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Die lomographische Dunkelkammer - Teil 1
geschrieben von gurkenprinz am 24. November 2009 (4 Votes)

  • Schick Deine Freundin mit den Mädels auf ein Themenwochenende oder Deinen Freund auf ein Kumpelwochenende.
  • Borg Dir ein großes Auto aus und hol den Vergrößerer von Deinem Onkel/dem Ebay-Verkäufer/dem aufgelöstem Labor in Deiner Schule/der Witwe des Dorf-Fotographen/etc. In einer beim Lomographieministerium eingereichten Studie wird bestätigt, dass JEDER jemanden kennt, der jemanden kennt, der eine Dunkelkammer hat.
  • Dort findest Du sicher auch drei große Plastikschalen in mehr oder weniger gutem Zustand. Solange sie keine Löcher haben, sind sie OK. Man muss sie halt putzen… Die Schalen brauchen wir später für die Chemie. Wenn Du keine Schalen hast, schau dich in Deiner Küche um – Backbleche, Auflaufformen uä. gibt es sicher (siehe auch Punkt 1).
  • Auf dem Heimweg vom Vergrößerer-Abholen, bleib bei einem Baumarkt stehen und kauf lichtdichte Folie (die billige reicht) und ein paar Rollen Gaffer-Tape. HINWEIS: Wenn Du nicht weißt, was Gaffer-Tape ist, bist Du wahrscheinlich nicht Pfuscher genug, um Dir nach meiner Anleitung eine Dunkelkammer zu bauen. Du solltest besser in einem beliebigen deutschen Fotoforum nachfragen, wie man eine Dunkelkammer baut :-)
  • Bleib auch noch in einem Fotogeschäft stehen und kauf Dir drei Flaschen mit wohlriechender Chemie: Papierentwickler, Stopbad und Fixierer. Wenn Du vom Film-Entwickeln noch Stop und Fix übrig hast, kannst Du die natürlich verwenden. Theoretisch kann man auch Film-Entwickler für Papier verwenden, aber wegen der nötigen Mengen und Verdünnungen wird es dann recht schnell teuer.. Kauf auch ein Papier, wenn Du schon im Fotogeschäft bist. Sonst hast Du nix, worauf Du Deine wunderschönen Negative vergrößern kannst.
  • Zur Sicherheit solltest Du auch noch bei einem Supermarkt stehen bleiben und Dir einen Sechserträger Bier holen – Die Ausdünstungen der Chemie machen nämlich den Mund trocken.
  • Jetzt hast Du alles, was Du brauchst. Geh in die Küche und mach sie lichtdicht: Die Folie über die Fenster – Gaffer-Tape am besten auf die Rahmen und nicht auf die Wand kleben. Außer Du hast Zeit, vor der Rückkehr Deiner Freundin (siehe Punkt 1) frisch auszumalen. Schneide ein Stück von der Folie ab, das ein bisschen schmäler, aber ca. 40cm länger als der Türrahmen ist, und klebe es oben (an den Rahmen!) an die Tür. Dann befestige die Folie auch noch seitlich bis ca. in Nabelhöhe. Durch den Überhang der Folie sollte die Tür jetzt abgedichtet sein, aber Du kannst trotzdem noch durch.
  • Du hast den Raum lichtdicht gemacht? Leider nein :-) Stell Dich jetzt in die Küche, dreh das Licht ab und warte ein paar Minuten. Jetzt wirst Du alle möglichen Lichtquellen entdecken: Kühlschranklicht, irgendwelche Standby-Lichter, Lücken an den Ecken der Folie, etc. Jetzt weißt Du, wofür Du das Gaffer-Tape gekauft hast.
    *Jetzt kannst Du das Licht wieder aufdrehen und den ganzen Krempel aus dem Auto holen und aufbauen. Am schlauesten ist es, eine “nasse” und eine “trockene” Zone zu machen. Warum das so ist, könnt Ihr in einem meiner nächsten Magazinbeiträge nachlesen, der von Dummheiten in der Dunkelheit handelt….
  • Stell den Vergrößerer auf eine ebene Fläche, möglichst weit weg vom Wasserhahn. Steck ihn an den Strom an und schau, ob Du dich mit allen Funktionen auskennst. Daneben legst Du das Papier und Deine Negative. Auch einen A-4 Karton wirst Du später brauchen.
  • Stell die 3 Schalen nebeneinander (putzen und gut ausspülen nicht vergessen!). In die Schale, die dem Vergrößerer am nächsten ist, kommt der Entwickler. In die nächste das Stopbad, und die letzte der Fixierer. Jetzt brauchst Du noch 2 Zangen (oder zumindest Gummihandschuhe). Mit der ersten Zange gibt man nämlich das Papier aus dem Entwickler in den Stop und mit der anderen Zange aus dem Stop in den Fix. Wegen der Kontamination warats nämlich gwesn!
  • Geh jetzt ins Badezimmer und häng dort eine Wäscheleine auf. Leg auch ein paar Kluppen (österr. für Wäscheklammer) bereit. Dort können Deine ersten Vergrößerungen dann trocknen!
  • Ein paar Anmerkungen, bevor es losgeht:
  • Dunkelkammerleuchten: sind ganz nett, damit man nicht in völliger Finsternis herumrudern muss. Braucht man aber wirklich nicht. Erstens ist es einer Dunkelkammer a la lomography eh nicht 100% dunkel und zweitens kann man sich seine Sachen ja auch vernünftig herrichten, damit man gleich alles findet.
  • Lüftung: Es ist durchaus nicht falsch, alle paar Stunden kurz durchzulüften. Auch dies kann ich aus empirischen Selbststudien bestätigen.
  • Timer, Belichtungsmesser, Densitometer, Thermometer: laaaaangweilig!!!!

‘Viel Spaß bei der Ergründung der dunklen Seite der Macht! Du bist jetzt vollständig für eine Dunkelkammer-Session ausgerüstet. Bald gibt’s auch den zweiten Teil dieser Miniserie.

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