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Ich habe die Zenit Horizon Perfekt getestet und finde sie... nun, perfekt!

Ich liebe Weitwinkel-Kameras. So habe ich schon die Sprocket Rocket, La Sardina, die Fisheye No. 2, die Vivitar Ultra Wide & Slim und verschiedene Weitwinkel- und Fisheyelinsen für meine Diana F+ und andere Kameras, die ich besitze. Auf die Zenit Horizon hatte ich schon eine Weile ein Auge geworfen, und so kam ich einfach nicht an ihr vorbei, als ich eine in meinem lokalen Lomography Shop zu verkaufen sah. Ich hoffte, dass sie meine Erwartungen erfüllen könnte, und bin froh, mitteilen zu können, daß sie das kann.

Die Horizon Perfekt ist eine von zwei Kameras der Horizon Serie, die Zenit derzeit herstellt. Der Vorgänger der Horizon war die Horizont. Zenit baut derzeit die Horizon 202 unter ihrem eigenen Markennamen, sowie die Horizon Perfekt und Kompakt. All diese Kameras haben einen, ähnlich wie bei den Widelux und Noblex Kameras funktionierenden, Schwenkmechanismus für das Objektiv. Die Perfekt hat ein großartiges Objektiv, eine vergütete 28mm f/2.8 Linse. Man kann ziwschen Blendenöffnungen von f/2.8 bis zu f/16 wählen, was eine sehr gute Sache ist, je nachdem, was man scharfstellen möchte. An Verschlusszeiten stehen 1/2", 1/4", 1/8", 1/60", 1/125", 1/250", und 1/500" zur Verfügung, was für diese Art von Kamera recht reichhaltig ist. Auffällig ist die Lücke zwischen 1/8 und 1/60, wo man normalerweise 1/15 und 1/30 erwarten würde. Das liegt daran, dass an dieser Stelle von langsamer auf schnelle Schwenkbewegung umgeschaltet wird.

Die Perfekt funktioniert vollständig ohne Batterien. Sie bringt einen Drahtauslöser, ein Stativgewinde, einen Handgriff, drei Filter zum Einklipsen (UV, ND2 und gelb-grün) und eine Wasserwaage mit, die man durch den Sucher sehen kann, während man seine Aufnahme komponiert. Eine gerade Ausrichtung ist wichtig, damit es zu keinen Verzerrungen kommt.

Der Handgriff ist sehr nützlich, um die eigenen Finger aus dem Bild zu halten. Das passiert leicht durch den extrem großen Aufnahmewinkel. Der Drahtauslöser und das Stativgewinde sind hilfreich, weil man mit dieser Kamera keinen Blitz benutzen kann. Wenn das Licht schwach wird, muss man eine große Blendenöffnung und/oder eine langsame Verschlusszeit nutzen. Die Möglichkeit, Filter zu benutzen, finde ich ganz praktisch, aber bis auf den ND-2 Filter kann ich mit den mitgelieferten nicht viel anfangen. Der Filter wäre auch für die Kompakt interessant, weil sie nur eine feste Blende und nur zwei Verschlusszeiten hat, das würde die möglichen Belichtungen erweitern.

Meine Perfekt kam mit einer Ledertasche zusammen. Einer der Riemen ist leider fast sofort abgerissen und die Klappe will nicht zubleiben. Aber ansonsten ist das eine schöne Tasche und die Kamera passt perfekt rein.

Es macht Spaß, mit der Perfekt zu fotografieren. Die Kamera fühlt sich großartig an und man kommt leicht an alle Verstellmöglichkeiten heran. Der Sucher ist hell und akurat, und die eingebaute Wasserwaage, die man durch den Sucher sieht, ist sehr praktisch. Der Handgriff funktioniert gut, aber ich vergesse ihn öfters und muss dann halt einfach daran denken, meine Finger aus dem Bild zu halten. Die Kamera ist erstaunlich leise, nicht vollkommen still, aber auch nicht störend. Durch das lichtstarke Objektiv kann man in den meisten Situationen eine schnelle Verschlussgeschwindigkeit nutzen.

Das Schwierigste für mich ist, mir die unterschiedlichen Schärfentiefen je nach Blende bewusst zu machen. Es gibt keine Möglichkeit, die Kamera zu fokussieren, daher bildet sie mit jeder Blende ab einer gewissen Entfernung bis unendlich alles scharf ab. Mit Blende f/2,8 geht der scharfe Bereich erst ab 5,5 Metern los! Das muss man bedenken. Bei der kleinsten Öffnung f/16 kann das Motiv dann schon bei 1m sein. Hier die Tabelle dazu:

Minimale scharfe Entfernung je nach Blende
f/2.8 – 5.5m (~18 ft.)
f/4 – 3.9m (~13 ft.)
f/5.6 – 2.9m (~10 ft.)
f/8 – 2m (~7 ft)
f/11 – 1.5m (~5 ft)
f/16 – 1m (~3 ft)

Es wäre toll, wenn diese Tabelle irgendwo auf der Kamera aufgedruckt wäre. Durch diese Einschränkung wähle ich normalerweise die kleinstmögliche Blende und dann die dazu passende Geschwindigkeit.

Genug geredet, lasst uns Bilder anschauen. Dies sind meine allerersten Fotos mit der Perfekt. Ich habe einen Fuji Film mit ISO 200 benutzt, und einen Handbelichtungsmesser. Die Blende war wann immer möglich auf f/16.

Zufällig hatte ich auch eine Sprocket Rocket dabei. Leider war sie mit dem Lomography Sunset Strip Film geladen, so dass man die Qualität der Bilder nicht wirklich vergleichen kann, aber die Unterschiede des Blickwinkels kann man gut erkennen. Bei den folgenden Bildpaaren ist immer das erste von der Perfekt, dann das von der Sprocket Rocket.

Die Sprocket Rocket hat 30mm Brennweite und einen angegebenen Blickwinkel von 108°, die Perfekt dagegen hat 28mm und 120°. Man sieht das größere Blickfeld gut auf den Bildern.

Die nun folgenden Fotos habe ich mit Kodak Gold 200 aufgenommen. Es war schon spät am Tag, und relativ dunkel. Da ich auf der Straße zwischen hohen Häusern unterwegs war, befand ich mich immer im Schatten und die Sonne näherte sich schon dem Horizont. Ich habe einen Belichtungsmesser benutzt.

Auch die folgenden Bilder sind mit dem Kodak Gold 200 entstanden. Eine von ihnen innerhalb von Gebäuden, aus freier Hand. Das mit dem Feuer entstand nach Sonnenuntergang.

Für das nächste Foto habe ich den BW400CN benutzt.

Diese Nachtaufnahme ist mit einem Fuji 200 entstanden.

Für die nun folgenden Bilder wurde ein Kodak PX125 genutzt.

Die Perfekt ist eine meiner Lieblingskameras geworden. Ein paar zusätzliche Extras wären nett, wie ein eingebauter Belichtungsmesser, oder eine automatische Belichtung. Die Tasche könnte etwas stabiler sein. Aber alles in allem ist dies einer meiner besten, zufriedenstellensten Kamerakäufe bisher.

geschrieben von gvelasco, übersetzt von marcel2cv

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