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30 Wochen, 30 Kameras: Woche 3, Revueflex-B

Hier nun eine Rezension der Kamera die in Woche Drei der "30 Weeks, 30 Cams" Serie benutzt wurde. Die Kamera, eine Revueflex-B, ist nichts anderes als eine Zenit-B, die von einer deutschen Warenhauskette unter eben diesem anderen Namen verkauft wurde. Wenn du wissen möchtest, wie ich an diese in Russland produzierte Kamera gekommen bin und wie gut ist sie zu bedienen ist, dann lies weiter.

Photo via G-st.ch

Ich habe diese Kamera auf eBay ersteigert und der Verkäufer der Kamera wohnt ca. 400km entfernt, jedoch in der Nähe einer Stadt, in die ich musste, weil ich zu einem 90. Geburtstag eingeladen war. Also machte ich den Vorschlag, die Kamera direkt beim Verkäufer abzuholen und dieser stimmte zu.

Am Abend bevor ich aus Berlin abreiste, schrieb er mir eine Nachricht, dass er ganz unerwartet übers Wochenende weg muss, aber dass er die Kamera unter einem Eimer neben der Haustür deponieren wird. Mein Vorschlag war, dass ich das Geld für die Kamera – €14 – in den Briefkasten werfe. Irgendwie komisch, aber da es ja kein Umweg auf dem Weg zum 90. Geburtstag für mich war, war es irgendwie auch egal und sollte keine Kamera unter dem Eimer liegen, würde ich ja auch kein Geld in den Briefkasten werfen.

Als ich vor dem Haus anhielt, war da einer der Söhne des Verkäufers auf der Einfahrt und reparierte sein Motorrad. Er gab mir die Kamera und meinte, ich hätte die zu einem Schnäppchenpreis bekommen. Da ich etwas in Eile war, machte ich das Päckchen gar nicht auf – die Kommunikation und der Sohn erschien mir sehr vertrauenswürdig.

Nach den Feierlichkeiten des 90. Geburtstags war ich noch bei Verwandten zum Abendessen eingeladen. Dort öffnete ich dann auch endlich das Päckchen. Die Kamera schien gut zu funktionieren und machte optisch einen wirklich guten Eindruck. Im Vergleich zu der Kamera aus der ersten Woche der Serie, der Ilford Sportsman 300S, fühlte sich diese Kamera mit einem Gewicht von 680 Gramm wie der neue Weltmeister im Schwergewicht an. Da es draußen mittlerweile schon dunkel war, legte ich nicht gleich einen Film ein um Bilder zu machen.

Am nächsten Morgen besuchten meine Freundin und ich eine Freundin von ihr. Meine Freundin fuhr, weil sie den Weg kannte, und ich versuchte während der Fahrt eine Rolle Film einzulegen. Das war gar nicht so einfach, da ich nicht geschaut hatte, in welche Richtung sich die Spule dreht und weil sie sich eben andersrum dreht als ich das bisher von meinen Kameras gewohnt war. Ich legte den Film ein, aber es fühlte sich so an, als ob da was nicht stimmt. Also öffnete ich nochmal uund das war auch gut so. Allerdings war ich nicht so konzentriert während der Fahrt und wunderte mich wirklich einige Zeit darüber, was ich wohl falsch gemacht habe, bis ich endlich merkte, dass sich die Spule andersrum drehte und ich kapierte, wie man den Film einlegen muss.

Als wir an unserem Ziel ankamen, kam uns schon die Freundin entgegen und meinte, sie müsse nochmal ganz schnell weg für ein paar Minuten. Ich nutzte dann gleich die Zeit, um die ersten Bilder mit der Kamera zu machen. Hinter dem Garten des Hauses waren alte Bahngleise, die nur noch an Wochenenden von historischen Zügen benutzt werden, also lief ich ein Stück die Gleise entlang und machte die ersten Bilder. Der einfache und harte Mechanismus der Kamera machte einen guten Eindruck und gab mir das Gefühl, dass alles gut funktionierte. Da ich keinen Belichtungsmesser hatte, versuchte ich einfach nach Gefühl die Einstellungen zu machen.

