Die Lubitel Bastelstunde
geschrieben von graefin
am 8. November 2009
, ein Kommentar

Die ältere ist außen viel besser erhalten, klappert und quietscht nicht so arg und der Selbstauslöser funktioniert auch noch. Allerdings sind die Linsen nicht mehr miteinander gekoppelt, seitdem mir neulich die Zahnräder auseinandergerutscht sind. Auch nach stundenlangem Friemeln habe ich es nicht geschafft, sie wieder zu reparieren. Doch dann kam mir plötzlich eine Idee: So lange die Linsen nicht korrekt gekoppelt sind (und so lange ich kein Geld für eine Reparatur habe), könnte man die alte Lubitel doch als Ersatzteillager nutzen.
Gesagt getan.
Als erstes habe ich die Halterung für die Filmspule abgebaut (der kleine Bolzen links am Gehäuse). Dieser fehlte bei der neuen Universal und war durch eine alte Schraube ersetzt. Das ganze war gar nicht so einfach, denn zuerst muss das schwarze Plastikdings abgedreht werden, dann der Bolzen rausgezogen werden und dann…solltet ihr darauf achten, dass die kleine Sicherungskugel nicht verloren geht! Diese verhindert, dass der Bolzen aus dem Kameragehäuse rausrutscht. Die Kugel liegt nur auf einer kleinen Sprungfeder und man muss diese ganze Konstruktion sehr vorsichtig durch das Loch in der Lubitel Seitenwand fummeln. Es hat sicher eine halbe Stunde gedauert, bis alles wieder an seinem Platz war – doch es lohnte sich! Jetzt sitzt die Aufnahmespule nämlich wieder gerade an ihrem Platz – und nicht mehr leicht schief wie vorher.

Anschließend schaute ich mir die Lubitel mal genauer an – auf der Suche nach kleinen Schrauben, mit denen man den Lichtschacht vom Gehäuse trennen kann. Die Lupe war einfach immer so dreckig und ich wollte sie reinigen. Bei der Lubitel 166+ ist das Abnehmen des Lichtschachtes ja kein Problem, aber bei den alten Modellen muss man innen im Lichtschacht drei winzige Schrauben lösen. Diese benötigen einen feinen Schraubenzieher (am besten mit magnetischer Spitze!). Sind die Schrauben gelöst, kann man den Lichtschacht abnehmen. Die Lupe kommt zum Vorschein! Diese nimmt man einfach vorsichtig raus und kann sie dann mit einem Objektivtuch wunderbar reinigen.



Nun wird es fummelig, da die Schrauben wieder eingedreht werden müssen. Das hat mich sicher eine Dreiviertelstunde gekostet (erst war die Lupe falsch herum eingelegt, dann ist eine Schraube in den Spiegelschacht gefallen). Welche ihr zuerst festzieht, ist dabei völlig egal. Ich habe die Gelegenheit genutzt und den Lichtschacht mit dem Russischen Schriftzug auf meine neuere Lubitel 166 Universal gesetzt. Dieser war noch nicht so ausgeleiert wie der ursprüngliche.
Jetzt ist meine viel benutzte Lubitel wieder (fast) vollständig einsatzbereit! Einzig der Hebel für die Blendenwahl ist noch sehr fest und lässt sich nur schwer bewegen. Wenn jemand einen Tipp hat, wie man diesen lösen kann, wäre ich sehr dankbar.
Viel Spaß beim „pimpen“ eurer Lubitel – nun wisst ihr endlich, wie man den Spiegel reinigt.








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