige Empfehlungen:

Das ist nur eine kurze Liste meiner persönlichen Empfehlungen. Es gibt eine Menge anderer Kameras und Filme, die für den Job geeignet sind, aber sie können teurer und für Anfänger schwieriger zu handhaben sein. Doppelbelichtungen, die mit einem Diafilm aufgenommen werden, der dann crossentwickelt wird, können zum Beispiel ganz fantastisch werden – aber Diafilme sind auch teurer und es findet sich nicht immer ein Labor, dass auch crossentwickelt.
Bevor du loslegst, lies die Anleitung zu deiner Kamera, damit du weisst, wie deine Kamera arbeitet.

Was ist eine Doppel-/Mehrfachbelichtung?

Um das zu erklären, beschreibe ich erst mal, was überhaupt eine Belichtung ist. Wenn du ein Foto machst, dann lässt du Licht auf den Film fallen – eine chemische Reaktion hält das Licht fest und das Bild wird dadurch “eingefangen”.

Die Emulsion auf dem Film kann aber nur eine bestimmte Menge Licht aufnehmen, alles was darüber hinaus geht, kann nicht mehr aufgenommen werden. Wenn du an einem sonnigen Tag eine Langzeitbelichtung machen würdest (der „B“-Modus an vielen Kameras; das „B“ steht für „Bulb“), würdest du entweder ein sehr blasses, ausgewaschenes Bild erhalten, oder einfach nur ein ganz weißes Bild. Hier ist ein Beipiel: Ich hatte meine Diana Mini aus Versehen auf „B“ eingestellt und an einem sonnigen Tag fotografiert (sie war auf Halbformat eingestellt, daher der schwarze Balken zwischen den beiden Bildern).

Wie du sehen kannst, sind die Bilder völlig ausgewaschen. Durch die lange Belichtungszeit ist viel zu viel Licht auf den Film gefallen. Manchmal kann das zufällig interessant aussehen, aber in den meisten Fällen ist es nicht das, was du erzielen möchtest.

Bei einer Mehrfachbelichtung setzt du den Film mehr als einmal dem Licht aus. Das geht, indem du den Auslöser drückst, danach nicht das Rädchen zum Weiterspulen des Films drehst, und dann noch einmal den Auslöser drückst. Dabei sind bei der zweiten Aufnahme dann die Teile des Bildes am aufnahmefähigsten, die bei der ersten Aufnahme am wenigsten Licht abbekommen haben.

Hier sind zwei Halbformat-Fotos, die ich mit der Diana Mini gemacht habe, wobei auf dem rechten eine Doppelbelichtung zu sehen ist:

Warum es so wichtig ist, Überbelichtungen zu vermeiden

Stell dir vor, wir würden ein Foto machen von einer riesigen weißen Wand mit einem großen schwarzen Quadrat in der Mitte; dann machen wir eine zweite Aufnahme von einer roten Wand. Das schwarze Quadrat wird eine rote Tönung erhalten, während die weiße Wand rosa oder vielleicht sogar immer noch weiß aussehen wird, je nachdem, wie empfindlich der Film und wie intensiv das Licht war. Jetzt stell dir das selbe Szenario vor, nur dass bei beiden Aufnahmen ein Blitz benutzt wird. Durch Überbelichtung würden wir wahrscheinlich das ganze Bild komplett auswaschen.

Es ist also auch für Fotografie-Einsteiger leicht zu erkennen, dass der Schlüssel zu einer erfolgreichen Mehrfachbelichtung darin liegt, zu kontrollieren, wie viel Licht benötigt wird. Um Überbelichtungen zu vermeiden, ist es dein Ziel, mehrere unterbelichtete Fotos aufzunehmen. Andernfalls können sich die Belichtungen gegenseitig auslöschen, so wie hier:

Die richtige (Unter-)Belichtung erzielen

Sagen wir, du möchtest drinnen eine Doppelbelichtung aufnehmen, und du weisst, dass du einen Blitz benötigen wirst. Wenn du an deinem Blitz etwas einstellen kannst, solltest du die Hälfte von dem Wert wählen, den du sonst für ein normales, einmal belichtetes Bild gewählt hättest. Je öfter du ein Bild belichten möchtest, desto weniger Licht sollte für jede Aufnahme verwendet werden. Wenn du an dem Blitz nichts einstellen kannst, bewege ihn weiter von deinem Motiv weg, um die Lichtmenge, die auf dein Motiv trifft, zu verringern.

Wenn du im Freien fotografierst, wirst du höchstwahrscheinlich nicht die Lichtmenge dadurch vermindern können, dass du dich von deinem Motiv wegbewegst. Der Schlüssel hier ist, Motive sorgfältig auszuwählen, und die Lichtsituation zu beachten. Der Himmel kann zum Beispiel je nach Tageszeit und Wetter so hell sein, dass er Teile des Bildes auswäscht. Wenn du also erst ein Gebäude fotografierst und dann den bedeckten Himmel, wirst du das Gebäude hinterher womöglich gar nicht erkennen können. Vielleicht ist das aber auch genau das, was dir vorschwebt, so wie es bei mir mit diesen Fotos war:

Bei anderen Gelegenheiten hatte ich durch den Himmel aber keine Probleme mit Überbelichtungen, es ist also immer einen Versuch wert:

Natürlich kannst du auch an der Kamera die Belichtungseinstellungen verändern, sofern deine Kamera diese Option bietet, um die richtige Belichtung zu erreichen. Ich hab das noch nicht so viel ausprobiert; ich empfehle hierzu auch, sich über Push- und Pull-Entwicklungen zu informieren.