Auf unserem Weg nach Hause bzw. wo wir dort in der Gegend untergekommen waren, sagte ich zu meiner Freundin, sie soll an einer Bushalte halten, damit ich BIlder von dem kleinen Unterstand machen kann, der so aussah, als sei er noch aus den 70er Jahren. Meine Freundin, die dort aufgewachsen ist, meinte, dass es in der Region ganz viele von diesen Dingern gibt und dass die überhaupt nicht besonders sind. Ich bin da allerdings anderer Meinung und dachte mir, dass dies eine gute Foto-Gelegenheit ist. Vor allem auch weil ich in der Abendsonne ein bisschen mit den Einstellungen spielen konnte.

Später am Abend, als es schon dunkel war, ging ich nochmal raus, weil ich einige Nightshots machen wollte. Aber das war ein kurzes Intermezzo, da mein kleiner Sohn im Manduca anfing zu weinen. Zwei Bilder habe ich gerade noch hinbekommen.

Am nächsten Tag flanierte ich ein bisschen durch die Stadt, um mehr Bilder zu machen und auch um nach Kameras Ausschau zu halten. Den darauffolgenden Tag fuhren wir wieder zurück nach Berlin, aber am Vormittag fuhr ich noch schnell zu einem Denkmal – das Hermannsdenkmal – mit einem schönen Weitblick über den Teutoburger Wald und dort machte ich noch einige Bilder. Ich benutzte den Belichtungsmesser meiner Canon SLR, um die Einstellungen richtig zu machen, weil an dem Morgen die Sonne ziemlich stark war und die Kamera maximal 1/500 belichten kann. Die Einstellungen und Zeiten schienen gut zu funtionieren. Das konnte ich ableiten, weil ich zum Vergleich einige Bilder mit identischen Einstellungen mit meiner Canon gemacht hatte. Die letzten Bilder des Films nahm ich dann in Berlin auf.

Das Fazit: Die Bedienung und das Handling der Kamera ist ziemlich leicht/einfach. Wenn man erstmal eine Rolle Film in der Kamera hat, kann – abgesehen von einer Fehleinschätzung bei den Einstellungen und der Belichtungszeit – eigentlich nichts mehr schiefgehen. Die Kamera ist allerdings sehr schwer, sodass sie wohl nicht in die Kategorie der Kameras gehört, die man jeden Tag bei sich haben kann. Die Kamera hat ein Pancake Industar 3,5/50 Objekiv. Die Belichtungszeiten sind B (bulb), 1/30, 1/60, 1/125, 1/250 und 1/500.

Es gibt eigentlich nur eine negative Sache über die Kamera zu sagen – abgesehen mal vom Gewicht: die Tasche der Kamera ist aus ziemlich sperrigem Leder. Wenn man, wie ich, es gewohnt ist, seine Kamera immer zum sofortigen Auslösen bereit zu haben und man die Tasche schnell öffnet, dann passiert es, dass man mit dem Leder an den Auslöser kommt und ein Bild von gar nichts macht. – Da man keine Doppelbelichtungen machen kann, sind das tatsächlich verschwendete Bilder. Mir passierte das bei dieser ersten Rolle Film dreimal. Als ich dann neulich wieder einen Film eingelegt hatte, öffnete ich die Tasche immer sehr vorsichtig und langsam, sodass es dann auch nicht mehr vorkam. Nun gut, das ist vielleicht nicht so wichtig, weil es die Kamera selbst nicht betrifft, aber wenn man schnell sein und seine Kamera immer bereit haben will, weil man Regel #7 – Sei schnell befolgen möchte, ist das schon etwas doof.

Danke fürs Lesen,
bloomchen

geschrieben von bloomchen, übersetzt von bloomchen

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Der Originalartikel wurde in folgender Sprache verfasst: English.