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Meine Hass-Liebe zur Belair: Eine Review – Teil 2

Hier ist der zweite Teil meiner langatmigen, aber hoffentlich auch ausführlichen Review zur Lomograpy Belair x 6–12.

Das quadratische Format

Während das Panorama-Format der Belair perfekt dazu geeignet ist, ausschweifende Landschaftsaufnahmen zu machen, ist ihr Quadrat-Format perfekt für Portraits, egal ob von nah oder fern, für Schnappschüsse von einzelnen Teilen oder eines Ganzen, wie einem schlafenden Seelöwen an einer langen Küste oder einem Straßenschild in einer leerer Straße.

Ich habe es noch nicht ausprobiert, es könnte auch großartig für Straßenfotografie sein. Ich erwähne dies, weil ein Lomograph – ich habe aber vergessen wer – seine Belair mit in ein paar enge Straßen in Italien nahm und die Resultate waren erstaunlich, gelinde gesagt.

Mit der Belair habe ich gelernt, vorsichtig zu sein und vorher eine Reihe von Entscheidungen zu treffen. Bei Shootings mit ihrem quadratischen Format ist das nicht Anderes. Beispielsweise muss man beachten, dass, ist man zu nah am Motiv (weniger als 0,7 Meter mit dem 58mm und weniger als 0,87 Meter mit dem 90mm Objektiv bei f/16), das Motiv unscharf sein wird. Wenn du die Kamera erst noch kennen lernen musst, empfehle ich das Tiefenschärfediagramm, das im Handbuch enthalten ist zu lesen. Es ist leicht zu verstehen und einmal in seine Optik eingearbeitet, ist es ein echter Lebensretter!

Wie bei den anderen Formaten auch musst du, wie bereits erwähnt, die Bildgestaltung anpassen um den Parallaxenfehler auszugleichen, wenn du mehr als einen Meter entfernt vom Motiv bist, denn das, was du im Sucher siehst, weicht leicht vom dem ab, was die Linse sieht. Falls du das nicht ausgleichst, wirst du ein paar ziemlich merkwürdige Portraits in Händen halten.

Natürliches Licht, grelles Licht, sanftes Licht

Ich habe die Belair in Räumen genutzt, ohne Blitz, einzig und allein auf den Belichtungsmesser vertrauend, und die Resultate waren nicht sehr gut. In der Tat waren sie so schlecht, dass ich darauf verzichtete sie zu scannen und den kompletten Film direkt in die Mülltonne beförderte.

Trotz ihrer automatischen Belichtung braucht die Belair (wie eigentlich viele Lomographykameras) eine enorme Menge Licht – natürliches Licht, um genau zu sein damit man großartige Fotos bekommt. Aber im Gegensatz zur Diana oder Holga, deren verträumte Effekte auch das härteste Licht weich machen können, habe ich bemerkt, dass mit der Belair grelles und ungleichmäßiges Tageslicht zu harten Ergebnissen führen kann. Ich habe Fotos der Sonne entgegen gemacht, nur ein wenig nach links oder rechts versetzt, wie ich es zuvor mit anderen Kameras schon erfolgreich getan habe. Diese Aufnahmen stellten sich aber als in Details und Flächen schwerwiegend überbelichtet heraus.

Und wie ich bereits im ersten Teil meiner Review erwähnte, kommt der Belichtungsmesser der Belair wirklich durcheinander, wenn das Licht ungleichmäßig ist.

Da die Kamera einen nicht die Verschlusszeit wählen lässt und nur zwei Blendwerte hat, habe ich mir angewöhnt für die ISO-Einstellung einen Stop schneller zu wählen, als es dem ISO des Films entspricht oder in Situationen wie dieser nicht in direkter Sonne oder mit der Sonne im Blick im Bild zu machen. (Ich möchte aber erwähnen, dass im Allgemeinen die Mittagssonne für jede Kamera schmeichelhaft ist: Der Himmel wird immer blauer und die Objekte gleichmäßiger ausgeleuchtet sein!)

Während die Belair nicht so gut mit grellem und ungleichmäßigem Licht umgehen kann, ist sie doch hervorragend mit weichem Licht. Da ich mit den Fotos, die ich bei grellem Licht gemacht habe, nicht zufrieden war, war ich neugierig, wie es ihr bei weichem Licht ergeht. Ich entschied also sie während eines Sonnenaufgangs und kurz vorm Sonnenuntergang, als die Sonne nicht so hoch am Himmel stand, zu testen.

Die Resultate waren besser, als ich erwartet habe! Wie erwartet, waren Highlights deutlich weniger überbelichtet und die Fotos waren definitiv schmeichelhafter. Noch wichtiger ist allerdings, dass der Lo-Fi-Effekt der Belair-Objektiv verbessert wurde und die Ergebnisse unerwartet stimmungsvoll und verträumt waren!