Was zu beachten ist…

Pass auf, dass du den Film nicht zu sehr unterbelichtest! Wenn wirklich nicht genug Licht da ist, könnte das Bild so blass werden, dass es gar nicht zu erkennen ist, selbst wenn die zweite Belichtung gar nicht so hell ist.

Außerdem würde ich es nicht damit übertreiben, die Kamera zwischen den Aufnahmen um 90 Grad zu drehen. Bei manchen Leuten funktioniert das, aber mir ist so kein gutes Bild gelungen. Manchmal ist es aus Versehen passiert. Du kannst es mal ausprobieren, um zu sehen, ob du ein Auge dafür hast, aber ich habe es immer bereut:

Trotz all meinen Warnungen zu Überbelichtungen solltest du keine Angst davor haben, deinen Blitz zu benutzen. Manchmal ist es besser, nicht zu viel nachzudenken und einfach zu machen, mein letzter Tipp ist also, alles was ich gesagt habe zu ignorieren, wenn dir dein Gefühl sagt, dass es richtig ist. Bei meiner liebsten Doppelbelichtung habe ich für beide Aufnahmen einen Blitz verwendet, obwohl das vollkommen unnötig war:

Welcher Film ist am besten für Mehrfachbelichtungen geeignet?

Der Logik nach wären das Filme mit geringerer Empfindlichkeit – sie nehmen bei jeder Belichtung weniger Licht auf – aber in der Lomografie ist alles drin. Ich habe am Anfang des Artikels keine 800 ISO Filme aufgelistet, denn ich mag nicht, wie die mit Mehrfachbelichtungen umgehen, aber einzelne Bilder sind toll geworden. Sie auszuschließen mag aber unfair sein, denn ich habe auch den Kodak BW400CN mit aufgenommen, obwohl der für mich bei Doppelbelichtungen genauso oft daneben gegangen ist, wie es mit ihm geklappt hat.

Wie auch immer, ich möchte nicht die Vorteile von jedem Film besprechen, ich zeige statt dessen meine (wie ich finde) besten Bilder sortiert nach Filmempfindlichkeit.

100 ISO:

200 ISO:

400 ISO:

800 ISO:

Einige Ideen

Bei Mehrfachbelichtungen sind die Möglichkeiten endlos, aber hier sind ein paar Ideen:

  • Mach eine Nahaufnahme von einem Gegenstand, dann mach ein zweites Bild aus etwas größerem Abstand. Du kannst dabei auch eine Aufnahme anders fokussieren als die andere.
  • Fotografiere etwas in großer Entfernung, zum Beispiel einen Berg oder ein Gebäude; dreh dann die Kamera um 180 Grad und mach eine zweite Aufnahme von exakt der gleichen Szene.
  • Nimm nachts und am besten draußen ein Portrait von einem Freund auf, der links im Bild steht, mach dann ein zweites Bild von demselben Freund, wie er in der rechten Bildhälfte steht. Wenn du einen Colorsplash hast, benutzte dabei verschiedene Farben.
  • Stelle deine Kamera auf ein Stativ (und benutze wenn möglich auch einen Kabelauslöser). Mach ein Bild von einem Freund, der für dich Modell steht. Dann lass deinen Freund für die zweite Aufnahme woanders stehen. Mit etwas Glück sehen sie dann aus wie Geister; der Trick ist, dass der Hintergrund bei beiden Aufnahmen exakt gleich ist.
  • Mach zwei Bilder von dem gleichen Ding aus verschiedenen Blickwinkeln. Wenn du zum Beispiel ein Gebäude fotografierst, mach ein Foto von der anderen Straßenseite, dann geh ein paar Meter die Straße runter und mach noch ein Foto von dem selben Gebäude.

Zu guter Letzt

Dies sind nur Vorschläge, von denen ich hoffe, dass sie dir helfen – aber alles hat seinen eigenen Kontext, und je nach Situation können meine Ratschläge falsch sein. Du kannst nur herausfinden, was für dich am besten funktioniert, indem du selbst anfängst zu experimentieren. Wirklich falsch machen kannst du nichts, besonders nicht, wenn du dabei auch noch Spaß hast!

geschrieben von carmenism, übersetzt von scorpie

2 Kommentare

  1. carmenism

    carmenism

    Wie schön! Vielen dank, dass du mein Artikel übersetzt hast. Ich habe mir überlegt, den Text selbst zu übersetzen, aber ich war zu faul. :P Sehr tolle Übersetzung. :D

    vor mehr als 3 Jahre · Spam melden
  2. margotinlove

    margotinlove

    Ok....dann werden wir das mal probieren!

    vor mehr als 2 Jahre · Spam melden

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