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Die Agfa Silette Pronto mit der Apotar 3.5 Linse

Die Agfa Silette Pronto ist ein batteriefrei operierendes Wunder aus Deutschland und hat seinen Weg einzig durch puren Zufall in meine Sammlung gefunden.

Als ich eines Tages auf einer beliebten Auktionsseite im Internet nach einer billigen Erweiterung für meine Kamerasammlung suchte, stolperte ich über eine deutsche Messsucherkamera eines bekannten Herstellers von 1980. Ich dachte mir, dass sie nicht schlecht sei.. Nach der Lieferung und der ersten Testrolle bemerkte ich, dass ich wohl einen Blindgänger erwischt hatte – die Kamera funktionierte nicht. Ich kontaktierte den sympathisch wirkenden Verkäufer, der mir eine andere Kamera oder eine Rückerstattung der Kosten anbot.
Während ich darüber nachdachte, stöberte ich durch ihre eingestellten Angebote, und zu meiner Überraschung stieß ich auf dieses kleine Wunder:

Der Verkäufer war einverstanden, und schickte mir die Kamera noch in der selben Woche zu. Während ich auf sie wartete, recherchierte ich ein wenig im Internet. Laut Camerapedia und ein paar anderen Seiten war die Agfa Silette eine 35mm Kamera, die von 1953 bis 1974 in Massen hergestellt wurde. Anfangs noch mit einem normalen Sucher ausgerüstet, entwickelte sich daraus später ein Messsucher wie bei der Super Silette. Meine scheint die erste Version mit der Apotar 3,5 Linse zu sein. Sieht genau so aus wie das Bild eines Modells von 1953. Ich glaube folglich, dass mein Modell eines von 1953 ist, also bitte geht nicht sofort auf mich los, falls dem nicht so ist!

Einer der Hauptgründe, warum ich mich für diese Kamera entschieden hatte, war ihre Unabhängigkeit von Batterien. Sie braucht keine! Viele der anderen Kameras benötigten Batterien, die nicht einmal mehr hergestellt werden! Der Transporthebel auf der Linken hat eine kleine Scheibe, die an die Empfindlichkeit des eingelegten Films erinnern soll. Man dreht sie einfach passend zum ISO-/ASA-Wert, so einfach. Außerdem gibt es einen Filmzähler, der sich immer weiterdreht, wenn der Film transportiert wird. Nach dem ein neuer Film eingelegt ist, muss man ihn per Hand auf null zurück drehen. Er ist schon etwas in die Jahre gekommen und tendiert dazu, eine Zahl zu überspringen, wenn du nicht aufmerksam bist, oder du mit dem Finger daran kommst.

Außerdem hat die Kamera ein Gewinde für Kabelauslöser, und einen Selbstauslöser auf der unteren Hälfte des Objektivtubus. Er war aber verbogen und ist stecken geblieben, als ich ihn das erste Mal ausprobierte. Daraufhin habe ich ihn mit einer Pinzette vorsichtig gelöst. Aber weil ich Angst habe, dass etwas kaputt geht, werde ich den Selbstauslöser kein zweites Mal benutzen. Die Agfa Silette hat auch einen PC-Anschluss für Blitze, und einen Blitzschuh (Coldshoe!). Die Entfernungen sind in „Feet“ angegeben, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Kamera für den amerikanischen Markt gedacht war, oder ob das nicht-metrische System andere Gründe hatte.

Wie ich schon bei anderen alten Kameras feststellte, sind die möglichen Filmempfindlichkeiten, mit denen die Kamera kompatibel ist, nicht sehr hoch. Die Agfa Silette ist für den Gebrauch von Filmen mit 200 ISO und weniger markiert. Zudem sind manche der Verschlusszeiten mit 1/50, 1/100 und 1/200 anstatt der geläufigeren 1/60, 1/125 und 1/250 etwas unüblich. Die Blende geht von f/3.5 bis f/16.

Weil ich keinen Belichtungsmesser habe, habe ich mich einfach an die „Sunny 16“ Regel gehalten, und es hat wunderbar funktioniert! Für einen ISO 100 Film stellte ich den Blendenring auf 16 ein, und die Verschlussgeschwindigkeit entsprechend der ISO 100 des Films auf 1/100. Meine ersten Bilder sind nicht schlecht geworden! Ich denke, dass mein einziger Fehler auf dieser Rolle noch im Schätzen der Entfernungen liegt.

Danach habe ich es mal mit einem Pan 50 ausprobiert:

Die Linse scheint klar und lichtstark zu sein, und ich habe keine Lightleaks (Lichteinfälle) entdeckt. Ich denke, ich habe wirklich Glück gehabt, eine funktionierende Kamera von 1953 zu besitzen, aber ich glaube ich verhätschele sie ein wenig und benutze sie eher als Vitrinenstück. Ich nehme mir fest vor, sie öfter zu benutzen. Ich empfehle diese Kamera jedem, der Ahnung von Licht und Blenden hat, und schon immer ein kleines Stück deutscher Kamerageschichte besitzen wollte.

Aloha

geschrieben von neanderthalis, übersetzt von wafflesaurus

Ein Kommentar

  1. krisko1210

    krisko1210

    wenn man diese dinger zu selten benutzt, bekommt man probleme mit der blende bzw dem verschluß - es hängt, klemmt und macht komische geräusche. also immer schön in bewegung bleiben und so oft wie möglich damit fotografieren. in der vitrine kann sie noch lange genug stehen, wenn der fototgraf in rente ist.

    vor fast 2 Jahre · Spam melden

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