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Kershaw Eight-20 King Penguin: Lomography aus den 50ern?

Ich bin mir sicher, dass ihr alle schon von Lomographys neuer Balgenkamera, der Belair X 6-12 gehört habt. Während ich ungeduldig auf die Ankunft meiner Globetrotter warte, habe ich mir gedacht, ich könnte mich ein wenig mit ihren Vorfahren beschäftigen, indem ich ein paar meiner alten Balgenkameras mal wieder raushole. Als erstes ist die Kershaw Eight-20 King Penguin dran.

1951 von der Kershaw-Soho Gesellschaft in Großbritannien hergestellt, war die King Penguin wohl schon zu ihrer Zeit relativ primitiv und altmodisch.

Balgenkameras gehörten zu den ersten leicht zu transportierenden Kameras überhaupt. Die Linse musste immer einen gewissen Abstand zum Film haben, was der Grund für die Unhandlichkeit der Kameras damals und den erschwerten Transport dieser war. Die Lösung? Man hat einen ausfaltbaren Rahmen gebaut, und diesen mit einem flexiblen Stoff oder Leder überzogen, um alles lichtdicht zu machen. So konnte man den Rahmen samt Balg ausfahren, um ein Foto zu machen, und ihn danach wieder zusammenfalten, damit die Kamera in die Hosentasche passte.

Foto von keefmarshall

Dieser Typ Kamera wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt. Folglich waren sie um 1951 schon ziemlich altmodisch. Die King Penguin ist ein sehr einfach gebautes Beispiel. Sie benötigt 120er Rollfilm, der sogar heute noch gut erhältlich ist, wie z.B. im Lomography-Store. Sie bringt nur acht rechteckige Bilder auf einen Film, die alle eine Abmessung von 6cm x 9cm haben, was eigentlich riesig ist! (Acht Bilder auf einem 120er Film sind folglich „Acht-20“!) Damals hätte sich wohl niemand daran gestört, große Abzüge davon zu machen. Man hätte einen Kontaktabzug bekommen (dabei werden die Negative direkt auf ein Fotopapier gelegt, für die richtige Zeit dem Licht ausgesetzt, und danach entwickelt – So benötigt man keine spezielle Ausrüstung sondern nur eine Dunkelkammer und ein paar Chemikalien).

Die Kamera hat eine fokusfreie Plastiklinse und nur zwei Verschlusseinstellungen: „I“ (Instant) entspricht ungefähr 1/50 Sekunde, und „B“ (Bulb), die den Verschluss so lange offen hält, wie man den Auslöser gedrückt hält. Zusätzlich hat man die Wahl zwischen zwei Blenden – f11 und f16 – die nicht durch eine Lamellenblende, sondern durch zwei Scheiben mit kreisrunden Löchern darin entstehen. Die zwei Scheiben werden durch einen Hebel an den richtigen Platz geschoben. Sie hat keinen Sucher aus Glas, stattdessen besitzt sie einen „Sportsucher“: Zwei aufstellbare Metallrahmen mit verschieden großen rechteckigen Löchern darin. Wenn man sie auf Augenhöhe hält, wird alles, was man innerhalb der Rahmen sieht, schlussendlich im Bild sein. Erstaunlicherweise besitzt sie sogar eine Blitzsynchronisation, aber man findet heutzutage leider nichts mehr, das noch mit dem alten ASA Bajonettanschluss funktioniert.

35 Jahre früher haben Kodak und Voigtländer ähnliche Kameras mit Glaslinsen, einem Fokussystem und verschiedenen Verschlusszeit- und Blendeneinstellungen (vielleicht schreibe ich in einem anderen Review etwas über die „Autographic Brownie“). Über die nächsten fünf bis zehn Jahre sind bekannter aussehende 35mm Kameras wie kompakte Messsucherkameras und SLRs immer verbreiteter geworden. Folglich musste die King Penguin 1951 für jeden ernsthaften Fotografen eher wie ein Spielzeug ausgesehen haben. Allerdings hat Kershaw auch einige anspruchsvollere Kameras herausgebracht die nach Vögeln benannt sind: Es gab die „Peregrine“, die „Curlew“ und eine frühere Version der „King Penguin“ die schlicht „Penguin“ hieß, einen „Brilliantsucher“ besaß und ein primitives Fokussystem hatte.

Foto von keefmarshall

Hätte es die Lomography-Bewegung bereits 1950 gegeben, wäre die King Penguin perfekt dafür gewesen. Die wenigen Einstellungsmöglichkeiten machen Schnappschüsse viel einfacher, es gibt nichts, was man wirklich einstellen müsste! Die Plastiklinse zeichnet die Ecken des Bildes wunderbar weich. Aber denke daran, sie kann nicht sehr nah fokussieren! Zwei Meter Abstand braucht man mindestens. Ursprünglich wurde für dieses Modell eine Nahlinse für Portraits verkauft. Meine Kamera scheint aber eine Linse zu haben, die relativ kontrastarme Ergebnisse liefert, obwohl sie komplett klar aussieht (normalerweise passiert das nur bei Linsen, die beschlagen, verkratzt oder verpilzt sind). Die Bilder, die man mit dieser Kamera macht, sehen total altmodisch aus, auch ohne spezielle Entwicklung oder abgelaufenen Film.

Während ich am Schreiben dieses Reviews hier war, realisierte ich, dass ich noch niemals einen Farbfilm in dieses Biest geladen hatte. Also hörte ich auf zu schreiben, kramte eine Rolle Ektar von ganz unten aus meiner Tasche hervor (ich habe keine Ahnung, wie lang er da schon lag, oder wo er herkam), nahm meine King Penguin mit zur Arbeit, und machte auf dem Weg dorthin ein paar Bilder. Ich war einfach….wow! Hatte ich kontrastarm gesagt? Von wegen! Weichgezeichnete Ecken? Okay, vielleicht ein wenig, aber die Farben des Ektars….nochmal wow! Aber hier, schaut selbst:

Also wenn ihr immer noch eure Piggies für eine Belair spart, dann gibt es Blöderes, als sich so eine hier zu besorgen und solange damit rumzuspielen. Meine ist in einem top Zustand, sie sieht aus wie neu und hat kaum etwas gekostet. Ein paar kurze Ratschläge, die auf meiner Erfahrung basieren: Benutzt eine Blende von f11 für 100 ISO Filme, sogar in mäßig hellem Sonnenlicht! Benutzt die Blende f16 nur bei extremer Helligkeit wie im Schnee, am Strand oder mit 200 ISO Film. Denk nicht einmal daran, ihn bei bewölktem Wetter ohne einen schnellen Film (ein 400er ist okay, denke ich) zu benutzen. Außer ihr wollt mit dem B-Modus die Verschlusszeit selbst bestimmen, was sich z.B. bei nächtlichen Langzeitbelichtungen bewährt hat. Mehrfachbelichtungen sind problemlos: Transportiere den Film einfach nicht weiter! Wenn du ihn weiter transportierst, wirst du im kleinen roten Plastikfenster (das bei diesem Typ Kamera üblich ist) die Nummer deines Bildes erkennen. Drehe den Film vorsichtig weiter bis du die neue Zahl siehst.

Man wird sich definitiv nach dir umdrehen, wenn du diese Schönheit im Retro-Look in den Straßen deiner Stadt benutzt!

geschrieben von keefmarshall, übersetzt von wafflesaurus

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.