Stativgewinde

Ich glaube, es gibt eine Eigenschaft der Belair, die mich mehr als alles andere ärgert. Dies ist das Stativgewinde, genauer gesagt, die Position des Stativgewindes.

Während ich verstehe, dass das Stativgewinde versetzt werden musste um Platz für den Knopf zum Öffnen des Balgen zu schaffen, haben sie es doch viel zu weit zur Seite platziert. Dies wäre bei einer schwereren oder schmaleren Kamera kein Problem, doch da die Belair ziemlich leicht für ihre Größe ist und ein großen Gehäuse hat, das auch noch nach vorne ausfährt, stellt sich die Platzierung des Stativgewindes als ineffektiv heraus.

Zum Beispiel kippt sie etwas zur Seite und und nach vorne, wenn man den Auslöser herunterdrückt, wenn sie auf einem Stativ befestigt ist. Dies scheint kein größeres Problem zu sein, aber wenn man Langzeit- oder Doppelbelichtungen macht, passiert es leicht, dass man die Aufnahme vermasselt. Alles was man dazu braucht, ist eine kleine Handbewegung.

In den nachfolgenden Aufnahmen habe ich versucht Doppelbelichtungen zu machen, sodass das Motiv transparent erscheint, während die Landschaft solide bleibt. Um diesen Effekt zu erhalten, ist es erforderlich die Kamera ruhig zu halten. Da sich aber die Belair, wie ich erwähnte, leich nach rechts und nach vorne bewegt, wenn man den Auslöser drückt, hat die Landschaft nicht den Effekt, den ich erzielen wollte.

Obwohl die Kamera einige Fehler hat, finde ich, dass man diese spielend wieder kompensiert oder sich diesen Fehlern anpasst kann. Der Grund, warum mich das Problem mit dem Stativgewinde so stört, ist, dass es nicht einfach zu korrigieren ist, außer man ist bereit immer einen Tisch mit sich herum zu schleppen um die Kamera an der anderen Seite daran zu befestigen, oder aber mit Superkleber einen Gehstock an die rechte Seite zu kleben!

Mehrfachbelichtungen

An dieser Kamera liebe ich allerdings über alles ihre unglaubliche Fähigkeit fantastische Mehrfachbelichtungen aufzunehemen! Für meine Bildreihe
Remember hatte ich vor meine Mamiya zu benutzen, aber meine neue Belair kam am Tag vor dem Shooting an und es juckte mir in den Fingern sie auszuprobieren. Also entschied ich die Chance zu ergreifen und diese Kamera für das Shooting zu nutzen.

Auf dem Fachgebiet der Mehrfachbelichtungen enttäuscht sie nicht! Tatsächlich leistet sie sogar großartige Arbeit. Die Lagen sind gleichmäßig belichtet und sehr gut vermischt. Solange du daran denkst die ISO-Einstellung akkurat vorzunehmen, bin ich mir sicher, dass du einige ziemlich grandiose Mehrfachbelichtungen mit der Belair erhältst.

Fazit

Den meisten von uns Belair-Nutzern ist inzwischen klar geworden, dass diese neue und eindeutig kontroverse Lomography-Kamera niemals den Preis als Kamera des Jahres gewinnen wird. Uns ist auch klar geworden, dass sie nicht so einfach zu benutzen ist wie die LC-A oder die Diana.

Ja, die Entwickler hätten mehr Zeit für Tests und Fehlerbeseitigung investieren können, statt sie schnell zur Auslieferung zu bringen. Vor wenigen Monaten hätte ich noch, mehr als jeder andere, argumentiert, dass sie mehr Probleme habe, als Vorteile biete.

Doch langsam stelle ich fest, dass sie einfach NICHT wie die Diana oder LC-A oder gar die La Sardina ist. Lasst uns nicht vergessen, dass sie sicher mehr Ausstattungsmerkmale hat, als diese drei zusammengenommen. Natürlich hat sie auch mehr erkennbare Schwächen. Das gehört einfach dazu.

Die Sache ist die, dass es hier so viele Möglichkeiten der Verbesserung gibt. Es wird nicht einfach “gegessen, was auf den Tisch kommt”. Sie hat viele Macken und man verbringt viel Zeit damit diese Macken kennen zu lernen und manchmal Anpassungen vorzunehmen.

Man könnte argumentieren, dass wir nicht für unsere Belair bezahlen, um ihre Unzulänglichkeiten beheben zu müssen. Obwohl es fantastisch wäre eine vollkommen perfekte Kamera zu haben, stimme ich dennoch nicht vollständig zu. Doch ich sehe das so: Als ich das erste Mal meine Mamiya benutzte, war ich total verloren und wusste nicht, was jeder einzelne der Knöpfe tat. Dies ist einfach eine weniger ausgefallene und Lo-Fi-Version meiner Mamiya; Es bedarf auch hier einfach ein wenig Beherrschung.

geschrieben von blueskyandhardrock, übersetzt von dopa

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